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Beer like star Schwechater Original Wiener Lager

  • Typ Untergärig, Wiener Lager
  • Alkohol 5.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 72% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 3 Rezensionen

#28240

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 3 Bewertungen
82% Avatar von Michl
68% Avatar von goldblumpen
67% Avatar von Felix

82% Das wiener Lager

Avatar von Michl

Servas!  Aus der Zeit entstammend in welcher die beiden Legenden der Bierstile, das böhmische Pils und das wiener Lager, in der Donamonarchie das Licht der Welt erblickten. Ein kultureller Hochgenuss. Über die schwechater Brauerei habe ich mich bereits ausgelassen... Aber heute widmen wir uns dem Gründervater des Wiener Lagers, Anton Dreher. In den 1830ern erkundete der Wiener mit seinem münchner Braukompagnon Sedlmayer von der Spatenbrauerei britische Ale-Malztechniken. Zusammen brauten sie das sogenannte Kaiserbier. Später in den 40ern in Wien entwickelte er sein erstes untergäriges Lager, welches dem Märzen recht ähnlich war. Ein Expotschlager. In den 1850er Jahren wurde die schwechater Brauerei, aus dem verträumten Kaisertum Österreich, weltweit bekannt und zu einer der größten Brauereien überhaupt. Der Grundstein des Lagerbiers war gesetzt.    Nun endlich zum Bier:  Vollbier, wiener Lager, 12.8%, 5.5%  Färblich ins Bernstein/Kuper gehend. Anfangs schöne cremig satte Schaumblume. Geruch geht stark ins süß-malzige. Etwas spritzig und mit mittlerern Charakter. Antrunk nicht zu süß aber malzig fruchtig. Hauptteil hat eine leichte herbe aber ist grundsätzlich mit mittelsüß-röstig-weichem Karamell versehen. Diesen aromatischen Eindruck zieht es bis zum Abgang durch. Das Bier übertreibt nicht, ist gut trinkbar und bleibt seinem Stil überzeugend treu. Bier etwas temparierter >9° trinken als ein Helles um die Malznoten besser herauschmecken zu können. Fazit: DAS wiener Lager. Mein Typ. Mein Tipp.  Passend zu Steak mit Ribiselmarmelad', Rindsgulasch, Schokoladendesserts und Geflügelbraten. Afoch Lecka'  

Bewertet am

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68% Wiener Lager coming home

Avatar von goldblumpen

Der Bierstil "Wr. Lager" wurde angeblich ursprüglich vom Schwechater Braumeister Anton Dreher entwickelt, wurde um die Jahrhundertwende vom hellen Pilsner verdrängt und galt bald als ausgestorben -einzig in Russland erfreute er sich großer Beliebtheit. Im Zuge der Craftbier-Welle kam er dann über Amerika wieder nach Mitteleuropa. Dort griff man es wohl auch aus Marketinggründen bei Schwechater wieder auf.
Der Kellner auf dem Silvesterpartyschiff, wo ich dieses Bier das letzte Mal (überhaupt als letztes Bier im Jahre 2019) trank, mahnte mich zur Vorsicht, da es so stark sei...ja bei 5,5% muss man schon aufpassen...naja
Geschmacklich hat es alles, was man sich von einem Wr. Lager vorstellt: einen intensiven malzigen Körper (vllt. hat der Kellner das mit "stark" gemeint), ein bisschen Hopfen und einen karamellsüßen Abgang. Es mag nicht das feine Aromenspiel haben, was manche Craftbier-Kollegen haben, aber doch ist es ein angenehmer Speisenbegleiter und Reisepartner.
Für Aromaforscher etwas fade, für den klassischen Biertrinker, der auch gerne mal was neues probiert, aber eine nette Erfahrung.

Bewertet am

67% Rezension zum Schwechater Original Wiener Lager

Avatar von Felix

Hier ein besonderer, tatsächlich fast ausgestorbener Stil. Das Schwechater Wiener Lager hat eine wunderschöne Schaumbildung, leichter Karamellteint und cremig in der Erscheinung. Die Farbe des Sudes ist von bezauberndem Bronzegold, teils Orange- teils Rosareflexe. Ein satter Bernstein, der leider filtriert ist. Die feinperlige Perlage zeigt sich schon hier.

