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Beer like star Quartiermeister*in - Bier für den Kiez Rotbier

  • Typ Obergärig, Rotbier
  • Alkohol 5.2% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier ja
  • Dieses Bier ist klar und ohne Hefe
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 81% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

#31969

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
82% Avatar von Schluckspecht
80% Avatar von Felix

82% Donauwelle zum Trinken

Avatar von Schluckspecht

"Bier trinken. Gutes tun." Gerne doch! Ich kann mit dem Genderwahn zwar wenig anfangen, aber warum soll neben dem Quartiermeister nicht auch eine Quartiermeister*in geben? Das Bio-Rotbier, gebraut in der Wittichenauer Stadtbrauerei, kommt auf 5,2 % vol. Alkohol und unterstützt gleichwohl soziale Projekte. Neben Bio-Gerstenmalz kam Bio-Hopfen (Perle, Hüll Melon) zum Einsatz.

Dieses Rotbier hat seinen Namen verdient. Das dunkle Bernstein verwandelt sich im Gegenlicht in einen funkelnden (kupferroten) Rubin. Darüber zeigt sich grobporiger, cremegelber Schaum von akzeptabler Stabilität. Der Duft lässt urige Brotigkeit (halbdunkles Brot ähnlich wie Malfabrot), Toffee, Nuss und Kakao erkennen. Erdige Noten fehlen ebenfalls nicht und einen Hauch Kirsche entdecke ich ebenso.

Malzige Karamellnoten verbinden sich im Antrunk mit subtiler Röstmalzigkeit und fruchtigen Kirschnoten. Der weiche, süffig-süße Einstieg erinnert an Märzen- und Bockbiere. Mir ist es eigentlich schon zu süß. Da zur Kirsche auch noch Vanille-, Biscuit- und Kakaonoten hinzu kommen, erinnert mich die erste Hälfte problemlos an die Backspezialität Donauwelle. Der Hopfen tritt zunehmend in Erscheinung, primär mit grasigen und erdigen Noten. Die Vereinigung von feinherbem Hopfen und süßlich geprägten Malz funktioniert tadellos. Zum Abschluss bildet sich eine dezente Kernigkeit. Brotig und hopfig endet das Rotbier durchaus opulent.

Bis auf eine etwas zu dominante Süße, die jedoch mit fruchtigen und säuerlichen Akzenten ansprechend eingebunden ist, kann ich dem/der Quartiermeister*in Rotbier nichts vorwerfen. Mit etwas mehr Alkohol wäre das hier ein exzellentes Bockbier. Der harmonische Gesamteindruck der verschiedenen Malzsorten sowie auch das Zusammenspiel mit dem wunderbar abgestimmten Hopfen überzeugt. Ein würdige*r Vertreter*in der nicht unkomplizierten Spezies 'Rotbier'...

Bewertet am

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80% Rezension zum Quartiermeister*in - Bier für den Kiez Rotbier

Avatar von Felix

Optik: Sehr dunkles Kirschrot, filtriert, mit eierschalenfarbener, robuster Krone.

Duft: Im Geruch stehen zuvorderst die süßen Karamellmalze mit einer würzigeren und herberen Aromatik. Das Bier erinnert sehr an klassische dunkle Herbstböcke und auch trotz des natürlich im Vollbierbereich verbleibenden Alkoholgehaltes von 5,2%ABV macht es im Duft einen schwereren Eindruck. Blind hätte ich es genauso gut auch auf knapp 6,0%ABV schätzen können. Es kommen Kirsch- und Karamellaromen durch, zarte Nussigkeit, leicht erdig, feucht und duftig. Zarte Röstnote schwingt auch mit, doch sehr dezent. Ein angenehmes und nicht wenig komplexes Geruchsbild, wobei das Bier für meine Nase sehr untergärig scheint.

