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Beer like star Hartmannsdorfer Jubiläums Bock Hell

  • Typ Untergärig, Bock
  • Alkohol 6.8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 82% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#33965

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
82% Avatar von Schluckspecht

82% Süß-süffig-vollmundig mit knackiger Hopfigkeit

Avatar von Schluckspecht

Seit 1887 besitzt das Brauhaus Hartmannsdorf Braurecht und das traditionelle Hartmannsdorfer Bock blickt dabei bereits auf 120 Jahre Geschichte zurück. Das Design der Halbliter-Longneckflasche ist eher nicht mein Ding (Weiß, Gold, Metallic-Rosa - seltsame Farbe und unzeitgemäße Optik), aber es zählt ja in erster Linie der Inhalt. Genannt werden 6,8 % vol. Alkohol und ein süffig-vollmundiger Geschmack wird versprochen. Als Zutaten werden lediglich Brauwasser, Gerstenmalz und Hopfen genannt - die heilige Dreifaltigkeit. Die Hefe wurde von der Party nach getaner Arbeit ausgeschlossen.

Kupfergolden und blank wie ein Böhmisches präsentiert sich das sächsische Bock mitsamt einer voluminösen, gemischtporigen Schaumkrone und einer angeregten Karbonisierung überraschend eindrucksvoll im Glas. Der Duft verspricht viel Malz und ein komplexes Aroma. Neben einer leicht röstigen Brotigkeit sind dezente Karamell-, Nuss- und Vollmilch-Schokoladennoten ausfindig zu machen - abgerundet durch eine milde Säure. Süße und Würzigkeit finden hervorragend zusammen, während sich der Alkohol weitgehend zurückhält.

Recht spritzig und leicht metallisch meint es der malzbetonte, subtil gehopfte Antrunk, der ansonsten aber frei von Kritik bleibt und durch diesen dezenten Anflug von metallischen Noten nur marginal an Gefälligkeit einbüßt. Die Toffee-Süße erscheint schön ausbalanciert und findet Abrundung in grasigen Hopfennoten sowie nussigen, schokoladigen und biscuitartigen Malznoten. So langsam legt das Bockbier seine eher hinderliche Spritzigkeit ab und gewinnt dadurch ein cremig-malziges, vollmundiges Mundgefühl, welches ich bei einem Bockbier generell sehr zu schätzen weiß. Eher komplex meint es auch der Körper, wobei die Malzbetonung durch grasig-harzige Hopfennoten simpler Natur abgerundet werden. Der Hopfen schmeckt eher nach Hopfenextrakt, obwohl laut Angaben keiner verwendet wurde. Aber genau dieser recht knackige Hopfenimpuls wertet das weiche Bockbier meiner Meinung nach ungemein auf, da ein gewisser Kontrast zur dominierenden Süße geschaffen wird und dadurch das Trinkgeschehen an Interesse gewinnt. Im Abgang schmeckt es dadurch sogar leicht kernig. Der Hopfen zeigt sich zunehmend durch grasig-herbe Geschmacksnoten und erinnert final fast an ein Bier Pilsener Brauart. Und auch ganz zum Schluss kommt der Alkohol nur verhalten durch - man spürt und schmeckt ihn (wie sich das für ein Bockbier gehört), aber störend zeigt er sich nie. Der weiche, süße und ausgewogene Charakter sorgt nebenbei für eine schöne Süffigkeit. Süffig-vollmundig? Gewiss.

Mir wurde ebenfalls ein "ausgezeichnetes Malzaroma" versprochen und auch das trifft offenbar zu. Das Hartmannsdorfer Jubiläums Bock Hell ist ein knackiges, süß-süffiges Bockbier mit simpler, aber faszinierender Hopfen-Kopfnote und einer ausgefeilten Malzigkeit. Schlicht, aber echt gut. Die für ein Bockbier recht hohe Bitterkeit im Abgang gefällt mir ausgezeichnet. Man schmeckt die Herkunft und gewissermaßen auch die Nähe zu Böhmen (fränkische oder norddeutsche Bockbiere schmecken definitiv anders). Und für diese Region ist das Hartmannsdorfer Bock schlichtweg herausragend (vergleichbare Referenz ist zum Beispiel das Specht Bockbier). Von mir aus kann die aktuell 120 Jahre andauernde Tradition gerne noch weitaus länger währen.

Bewertet am

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