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Beer like star Camba Bavaria Broyhan

  • Typ Obergärig, Broyhan
  • Alkohol 5.6% vol.
  • Stammwürze 12%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 70% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

#37635

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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
73% Avatar von Bier-Klaus
66% Avatar von Schluckspecht

66% Cambas Reise in die Vergangenheit - Teil 3

Avatar von Schluckspecht

Auch vom Broyhan (oder auch Breihan genannt) hätte ich keinen blassen Schimmer, hätte nicht Camba Bavaria mal die Geschichtsbücher aufgeschlagen und diesen historischen Bierstil im Rahmen der limitierten Serie "camba's bierlegenenden" neu interpretiert. Im 16. Jahrhundert (genauer: im Jahre 1526) erfand der in Hannover ansässige Cord Broyhan das obergärige Weißbier mit seinem Namen, welches zum Exportschlager gedeihte. Statt wie sonst gedarrtes Malz - wie zu dieser Zeit üblich - wurde mit luftgetrocknetem Malz gearbeitet und so ein milderes, rauchfreies Aroma erzeugt. Weitere gesicherte Überlieferung, etwa zur Hefe, existieren leider nicht. Vor mir steht das mit einem Gockel verzierte Camba BroyHahn (das zweite h wurde hier hinzugedichtet). Hinzu gedichtet wurde auch die Hopfenauswahl: Camba wählte hier - neben dem Hallertauer Tradition - den neuseeländischen Nelson Sauvon, der für eine spritzige Weißweinnote sorgt und damit quasi den Bogen schlägt zu den damaligen Bieren, die durch ihre Produktionsweise durchaus mal ungewollt säuerlich sein konnten. Als mild gehopft, spritzig & frisch wird es charakterisiert. In der Zutatenliste steht Weizenmalz hinter Gerstenmalz (Pilsner Malz, Wiener Caramelmalze) erst an zweiter Stelle. Genannt werden 5,6 % vol. Alkohol, 12 °Plato Stammwürze sowie lediglich 10 IBU, die von den beiden Hopfen ausgehen. Als Food-Pairing empfiehlt man Burger, Tomaten-Mozzarella Salat und Pfirsich-Melba Eisbecher. Mhm... lecker... und in dieser Reihenfolge, bitte!

Optisch gibt es keine Auffälligkeiten: Strohgelb mit milchiger, starker Trübung und einer cremig-lockeren Schaumkrone sieht es einem hellen Hefeweizen nicht unähnlich. Eine allzu große Stabilität eben jener darf jedoch niemand erwarten. Der Duft rückt den weißweinartigen, stachelbeerigen Nelson Sauvon in den Vordergrund. Statt eines urigen liegt hier vielmehr ein moderner Eindruck vor. Dazu kommen Nelke und brotige Aromen. Die Hefe mutet hier eher trocken, beinahe schon belgisch an. Da die historische Hefe nicht überliefert ist, hatte Camba hier gewissermaßen Spielraum - und genannt wird auch lediglich, dass es eine obergärige ist.

Sehr cremig, süß und weizenmalzig steigt das Camba BroyHahn ein und nimmt mit seiner malzig-süßen Opulenz direkt den gesamten Mundraum ein. Eine bestens integrierte Säure ist zu erahnen, ansonsten dominiert die weizenmalzige Süße und das weißweinartige Bouquet, welches der Nelson Sauvin erzeugt. Die Hefe sticht heraus mit nuancierten Noten nach Nelke und etwas Banane. Auch geschmacklich deute ich bei der Hefe eher einen belgischen als einen bayerischen Einfluss - trotz aller schon recht mastigen Süße ist der Trunk eher trocken. Kaum Bitterkeit gibt es für den Abgang, der bei moderater Säure und weiterhin hoher Restsüße dem Weißbier-Schema treu bleibt und in etwas Kernigkeit mündet.

Ich kann Camba schon verstehen - es gibt schließlich Überlieferungen eines säuerlichen, weinartigen Fehlaromas - und ich mag den Nelson Sauvon auch sehr (nicht ohne Grund war er meine Wahl beim letzten Single Hop Pale Ale), aber bei einem wirklich urigen Bierstil verleiht er dem Bier einen zu modernen Touch. Das wäre für mich aber noch kein größeres Problem. Problematischer empfinde ich auch hier die zu dominante Hefenote, die zwar für ein wunderbar cremiges und volles Mundgefühl sorgt, jedoch auch das Geschmackserlebnis massiv bestimmt. Es ist ein interessantes Bier, aber hier kommen in erster Linie Weißbier-Freunde auf ihre Kosten. Und sicherlich könnte man ihnen auch zuflüstern: So oder so ähnlich hat es mal angefangen. Trotz aller Kritik mag ich die spritzig-moderne Interpretation von Camba, lecker ist es und die Balance passt - es ist nur eben nicht ganz mein bevorzugter Bierstil. Und dankbar bin ich allemal, dass auch vergessene Bierstile wieder Beachtung finden und sich die Brauer zu den Wurzeln ihres Handwerks bekennen.

Bewertet am

73% Rezension zum Camba Bavaria Broyhan

Avatar von Bier-Klaus

Der Name des Bieres geht auf den Braumeister zurück. Cord Broyhan lernte in Hamburg das Brauen. Zurück in Hannover entwickelte er 1526 seinen eigenen Bier Stil. Der hatte soviel Erfolg, dass eine eigene Gilde der Broyhan Brauereien gegründet wurde. Symbol der Gilde war der Broyhan Taler. Weil das Broyhan Bier so erfolgreich war, enwickelten sich im Laufe der Jahrhunderte viele unterschiedliche "Biertypen" daraus. Der Broyhan der Camba kommt ohne Gewürze aus und wurde mit dem neuseeländischen Nelson Sauvin gehopft. Die Farbe ist hellgelb und hefetrüb mit wenig Schaum. Ich rieche Nelke und weißweinartige Aromen vom Nelson. Der Körper ist schlank und stark sprudelig. Ich schmecke eine leichte Säure vom Weizen, Banane von der Weißbierhefe und leichte Weißweinaromen vom Nelson. Nach dem Schlucken bleibt die Nelke bitter am Gaumen. Das ist ein gut trinkbares Weißbier und ich liebe die moderne Interpretation mit dem Nelson Hopfen aber ich glaube mit dem historischen Broyhan hat das gar nichts zu tun.

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