Aromatisch ist das Bier nicht so malzig und süßlich wie man es von deutschen Bieren dieser Farbe wie Märzen kennt. Eher erinnert es an das bayerische Helle. Helle Malze mischen sich mit einem unkomplizierten, floralen Hopfen. Das ganze wirkt sehr mild und sanft mit leichter Getreidewürze.

Im Mund ist das Bier vollkommen stringent. Auch hier ein eher süffiger Eindruck, leichte Malzsüße mit zarter Würze, noch zurückhaltender nun, dafür mit etwas klarerem Hopfen. Angenehme Herbe bringt dieser durchaus mit.
Aromatisch zeigen sich etwas orangige Töne, leicht bitter mit zitraler Duftigkeit. Der Hopfen wird im Laufe des Trinkens langsam vordergründiger.

Der Körper des Bieres ist als leicht zu bezeichnen. Eine ganz unaufdringliche Kohlensäure steuert den Sud in eine äußerst trinkbare Richtung. Die Hopfung untermalt diese Süffigkeit in weicher Weise. Das Bier hat nur eine leichte Tendenz zur Wässrigkeit, da die Karbonisierung einen langen Atem hat.

Der Abgang ist von einer sowohl malzig-würzigen wie auch herbal-hopfigen Bittere geprägt, der sich leichte Säuerlichkeit und Würze beigesellen. Kaum eindeutige Noten sind erkennbar. Leichte Toastigkeit jedoch scheint mir durchzukommen, ohne in Röstmalz zu verfallen. Subtiler Nachtrunk, der gefällt.

Charakter: Das Schwechater als Vertreter eines wirklich raren Stils ist von sympathischer Unkompliziertheit. Das Bier ist geradezu liebevoll und freundlich. Ein wenig mehr Eigenständigkeit könnte es aber trotzdem haben.

Das Schwechater Wiener Lager kann mit einer sehr gutherzigen Art punkten. Es scheint mit sich zufrieden zu sein und nimmt so jegliche Berührungsängste. Auch hat man kaum das Bedürfnis hier irgendwie den Stil zu bewerten. Das Bier ist genau so wie es ist, und es will nicht anders sein. Nachteile sind aber durchaus im Körper zu spüren. Da tendiert der Ansatz doch zur Dürftigkeit. Die Karbonisierung allerdings ist mehr als gelungen und verdient Respekt.
Die dunkle Farbe verweist auf etwas andere Noten als dann letztlich aufkommen. Geschmacklich ist das Wiener Lager näher am Bayerischen Hellen als an einem Märzen, ich würde sogar sagen als an einem Export. Die klare Hopfung, die sogar für Bayerische Helle hier noch sehr durchschlagend ist, entfernt das Bier von den sonst bekannten Malzbetonten. Insofern ist es tatsächlich eine Besonderheit für all jene, die die subtilen Differenzen zwischen den deutschen/österreichischen Stilen ausloten wollen - ein äußerst spannendes Unterfange, wie ich finde, gerade weil auf den ersten Blick viele Stile sehr nah beieinander liegen.
Es fällt schwer dazu noch viel zu sagen, da das Bier nicht gerade mit Komplexität besticht. Die würzige Malzigkeit und die herbe Hopfung mischen sich ausgewogen. Das Bier hat vor allem eine wunderbar stringente, sich steigernde, doch immer angenehme Bittere, die der besonderen Hervorhebung bedarf. Dies nehme ich für mich als Besonderheit des Stiles mit. Die diversen Malzsorten kommen in ihrer Diversität erstaunlich gut zur Geltung und überzeugen.
Ein wirklich feiner, samtiger Bierstil, den ich in der Bierlandschaft sonstig vermisse. Reanimationsversuche sind gewünscht!

Bewertet am