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Beer like star Weißenoher Klosterbier Eucharius Märzen

  • Typ Untergärig, Märzen
  • Alkohol 5.2% vol.
  • Stammwürze 13%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier nein
  • Hefetrüb
  • Dieses Bier ist nicht glutenfrei
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 76% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

Das Bier Weißenoher Klosterbier Eucharius Märzen wird hier als Produktbild gezeigt.
#625

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
83% Avatar von Hobbytester
70% Avatar von Felix

83% Pumpernickel und Sahne

Avatar von Hobbytester

Das Bier riecht komischerweise ganz zu Beginn recht scharf nach Kresse, dieser Eindruck verflüchtigt sich jedoch relativ schnell zugunsten einer Malznote, die man schon im Antrunk bemerkt. Der Abgang kommt dunklem Brot gleich, wie wäre es denn einmal mit Pumpernickel als Assoziation? Spürbar setzt zuletzt ein starker rauchiger Röstgeschmack ein, das ist zur Zeit genau mein Ding! Der Körper erzählt eine sehr individuelle Geschichte, das Eucharius Märzen erinnert mich ein wenig an das Menabrea 150°Anniversario Strong, ist aber gerade in Bezug auf den Abschluss noch vollendeter. Die Aromen lassen sich wie folgt beschreiben: Pumpernickel, Haselnüsse und Räuber-Kneißl-Malzigkeit, diese Mischung haut den Genießer solcher Noten schier um, und das von Anfang an. Dabei handelt es sich um ein ganz weiches, ja fast schon sahniges Mundgefühl. Rotbraune Farbe trifft auf lang anhaltenden Schaum. Das Bier ist sehr süffig. Die Bitterkeit setzt eigentlich zweimal ein: zu Beginn des Abgangs und noch einmal im Nachgeschmack mit Hilfe eines Aromas, das nach verbrannter Gerste schmeckt. Es ist genug Kohlensäure vorhanden.
Fazit: Das Weißenoher Eucharius Märzen ist eine sehr gelungene, völlig individuelle Meisterleistung altfränkischer Brauart. In diese Aromen muss man sich einfach verlieben!

Bewertet am

70% Rezension zum Weißenoher Klosterbier Eucharius Märzen

Avatar von Felix

Das Weißenoher Märzen hat eine rubinrote Farbe mit Bernsteinreflexen und bildet eine vorbildlich feincremige Blume aus.

Der Geruch zeigt typische Märzentöne mit angenehmer Balance zwischen Süße und Frische. Das Bier riecht karamellig-malzig, nach Trockenfrüchten, mit mittelherben Hopfennoten dazwischen, die eine ganz minimale Tendenz in Vegetabile besitzen (es erinnert in Ansätzen an ein Hanfbier). Eine blumiges Hallertaueraroma zeigt sich ebenso mit dem Duft von Maiglöckchen, wunderbar lockerer Zitronencréme und Rosenwasser. Das Märzen zeigt sich tiefsinnig und doch nicht schwer. Die Süße ist vordergründig, pflegt aber keine Tendenz ins Zuckrige. Der Hopfen hält angenehm mild dagegen, leichtes Heu untermalt das alles zarttrocken. Riecht man intensiver an dem Bier offenbart ich eine spannende, schon schwere Blumigkeit, wie von bereits welken (alkoholischen?) Blütenblättern auf nasser Erde.

Im Antrunk dann deutlicherer Hopfen und auch die untergärigen Heuaromen werden präsenter. Zugleich wird die Blumigkeit ausgebaut, die Süße dagegen geht zurück, es bleibt eine phenolische Seidigkeit, die schwer zu beschreiben ist, da sie keine alkoholische Schärfe mit sich bringt. Das Bier entwickelt sich mild in die hopfige Richtung, die Malze bieten weniger dunkle, als vielmehr helle und trocken-schärfliche Aromen aus. Trotzdem aber entfernt sich das Märzen nicht deutlich von seinem süßlichen Ausgangspunkt.

Der Körper überzeugt mit kompakter Fülle. Ohne Schwere, ohne Zucker, ohne Klebrigkeit kommt dieses Märzen aus und bringt doch eine ganze Fracht an süßen Aromen mit. Toll ist hierbei insbesondere die Rezenz, die eine ordentliche Süffigkeit garantiert, das Bier aber nicht wässrig macht. Relativ zart kribbelt es, massiert den Gaumen fein und ohne Penetranz. Trotzdem stellt sie sich nie in den Vordergrund. Schade finde ich, dass sie verhältnismäßig flüchtig erscheint.

Im Nachtrunk finden sich hauptsächlich Aromen von Flieder und Blumen, von Haselnuss, etwas weinig sogar und vor allem Hopfen. Das Bier wird halbtrocken und bildet eine nicht zu verachtende Bittere aus. Durch den süßen Gegensatz, der bislang vorherrschte, kommt die Bitterkeit nicht stark hervor, für ein Märzen hat es aber doch verhältnismäßig viel Hopfenbittere zu bieten, die gerade auch mit der Trockenheit doppelt nachschlägt. Der Abgang ist nicht sonderlich lang, was die Süffigkeit des Bieres noch stark erhöht. Ich finde ihn so aber auch eigentlich ganz schön gemacht, das Bier benötigt keinen höchstkomplexen Abgang mehr, der nur das einfache, aber harmonische Konstrukt gestört hätte.

Das Eucharius Märzen aus der Klosterbrauerei Weißenohe ist ein angenehm zu trinkendes Märzen ohne größere Fehler. Es vereint vor allem eine nicht überladene Malzigkeit mit merkbarer Hopfung und kann durch einen dramaturgisch abflauenden Trinkverlauf punkten, ganz gleichmäßig wird dieses Bier milder und einfacher im Aroma, bis es gänzlich am Gaumen versiegt und Lust auf den nächsten Schluck macht.
Das Eucharius bleibt seiner Linie treu und entwickelt sich nur bedingt im eigenen Rahmen. Eine größere Reichweite bräuchte es aber auch keinesfalls, da es ganz klar ein stärkender Klostertrunk sein möchte. Das macht es gut!
Schön ist insbesondere das reiche Aromaspektrum, das von den Malzen ausgeht, die Hopfung ergänzt dabei wunderbar. Auch die hohe, aber nicht charakterarme Süffigkeit macht das Bier locker und sympathisch. Es ist toll zum Essen und gar nicht unbedingt ein Bier für den Abend. Viel besser würde es wahrscheinlich am Nachmittag seine Zwecke erfüllen.
Schade finde ich etwas, dass es nicht ganz aus sich herauskommt. Sicherlich übersteigt es schon jetzt viele andere Märzenbiere an Komplexität und Einheit, doch wird mir die Hopfung noch nicht sicher genug in das Bier eingebunden. Die Heu- und Gemüsenoten überwiegen nach einiger Zeit und machen den Hopfen kantig, was die Bittere zu sehr herausstechen lässt. Das führt leider zu einer zu großen Divergenz zwischen Hopfen und Malz.
Ich lobe also die reiche, charakteristische, niemals überladene Malzigkeit, finde aber, am Hopfen ließe sich noch werkeln.
Ein schönes Märzen, dass man sicherlich mal trinken kann.
Mit seiner reichen Dichte an trockenen und süßlich-holzigen Noten ein Bier für den großen Hunger beim Mittagessen im frühen Herbst!

Bewertet am