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Beer like star Wagner-Bräu Kemmern Pils

  • Typ
  • Alkohol 4.8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagen 2 Benutzer

Bewertet mit 76% von 100% basierend auf 4 Bewertungen und 4 Rezensionen

#28661

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 4 Bewertungen
90% Avatar von Hirsch
77% Avatar von Schluckspecht
73% Avatar von JimiDo
63% Avatar von Bier-Klaus

77% Ein Pils nach fränkischer Sitte

Avatar von Schluckspecht

Von der seit 1788 privat geführten Brauerei Wagner aus Kemmern kommt ein "Premium Pils" mit 4,8 % vol. Alkohol in einer neumodischen 0,5-Liter-Longneckflasche daher. "Premium" steht ja für gute Zutaten und einer traditionellen, nicht industriellen Brauerei kaufe ich dieses Versprechen deutlich eher ab. Abgesehen davon, dass ich "Premium" immer als unnötig einschätze - das Produkt soll einfach für sich sprechen...

In einem lichten Gelbgold, bald eines Leichtbieres würdig, steht das Pils blank filtriert ohne erkennbare Kohlensäure, aber mit deutlich erkennbarer Schaumkrone vor mir. Neben deftigen Malznoten fliegen mir direkt blumig-süße Hopfennoten in die Nase. Viel Würze kann ich nicht erkennen, auch eine etwaige Hopfengrasigkeit versteckt sich aufallend gut. Der frische, fast schon an Menthol erinnernde Duft ist dennoch kein Fehlgriff - schließlich ist ein fränkisches Pils eben kein Pils nach dem üblichen Standard.

Der Antrunk meint es aber direkt ernst. Zeigt sich zunächst erst einmal nur die spritzige Kohlensäure und die damit einhergehende Frische, schreitet alsbald aromatischer Hopfen mit citrusartigen (Limette, Orange) sowie blumigen Noten zur Tat. Der schlanke Körper ist eine aromatische Wonne und pflegt es gekonnt zwischen Süße und Trockenheit zu balancieren. Das (ein wenig harte) Mundgefühl ist auf diese Art weit genug von Wässrigkeit entfernt. Kräuterig-würzig tendiert das Pils im mildsäuerlichen Abgang zu einer angemessen feinherben Note, die nicht an ein Helles oder ähnliches Lagerbier denken lässt. Nein, das passt!

Wäre das Malz noch ein wenig präsenter und karamelliger, würde ich von einer adretten Verschmelzung von böhmischer und fränkischer Brauart sprechen. So überwiegt allerdings noch die fränkische Ader. Schlank, aber eben aromatisch...

Bewertet am

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73% Rezension zum Wagner-Bräu Kemmern Pils

Avatar von JimiDo

Das Pils der Wagner Bräu aus Kemmern hat den Zusatz Premium. Da bin ich mal gespannt. Premium sagt doch nichts aus und ist bei mir aus leidlicher Erfahrung negativ belegt. Das Bier aus der 0,5 l Longneck-Flasche hat eine hell goldene Farbe und wird von einigermaßen haltbaren Schaum bedeckt. Es ist eine leichte Trübung zu erkennen. Es riecht etwas blumig. Der Antrunk ist frisch-würzig. Schnell zeigt sich die Hopfung. Sie ist deutlich schmeckbar, ohne großartig bitter zu sein. Die gute Rezenz sorgt für die Frische. Der herb-säuerliche Abgang verlangt nach mehr von dem leckeren Stöffchen. Ein gutes Pils, ich kann es empfehlen!

Bewertet am

63% Rezension zum Wagner-Bräu Kemmern Pils

Avatar von Bier-Klaus

Das Bier ist lichthell und glanzfein, es duftet intensiv nach Rosen. Eine riesige cremige und dichte Blume thront oben auf. Der Körper ist typgerecht schlank und wenig sprudelig. Das Pils hat einen frischen Biergeschmack, weder Malz noch Getreide könnte ich als dominant beschreiben. Von den IBU's her ist es an der unteren Grenze für ein Pils.

Bewertet am

90% Die Fränkische Variante eines Pils

Avatar von Hirsch

Zwischen dem böhmischen oder allgemein dem tschechischen hellen Lagerbier (das man dort nicht "Pils" nennt, wenn es nicht aus Plzeň kommt, und dem, was man in Deutschland so als Pils trinkt, liegen Welten. Mehrere, mindestens. Ich glaube aber mittlerweile, hier kommt Franken eine richtige Brückenfunktion zu. Früher habe ich mich immer gewundert, wenn bei vielen Brauereien auf Stefan Macks Fränkischer Brauereikarte der 80er Jahre das Pils als beliebtestes Bier der Kundschaft stand. Als ausgesprochener Nicht-Freund von Hasseritzer und Beckburger habe ich auch die heimischen, d.h. fränkischen Pilse behandelt, als wären es Giftpilse. Zu unrecht, wie ich jetzt merke. Paradebeispiel: Das Wagner-Pils aus Kemmern. Los gehts.

Schaum: mittelporig, leuchtend weiß
Farbe goldgelb, klar
Geruch: Hoppla! Bunt nach Kräutern und Früchten, leicht nach Honig und recht schön und stark nach Holunderblüte.

Der Antrunk ist erst einmal schlank und schön weich, leichtes süßes Malz, dann blumenwiesig-hopfig - ganz allgemein lebendig-frisch, ohne plumpe Bitterkeit.
Die Rezenz im allgemeinen ist sehr gut, gerade wenn es wärmer wird, würde ich es aber weniger als pilsig-schlank, sondern eher als fränkisch-vollschlank bezeichnen.
Der Nachtrunk ist feinbitter-aromatisch.

Kommentar: Ohne das Buch „100 beste Biere Bayerns“, in dem das Wagner als sehr feines fränkisches Pils Erwähnung findet, hätte ich es wohl noch lange links liegen lassen, da ich als Fan des dunklen fränkischen Lagerbiers immer dachte, ich mag einfach kein Pils. Es eröffnen sich einem aber ganz neue Geschmackshorizonte, wenn man das „fränkische Pils“ als eigene Unterart begreift, die so gut wie nichts mit der harten, metallisch bitteren norddeutschen Variante zu tun hat. Ich glaube ein Bier wie das Wagner-Pils ist das, was meinen tschechischen Freunden in Deutschland immer fehlt, wenn Sie die Augenbrauen über dem süddeutschen Hellen hochziehen, das ihnen zu flach, aromalos, süß und langweilig ist. Aber es existiert, das fruchtige, weiche helle Bier, das neben einem "richtigen" Hopfenaroma auch seine Malzfülle nicht verleugnet, sondern einbindet in ein würziges, feines, helles Lagerbier.

Bewertet am