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Beer like star Lemke Bohemian Pilsner

  • Typ Untergärig, Pils
  • Alkohol 5% vol.
  • Stammwürze 12.5%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 86% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#28895

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
86% Avatar von Schluckspecht

86% Wie Buddeln im Blumenbeet

Avatar von Schluckspecht

Vor mir steht aus der Charge 180918-2 das Pils böhmischer Brauart von Lemke Berlin. Die genannten 35 IBU sind vielleicht nicht ungewöhnlich für ein Pils, die 12,5 % Stammwürze bei gängigen 5,0 % vol. Alkohol indes schon. Neben Bohemian Pilsner Malz wurde auch mit Wiener Malz und Carared gebraut - interessant und ungewöhnlich. Beim Hopfen vertraut man auf die Klassiker Saazer und East-Kent-Goldings, die zugleich auch noch für die Kalthopfung herhalten mussten. Unfiltriert ist das Bohemian Pilsner natürlich auch noch, so dass selbst die Hefe noch zum besonderen Geschmack beitragen kann.

Eine sehr kräftige Hefetrübung macht sich im pfirsichgelben Pils breit, die Kalthopfung hat zudem für außerordentlich viel lockeren, grobporigen Schaum gesorgt. Weder Farbe noch Schaumkrone finde ich auch nur annähernd schön - schön wird es wohl nur ohne bzw. mit wenig Hefe -, aber die Erwartungen werden gut getroffen. Das gilt auch für den blumig-erdigen Duft, der eine schöne Frische transportiert. Wie frischgewaschene Wäsche an einem lauen Sommertag. Statt sonderlich viel Frucht gibt es ferner gut wahrnehmbare Kräuternoten wie Kamille und Zitronenmelisse. Man muss allerdings anmerken, dass ich das Böhmische an dieser Stelle nicht wirklich erfasse - weder böhmisches Malz noch Saazer Hopfen erinnern hier unumstößlich an originales böhmisches Bier. Der würzigere EKG-Hopfen scheint dies zu überlagern.

Frisch und sehr ausgewogen startet das Pils mit hefigem Mundgefühl, gutem Malzfundament und einer gut darin platzierten Hopfigkeit, die sich von Orangenschale und rotem Apfel über grasige, blumige und erdige Noten zieht. Der etwas pappige Körper intensivert den Hopfeneinfluss und bringt ihn in die blumig-erdige Richtung - die Stunde des Saazer Hopfens ist geschlagen. Doch auch der würzigere Goldings-Hopfen gibt nicht auf und wertet den moderat-zurückhaltenden Lagerbier-Körper stark auf. Einem klassischen, herb-frischen, schlanken Pils hechtet das Bohemian Pilsner eher weniger hinterher. Die schönste Hopfigkeit hat sich das Pils für den Schluss aufgehoben: Erst blumig, danach erdig, dann grasig - starke Hopfennote, dennoch nicht bitter. Und immer sitzt eine leicht fruchtige Süße obendrauf, die vom vergleichsweise würzigen Malzkörper ablenkt. So gestattet sich am Ende auch eine völlig angemessene Süffigkeit, obgleich diese nicht an die meisten böhmischen Vertreter herankommen mag.

Hier vereinen sich praktisch Widersprüche in sich: Der Auftritt ist völlig fernab des Mainstreams, man setzt dennoch auf eine klassisch anmutende Hopfung, die trotz Kalthopfung vor allem Würze und weniger Fruchtigkeit einfließen lässt. Das Pils böhmischer Brauart bewahrt sich dadurch eine gewisse Statur und Ernsthaftigkeit, ohne das aber daran Frische, Süffigkeit und Harmonie leiden müssen. Das wässrig-pappige Mundgefühl in der Mitte (wohl ein Tribut an die niedrige Vergärung) stößt nicht auf Gegenliebe, geschmacklich findet Lemke aber die richtigen Töne. Eine tiefe, blumige Würzigkeit... Bei der Kalthopfung hat man sich nicht lumpen lassen - Saazer und East-Kent-Golding wurden wirklich nicht zu sparsam gestopft. Am Ende schmeckt es aber deutlich anders als ein Pilsner Urquell oder Budweiser B:Original - aber das meinte auch schon die Nase.

Wer ein fruchtig-frisches Kellerpils mag, wird hier wohl nicht glücklich werden. Wer es würzig und blumig mag, dagegen schon...

Bewertet am

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