Einstieg: Im Mund ist es sogleich herb, erdig und säuerlich und sehr leicht. Der Stil ist treffsicher abgearbeitet. Die Noten von humusfeuchter Erde, nassem Laub, Walnuss und dunkler Frucht mit sanfter Karamellisierung dahinter passt nicht nur unbedingt zur Jahreszeit, sondern ist auch gut komponiert. Was den Rotbierstil ausmacht und hier geradezu perfekt umgesetzt wurde ist die sanfte, nicht zu aggressive Spitze aus Säure, die dem feuchten Grundtenor des Bieres den naturgeladenen Anstrich gibt. Gerade auch, dass die Aromen nicht so füllig sind, sondern die zarte Säure und die herbe Würze des Bieres ohne viel Süße eine gewisse Zurückhaltung zeigen, das macht diesen Stil so unvergleichlich und lässt ihn meiner Ansicht nach zum Gegenspieler des Märzens werden. Beide sind einander ähnlich, doch wo das Märzen auf karamellige Süße setzt, da findet sich beim Rotbier zartsäuerliche Herbe. Das Rotbier ist dunkler als das Märzen und spitzer, aber zugleich zurückgezogener; das Märzen ist breiter, dichter, aber mit weniger Konturen.

Körper: Der Körper erfüllt seinen Zweck wunderbar. Das Bier ist geschlossen, ohne zu dicht zu werden. Die Rezenz zeigt eine feinprickelige Kohlensäure, die nicht zu schnell verschwindet. Es gibt eine gewisse Cremigkeit, die niemals sahnig wird und damit die herb-säuerliche Zartheit der Aromatik ausspielen würde. Das Bier ist schlicht rund hat einen angemessenen Körper.

Abgang: Nach hinten hin kommt ein wenig Süße hinzu. Die Karamellmalze geben etwas Tiefe ab, wodurch das Bier ungemein an Länge gewinnt. Ohne pappig oder zuckrig zu werden, werden hier die natürlich Aromen nur vertieft. Sehr gut. Auch finde ich es toll, dass das Bier nicht zu kirschig wird, was so manchem Herbstbock leider passiert. Sogar findet sich eher ein spelzige Trockenheit, die deutlich Fahrt aufnimmt. Säuerliche Herbe hält weiterhin vor, wird nun aber von ein bisschen aufdringlicher Kohlensäure bedrängt. Das hätte nicht sein müssen. Schmeckt ein wenig nach Überfürsorge was die Frische angeht. Vielleicht auch verständlich, wenn man die Charakteristik des Stils im Auge behält.

Ich finde das Rotbier der Wittichenauer Stadtbrauerei sehr gelungen. Es ist kein Bier, das einen vom Hocker haut, sondern will ein ganz solides, klassisches Rotbier sein und zeigt sofort, dass es im Wirtshaus oder der Kneipe genossen werden will und nicht im Edelrestaurant. Es ist keineswegs platt, lieblos oder sonstiges, sondern in seinem eigenen Rahmen sehr ausgefeilt. Es repräsentiert vor allem den Rotbierstil meiner Ansicht nach in einer besonders schönen Art und Weise. Dieser Stil ist tückisch, kann nämlich ziemlich schnell zu dünn, schal, sauer oder unausgewogen geraten, da es hier in besonderer Weise um die Balance zwischen Kohlensäure und Malz, zwischen Säure/Herbe und Süße geht. Wenig Stile sind meiner Meinung nach so schwer zu brauen. Und gemessen auch an dem, was sonst so als Rotbier in den Wirtshäusern und Läden zu finden ist, ist dieses Exemplar hier von enormer Qualität. Wie oft habe ich schon gedacht, Rotbiere würden mir einfach nicht schmecken, weil ich sie zu sauer und unbalanciert, zu dünn und schmal finde. Jetzt habe ich gelernt, dass man das auch richtig gut machen kann und ich ziehe den Hut vor jedem Brauer, der ein so ausgewogenes Rotbier zaubern kann. Das Rotbier ist das Pils der dunklen Jahreszeit, könnte man sagen.

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