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Beer like star Von Freude Sonnenøl

  • Typ Dry Hopped Saison
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 8°C
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 68% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 1 Rezension

#26546

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
89% Avatar von madscientist79
47% Avatar von Felix

47% Rezension zum Von Freude Sonnenøl

Avatar von Felix

Hübsches Etikett und vor allem ein bezaubernd poetischer Name, den ich für ganz besonders gelungen halte. Eine grandiose Idee mit diesen Worten und diesem Stil derartig zu spielen.

Im Glas bildet sich nur wenig Schaum, das Bier erscheint dennoch stark karbonisiert und wartet mit dichter orangener Farbe in Trübheit auf. Es sieht aus wie ein leicht verdünnter Orangensaft mit Fruchtfleisch. Enorme Dichte, fast schon befremdlich. Dann so viel Kohlensäure und kaum Schaumbildung. Das macht mich anhand meiner Erfahrung schon etwas skeptisch.

In der Nase präsentiert der Sud sehr mandarinige und zitral-süße Töne. Es entsteht ein limonadiger Charakter mit Kopfnote von süßen Clementinen. Etwas Malzkantigkeit schwelt darunter und verbirgt sich zwischen süß-alkoholischen Schlieren. Ein kleines Gemälde, das simpel, aber effektvoll eingerichtet ist.

Der Antrunk ist von schon enormer Hopfigkeit, prägt diese Noten aber aromatisch vor allem eher dunkel und würzig aus. Bitterkeit setzt sehr früh ein und drückt sich in pelziger Trockenheit aus. Leider wird diese kräftige Haptik auf der Zunge von dünnen Säureaspekten gestört, die einerseits deutliche Zitronennoten aufweisen, andererseits jedoch auch unverhofft an gärige Prozesse bei süßen Zitrusfrüchten denken lassen.

Der Körper des Bieres ist daher ein wenig leidtragend. Durchaus wird die Schwere der Hopfenbittere durch die Säuerlichkeit und die hohe Karbonisierung durchlöchert. Trotz Prickeln hält es kaum rezente Spannung im Mundraum. Es folgt ein gewisser Entzug der Konzentration, mit welcher das Saison vor allem im allerersten Eindruck punkten konnte. Das Bier hat ein hohes Gewichtpotenzial durch die ölige Gewalt des Hopfens, ist zugleich aber auch von eher dünner Kontur. Es zeichnet sich nicht definiert ab, sondern verwischt an seinen Rändern in Uneindeutigkeiten.

Der Abgang ist nur der logische Nachklang des pelzig-säuerlichen Antrunkes. Die intensive Hopfenbittere verbleibt aromatisch und präsentiert sich als nahezu identisch mit dem klassischen Jever Pilsener. Viel schiebende Herbe und drückende Hopfenöle. Die Bitterkeit ist stringent, trocken, grasig und hält kaum Fruchtaspekte bereit. Hierin liegt woh die Irritation mit der Clementinensüße und der Zitralität. Das passt nicht ganz ineinander.
Letztlich vergeht das Bier eher eindimensional am Gaumen, da es nicht mit neuen Ideen aufwarten kann, wenn es auch beileibe nicht fehlerhaft ist.

Charakter: Das Saison ist ein kleiner unverschämter Angeber. Es posiert und präsentiert sich. Dabei zeigt es eigentlich nur die offensichtlichsten Aspekte, während seine ganze, dahinter vielleicht noch schlummernde Tiefe, sein Charakter, seine Seele von ihm selbst unterdrückt wird. Vielleicht ist dahinter sogar noch etwas, doch die Oberflächlichkeit des Bieres bringt es um seine eigenen Qualitäten. Mit einer ehrlichen Einstellung und dem Mut, Fehler einzugestehen und zu zeigen wäre es nicht nur authentischer, sondern auch wesentlicher sympathischer.
Insgesamt biedert es sich dem Mainstream ordentlich an und vergisst darüber seine Wurzeln und zugleich sein eigenes Potenzial. Hier ist weder Innovation noch Ehrlichkeit. Nicht einmal ein bemerkenswertes Maß an Organisationsqualität.

Dieses Saison ist ein intensives, unbeherrschtes Bier. Es ist knallig, ordentlich bitter und zieht eine klare Linie. Damit erfüllt es die Standarts eines modernen hellen Craftbeer. Es ist handwerklich in Ordnung, daran will ich gar nicht rütteln, aber zu einer innovativen Neuheit genügt es bei weitem nicht. Leider muss auch betont werden, dass der Saison-Stil überhaupt nicht getroffen ist und selbst für ein amerikanisches Farmhouse viel zu wenig spielerische, bunte Akzente gesetzt wurden. Alles, was man von einem Saison erwartet wird hier ausgespart. Dem Bier fehlt es an weichem Zuckerbodensatz, es zeigt kein duftiges Farbenspiel in der Blume und ist charakterlich viel zu kantig geraten. Ein gutes Saison sollte nach klassischer Art über deutlich mehr Filigranität und Sensibilität verfügen. Interpretiert man den Stil modern und möchte ihm sogar einen amerikanisches Zug im Sinne der Farmhouse Ales verleihen, so ist dies natürlich vollkommen legitim. Aber dann sollte trotzdem der Stilcharakter in irgendeiner Weise rekonstruierbar sein oder zumindest sollte es eine klare Orientierung im Sud geben. Ich bin eigentlich für jede Gemeinheit zu haben, sofern sie charaktervoll und ausgereift präsentiert wird. Hier habe ich eher das Gefühl, der Sud will einfach nur irgendwie "crafty" sein und hat von Bier ansonsten eigentlich gar keine Ahnung. Es schmeckt einfach nur nach den bemitleidenswerten Bemühungen, anerkannt zu werden. Meinetwegen, in Sachen Modernität; das hat es erreicht. Aber das ist kein Qualitätszeichen. Mit Saison hat das meiner Ansicht nach wenig zu tun. Und die gewissen Schnitzer mit der ein bisschen überzüchteten Mandarinennote und der Zitronensäure dazwischen, auch das kann man verkraften, da es schlicht Geschmackssache bleibt, ob einem die Kombination zusagt.
Insgesamt kann ich dem Bier, auch wenn meine Bewertung recht hart anmuten sollte, nicht sagen, dass es nicht schmecken würde. Es ist durchaus ein netter Sud. Aber meine Kriterien für hervorhebenswerte Braukunst kann es leider nicht im Geringsten erfüllen, vielmehr langweilt es mich und erscheint unauthentisch. Ich kaufe ihm leider seine Performance nicht ab.

Bewertet am