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Beer like star Green Flash Brewing Co. Hop Head Red

  • Typ Obergärig, Red IPA
  • Alkohol 7% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 79% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 2 Rezensionen

#19736

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 3 Bewertungen
82% Avatar von Felix
80% Avatar von MichaelF
76% Avatar von goldblumpen

80% Wenig komplex, umso harmonischer und geradlinig

Avatar von MichaelF

Das Green Flash Hop Head Red zeigt sich in einer eher dunkleren, rötlichen Farbe mit einer mittelporigen Schaumkrone und riecht einerseits floral – fruchtig, andererseits süßlich nach frischem Harz und Karamell. Verwendet wurden die Hopfensorten Columbus, Nugget und Amarillo. Der Hopfen drückt dem Hop Head Red klar seinen Stempel auf ohne die süßen Aromen zu kurz kommen zu lassen. Florale, fruchtige Aromen kommen auf, es schmeckt nach Citrus, Äpfeln und Birnen wobei diese ein wenig eine Brücke zu den süßen Karamellnoten schlagen, neben denen noch eine leicht nussige Note mitschwingt. Mit einer schönen Kombination aus Süße und floraler Bitterkeit verabschiedet sich der Abgang dieses Bieres. Die Bitterkeit ist deutlich zu spüren, eckt aber nirgendwo an und passt hervorragend ins Gesamtbild.
Alles in allem ist das Green Flash Hop Head Red ein lobenswertes Bier. Es vereint eine ordentliche Anzahl an Aromen, die in einem harmonischen Miteinander stehen. Der Körper ist ausbalanciert und die Bitterkeit passend. Die ganz große Komplexität fehlt dem Hop Head Red, dafür wartet es mit einer geradlinigen, schmackhaften Linie auf.

Bewertet am

82% Rezension zum Green Flash Brewing Co. Hop Head Red

Avatar von Felix

Green Flash aus San Diego zeigen hier ein rotes IPA mit starker Satzbildung, trockengehopft mit Amarillo.

Im Geruch ist es deutlich hopfig, ein typisches IPA des amerikanischen Westens. Spannend ist hier vor allem, dass der Hopfen in derartiger Präzision vorkommt, dass er schon etwas spitze Soyasaucennoten bekommt. Das Bier riecht ansonsten würzig und saftig, weniger nach süßen tropischen Früchten als vielmehr nach ordentlich Blutorange + Schale.

Im Mund ein ungewöhnlich cremiger Einstieg, mit süßen, etwas beerigen Malznoten. Diese Weichheit steht im krassen Kontrast zur pfeilartigen Bittere, die ganz direkt Zungenränder und oberen Gaumen mit Blutorangenschale belegt und sogar den oberen Zungenbereich betäubt.

Die Textur ist dementsprechend weich, das Bier entwickelt im Mund eine zunehmende Sahnigkeit, ist aber im selben Augenblick auch unheimlich prickelig, die Kohlensäure ist sehr mächtig. Beides behindert sich gegenseitig überhaupt nicht, was ich genial finde. Außerdem reibt auch der Hopfen mit kratziger Bittere an den Schleimhäuten und versucht sich quängelig Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Eine wunderschöne Rezenz mit fundamentalem, durchdachten Körper und keiner Spur von Alkohol.

Der Abgang ist dann ordentlich bitter, schafft aber - ganz genau wie das Bier es von Anfang an getan hat -, niemals überladen zu werden. Obwohl hier wirklich eine kräftige Hopfung auf einen zukommt, wahrt sich das Red IPA immer eine süße und fruchtige Basis, die leicht ist und von 7,0%ABV absolut nichts durchscheinen lässt. Ein eleganter, smoother Abgang, wie man ihn von San Diego-Hopfenkanonen eigentlich nicht unbedingt erwartet. Dennoch langanhaltend und fruchtig-herb mit starker Hopfenwürze.

Das ist grundsätzlich das Geniale an diesem Bier! Die Trockenhopfung mit Amarillo gibt ein starkes, bitter-pointiertes Aroma, das keineswegs den Mundraum füllt, sondern nur an verschiedenen Punkten an Gaumen und Zunge ansetzt und zuschlägt, stichartig. Das IPA ist schon in der Nase ungewöhnlich zart für diese Art Ale. Es zeigt viel Blutorange mit ordentlich Schale, dazu ein paar Beeren und etwas honigartiges Malz. Auch im Einstieg bewahrt es sich diese schlanke Süße und die eigentlich schon filigrane Bittere, die es von vorn bis hinten schafft, trotz ihrer Durchschlagskraft ständig so zu tun, als sei sie ganz zahm.
Einfach umwerfend erscheint mir das Zusammenspiel von prickelnder Kohlensäure, die konstant verbleibt und sprunghaft arbeitet, das ganze Bier süffig und leicht macht, und cremigem, volumenreichen Körper, der sich im Mund geradezu ausdehnt und immer mehr Raum veansprucht. Erstaunlich wie wunderbar sich Sahnigkeit und Spritzigkeit vertragen, wenn sie im richtigen Stil gemengt werden.
Schade finde ich, dass das Bier - obwohl ich die Aromatik, so zierlich sie ist, hübsch finde - ein bisschen flach wirkt, weil die Hopfung mehr suggeriert als da ist. Das reine Aroma signalisiert eine Granate, stattdessen ist das Bier aber viel leichter und süffiger, was zu Missverständnissen führen könnte. Auch die Malze, obwohl sie mitspielen, könnten gut und gern noch aktiver werden. Das Ale gerät ein bisschen zu leicht und die Cremigkeit darf keinesfalls mit aromatischer Dichte verwechselt werden. Sie bezieht sich lediglich auf das Mundgefühl.
Ich denke, ein Bier dieser Machart hat mir seit so einigen Wochen gefehlt. Schön, mal wieder eine kleine Granate im Glas zu haben, die einen wachrüttelt und aus dem Sumpf des deutschen Supermarkt-Einheitsbreis herausrüttelt, in dem fast jedes Bier akzeptabel und keines gut ist.
Das Hop Head Red ist eine gelungene Interpretation des IPA-Stils, kann aber - wie so manches andere IPA - leider auch nicht mit großer Dichte oder Komplexität punkten. Es ist total lecker und pointiert, exakt, genau, kultiviert und feinaromatisch, dabei aber in erster Linie süffig und bekömmlich schlicht, und für 7,0%ABV wirklich gefährlich leichtfüßig. Kein Bier zur Beschäftigung, aber eines für die lockeren Zeiten.

Bewertet am