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Beer like star Waldhaus HopfenStar

  • Typ Obergärig, IPA
  • Alkohol 7.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 73% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#34105

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
73% Avatar von Schluckspecht

73% Einmal quer durchs Gewürzregal

Avatar von Schluckspecht

Waldhaus entschied sich beim Selektionsbier 2018 für ein India Pale Ale - das kennt man, das liebt man. Und offenbar liebt man bei Waldhaus auch den Hopfen, denn gespart hat man damit wahrlich nicht. Insgesamt kommen nämlich neun (!) Sorten zum Einsatz und gleich zweimal wurde kaltgehopft. Viele Hopfen verderben den Sud? Ich hoffe nicht. Wenn ich es richtig deute, so wurden Hallertauer, Spalter und Tettnanger würde die Würze verwendet und im Anschluss Amarillo, Monroe, Ariana, Citra, Simcoe und Cascade für die Kalthopfung während der Reifung eingesetzt - und allesamt als Naturdoldenhopfen. Aus Gerstenmalz, Weizenmalz und Hefe wurden letztendlich ordentliche 7,5 % vol. Alkohol.

Vor mir steht ein erstaunlich klares Gelbgold mitsamt einer üppigen und recht standhaften weißen Schaumpracht. Der Duft ist eine Mischung aus Gewürzschrank, Obstschale und Honigtopf - filigran ist was anderes. Die Stärke des Bieres wird schon von der Nase entlarvt, die Obergärigkeit ebenso (man vermeint, ein paar estrige Noten zu entdecken). Nach welchen Früchten es genau riecht? Das ist nicht wirklich feststellbar - neun Hopfen sind eben doch zuviel. Von den klassischen deutschen Hopfen kommt eine erdige Würzigkeit, die sich etwas gekonnter in den Vordergrund drängelt als die Fruchtigkeit der kaltgehopften Hopfensorten. So gibt es eher Koriander als Citrus.

Spritzig und direkt schon würzig legt der HopfenStar mit dezenter Süße und zurückhaltender Fruchtigkeit los. Die Würzigkeit überrascht - Grüner Pfeffer, Koriander, Fenchel, Wacholder... so was in der Richtung, die Liste lässt sich beliebig erweitern. Darauf folgt eher verhalten eine recht trocken anmutende Fruchtigkeit mit unaufdringlichem, feinsäuerlichem Citrus-Charakter. An der Balance aus Würzigkeit und gesetzter Citrusfruchtigkeit kann man im süßlichen, süffigen Körper durchaus Gefallen finden. Ein typisches IPA wird jedoch keineswegs abgebildet, da sich neben den leicht estrigen Noten auch schlanke Pils-Noten wiederfinden lassen und das bisweilen mastige Mundgefühl nicht gut genug von einer opulenten Fruchtigkeit abgelenkt wird. Recht grasig und wiederum auffallend würzig endet der HopfenStar durchaus ansprechend, aber keineswegs überragend. Viel Bitterkeit gibt es final nicht, aber das war wohl auch nicht die Zielsetzung.

Biere, die aus der Reihe tanzen, sind immer ein wenig schwierig zu bewerten. Einerseits muss man sich an sie gewöhnen (und Liebe auf den ersten Schluck ist es doch eher selten), andererseits bringen sie ein wenig Abwechslung ins Spiel. Gewisse Abstriche muss ich hier gewiss machen: Der Alkohol dringt geschmacklich zu deutlich durch und das mastig-schlanke Mundgefühl findet die Mitte nicht. Ich würde ja an dieser Stelle auf das Weizenmalz verzichten und eine wirklich absolut neutrale, trocken anmutende Hefe einsetzen. Der Hopfen versteht sich eher auf klassisch-deutschem Wege mit grasig-erdigen Noten, die tropische Fruchtigkeit gerät deutlich zu kurz. So zeigt das IPA aus dem Südschwarzwald zwar interessante Ansätze, trägt sie aber nicht über die Ziellinie. Ein präzises Hopfenaroma stellt sich nicht ein und so bleibt man letztlich an der schwächelnden Malz-Hefe-Basis hängen. Das hohe Maß an Würzigkeit ist aber durchaus ein interessanter Punkt, der den Charakter des Bieres konsequent bestimmt. Damit sticht der HopfenStar von Waldhaus aus der Masse der üblichen IPA hervor.

Bewertet am

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