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Beer like star Leifur Nordic Saison Nr. 32

  • Typ Saison
  • Alkohol 6.8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 60% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#30087

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
60% Avatar von Felix

60% Rezension zum Leifur Nordic Saison Nr. 32

Avatar von Felix

Helles Bier mit leichter Trübe. Ziemlich klar aber noch für ein Saison. Die Schaumbildung ist ausreichend.

Im Duft ist das Nordic Saison sehr zahm. Hinter der Hefe finden sich ein paar kräuterige, doch eher unbestimmbare Noten. Schlecht riecht es keinesfalls, nur prahlt es nicht gerade mit Intensität.

Der Einstieg ist zuerst nicht viel intensiver. Die Hefigkeit des Bieres dominiert und erinnert damit insgesamt erstaunlich stark an ein bayerisches Hefeweizen. Geschmacklich allerdings kommt schnell eine Bitterkeit hinzu, die weit eher dem Alkohol, aber auch den Kräutern, als dem Hopfen zuzuordnen ist. Der Alkohol entfaltet damit eine Art Eigengeschmack im Bier, welcher an sich eigentlich sehr gut schmeckt. Gemeinsam mit den Kräutern wird daraus etwas, das sehr an Underberg und ähnlich Magenbitter erinnert (d.h. an all jene Kräuterschnäpse, die keine zusätzlichen Süßungen erfahren haben und damit zu Likören geworden sind).

Der Körper ist recht rund. Eine unaufdringliche Kohlensäure waltet hier und verliert sich leider in zu gravierender Weise. Die ganze Konstruktion des Sudes sinkt in sich zusammen, sobald die Karbonisierung ausbleibt. Der Alkohol gibt eine sämige Textur bei. Das Bier funktioniert zwar, eilt aber einem schnellen Ende entgegen und es schließlich gefühltes Wasser-mit-Alkohol.

Im Nachtrunk kommen die wirklichen Details des Bieres erst zum Vorschein. Hier lassen sich nun sowohl das Heidekraut wie auch der Arktische Thymian erkennen. Das dadurch entstehende Aroma ist ziemlich bitter und erdig, wird durchzogen von Zitronenzeste und mündet so in eine merkwürdige Kombination von Underberg und Cola. Trotzdem verliert man zu keinem Augenblick das Bier selbst, welches sich als Saison gibt. Die Idee finde ich eigentlich toll, diese dunkle Erdigkeit erlebt man selten, erst recht bei eigentlich hellen Bieren, und sie trifft meinen Geschmack sehr. Nur finde ich sie hier nicht optimal umgesetzt, denn sie profitiert nicht von den Umständen der anderen Aspekte des Bieres, zwischen denen sie sich zu bewegen hat.

Das Leifur ist damit für mich ein zuerst unspektakuläres, späterhin jedoch auch besondereres Bier, welches meiner Ansicht nach den Saisonstil nicht vorbildlich interpretiert, aber zumindest von vorne bis hinten stimmt. Ich bin eher etwas enttäuscht, da ich finde, dass gerade dieser Bierstil eine enorme Möglichkeitenbreite verleiht, die, meiner Ansicht nach, nicht ausgelotet wurde. Vieles tut hier der Alkohol, welcher erst die Kräuter mit der Hefe zusammenbringt. Die Kohlensäure funktioniert gut, weil sie die Säure trägt, die nötig ist, damit das Bier nicht in erdiger Bitterkeit versinkt. Doch weder Hopfen noch Malze spielen hier eigentlich eine Rolle, beide werden in ihren Aufgaben vom Alkohol ersetzt, was zu einer gewissen Plattheit führt.
Saison ist eigentlich ein Freestyle-Stil in buntem Kostüm und zugleich ein Bierstil, der gerade darin so unvergleichlich ist, dass er Intensität mit Finesse verbindet. Den Willen zur Finesse kann ich durchweg erkennen, aber an der Intensität mangelt es, während zugleich der Grundstock von Hopfen und Malz zu kurz gekommen ist. Schade zwar bei näherem Hinschauen, aber dennoch zweifelsohne ein solides, gutes Bier.
Die ganzen Toppings sind also wundervoll und die Orientierung des Bieres ist interessant. Doch mir fehlt einfach ein bisschen die Basis, das Handwerk, die Stimmigkeit.

Bewertet am

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