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Beer like star Salzscheuer Pilsener

  • Typ Untergärig, Pils
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 85% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#30140

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
85% Avatar von Hirsch

85% "Pils" geht auch anders!

Avatar von Hirsch

Es war einfach grandios, von Herrn Baader, dem Inhaber einer der kuriosesten Gasthausbrauereien des Südens, durch sein Reich geführt zu werden. Den Nachdruck von Gustav Stresemanns Doktorarbeit über die Berliner Flaschenbierfabrikation kann man da beispielsweise bewundern, und Aberdutzende weitere Bier- und sonstige Kuriosa, die der pensionierte Diplomingenieur aus aller Herren Länder nach Marbach am Neckar mitgebracht hat und seinen Gästen gerne zeigt. Mit eigenen Händen hat er in den 90er Jahren die marode Salzscheuer an der alten Stadtmauer renoviert, um sich dann als schon länger hobbybrauender Rentner den Traum von der eigenen Brauerei zu verwirklichen.
„Richtige“ Öffnungszeiten gibt es nicht, aber dafür eine richtige Kleinbrauerei mit Fassbierverkauf, und auch handabgefüllte Bügelflaschen. Über die Geschichte lokaler Kultur- und Wissenschaftspioniere gegenwärtiger und vergangener Jahrhunderte weiß Herr Baader ebenso gut Bescheid wie über die Geschichte des schönsten Getränks der Welt. Und ich muss zugeben, je länger er Interessantes und Kurioses erzählte, desto nervöser wurde ich. Müsste ich gleich höfliches Lob aussprechen über ein allgefälliges hefetrübes Helles, ein Allerwelts-Kleinbrauereibier jener Machart, die der gescheite Bierblogger Athanasius Katz andernorts so treffend als „Gasthausbrauereiplörre“ bezeichnet hat? Gottseidank nicht. Es kam ganz anders, als wir das Salzscheuer Bräu Pilsener verkostet haben:

Schaum: wattigweich, feinporig und herrlich stabil
Farbe: orangebernstein, hefetrüb
Geruch: Honigdüfte und eine hochinteressante blumige, krautige, karamellige Süße

Geschmack:
Der Antrunk setzt das vielversprechende Geruchserlebnis fort: Weiterhin ist die malzige Honigsüße da, dazu Karamell und Vanille. Spuren von Treberdüften breiten sich in Nase und Mundraum aus, und so etwas wie Cornflakes mit einem fruchtigen (Stachelbeere?) Einschlag. Damit es noch weniger stromlinienförmig wird, kommen da auch kohlige Aromen durch (gekochter Wirsing?), ebenso eine ganz leichte Buttrigkeit, die für mich (ebenso wie für den tschechischen Bierfreund) alles andere als einen Fehlton darstellt.
Körper: mittel
Rezenz: feinperlig, mit nicht übertriebenem CO²
Nachtrunk: Geradlinig bitter, lange anhaltend und die süßen Aromen schön einfangend.

Kommentar: Dass dieses Bier „Pilsener“ heißt, sagt schon sehr viel über die Einstellung des Brauers. Es hat nichts, aber auch gar nichts mit den deutschen Fernsehpilsenern zu tun. Viel mehr aber mit dem, was in Tschechien nicht Pils heißen will, sondern meist einfach „Helles Lagerbier“ genannt wird und mehr Charakter hat als alle deutschen Großmarktbiere zusammen. Kernige Malzaromen, ausdrucksstarke Hefedüfte und ein kräftiger Hopfen. Letzerer ist ein bisschen südwestdeutsch gezähmt, aber ansonsten ist alles da, was ein kerniges helles Lagerbier nach Pilsener Brauart braucht. Wunderbar!

Bewertet am

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