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Beer like star Ørbæk Umami Øl Med Trøffel

  • Typ
  • Alkohol 6.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier ja
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 75% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#29406

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
75% Avatar von Felix

75% Rezension zum Ørbæk Umami Øl Med Trøffel

Avatar von Felix

Tiefstes Gelb mit enormer Trübe und eierschalenweißer Schaumkrone. Selten hat man ein so dichtes Gelb vor sich, das blass, aber nicht dünn wirkt.

Der Geruch ist angenehm grünhopfig, grasig und fruchtig (Zitralität), angenehme Orangennote. Das insgesamt stilistisch leichte Bouquet macht einen tiefen Eindruck. Auch hier ist mehr Fülle und Dichte als man auf das erste Schnuppern meinen würde, wenn man diese Noten identifiziert, die eher bei leichten, schlanken Bieren auftauchen. Doch man darf sich auch nichts vormachen: Hier stehen 6,5%ABV vor mir - das hilft schon eine Menge. Der Alkohol kommt aber nicht durch.
Von spezifischem Umami-Geschmack der Trüffel kann ich nichts spüren, aber durchaus gibt das Bier einen schmackhaften, räumlich weiten Eindruck.

Im Mund erneut eine Ausweitung des Aromas. Eine sehr angenehme, üppige Süße, die nichts konkret zugeordnet werden kann, hebt die Fruchtigkeit und die Grasigkeit auf und trägt sie. Eine schöne Sanftheit strahlt dieses Bier aus. Es schmeckt ganz ungewöhnlich, aber unfassbar subtil. Man meint erst ein irgendwie typisches Lager vor sich zu haben, vielleicht sogar mit Tendenz zum Pilsener, doch dieser Geschmack ist zwischen den Aromen derartig besonders... Schwer zu erfassen, da die spezifischen Noten nicht ungewöhnlich erscheinen. Doch das Gesamtbild ist vollkommen verändert. So viel Tiefe...
Der Trüffelgeschmack selbst ist schwer zu isolieren, aber ich bin sicher, er schlägt sich sehr positiv nieder, nur reiht er sich gehorsam zwischen Hopfen und Hefe ein - und beide profitieren scheinbar enorm von ihm.

Der Körper ist angenehm weich, recht gute Rezenz, nicht zu aufdringlich. Der Alkohol ist schmeckbar, lässt sich aber nicht durch Schärfe erspüren. So trägt er lediglich zur Aromatik bei, wenn er auch mehr ist als nur Aromenträger.

Der Abgang ist hefig und süß. Die Hefe erstaunt, weil man selten das Gefühl hat, so deutlich eine untergärige Hefe zu spüren. Stilistisch erscheint dieser Abgang eher wie der eines Weißbieres oder Ales, doch geschmacklich tendiere ich sehr dazu, dieses für ein Lager zu halten.

Charakter: Das Umami ist ein richtiger Joker. Es gibt sich vollkommen gewöhnlich, ja geradezu übernormal und ist dabei in den Nebensätzen ganz ungewöhnlich.

Das Umami mit Trüffel ist ein merkwürdiges Bier. Aromatik zeichnet sich eine grasig, fruchtige Lagerlandschaft ab mit starker Hefe. Das irritiert enorm, weil untergärige Hefen nur selten derartig vordergründig sind. Das Bier macht ein wenig den Eindruck eines Ales. Dazu dann noch der starke Alkohol von 6,5%ABV, der wiederum eine stilistische Einordnung vollkommen verunmöglicht. Das hier ist kein Imperial Pilsener oder so etwas. Es ist ein untergäriges Spezialbier von ganz eigener Art. Die Trüffel wirken zuerst kaum erkennbar. Orange und Zucker mischen sich, Hefe und Grasigkeit, Hopfenherbe und etwas Säuerlichkeit, nichtsungewöhnlich, doch eine schöne Fülle erreicht das Bier mit Links. Im Duft ist unvoreingenommen nichts Besonderes zu erkennen. Auch im Geschmack kommen keine Trüffel vor. Doch nach einem kleinen Gläschen sind die Trüffel plötzlich ganz spürbar schon im Duft. Es wird deutlich, dass das Trüffelaroma ein so subtiles Aroma ist, dass man es einzeln kaum erkennen kann. Erst wenn man all die typsichen Biernoten zusammennimmt und sich vor diesem Hintergrund das Bier noch einmal genau ansieht, spürt man, was hier anders ist. Ja, da kommt eine vertiefende, süßlich-deftige Würze hinzu - ich denke an fette Austernpilze, an Aubergine und schweres Gemüse. Auch an Walnüsse o.ä. Wirklich erstaunlich wie fein und hintergründig dieses Trüffelaroma verbleibt, während das ganze Bier davon in enormer Weise profitiert. Hier gehört viel Geduld und Erfahrung dazu, das Besondere dieses Bieres herauszuschmecken.
Ja, was sage ich nun? Geschmacklich ist das ganze sehr rund. Es haut einen nicht um (wenn auch die Orange nach wie vor eine gewisse faszinierende Unwirklichkeit für mich besitzt). Aber die Beschäftigung damit macht derartig Spaß! Das Bier schmeckt zweifelsohne gut und hat keine Fehlnoten. Ein bisschen stark fällt der Alkoholgeschmack aus - vielleicht auch verstärkt von dem Trüffelaroma. Fast schon ist auch das eine Art spannende Besonderheit...
Ja, ich komme aus dem Spieltrieb nicht mehr heraus. Ein echt faszinierendes Bier, bei dem einfach alles anders ist als es scheint, das so subtil agiert und dabei doch deutlich mehr als bloß heiße Luft zurücklässt. Danke für diese Entdeckung.

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