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Beer like star Victory DirtWolf Double IPA

  • Typ Obergärig, Double IPA
  • Alkohol 8.7% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagen 2 Benutzer

Bewertet mit 95% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

#23297

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
100% Avatar von MichaelF
90% Avatar von Felix

100% Wolf und Schaf harmonieren miteinander

Avatar von MichaelF

Mit dem DirtWolf Double IPA steht ein Bier aus Pennsylvania auf dem Tisch, dass mit Citra, Chinook, Simcoe und Mosaic gehopft wurde und eine Hommage an die lange Geschichte des Hopfens, „a wolf among sheep“, darstellen sollen. Soweit ich diese Rückblende bis ins 11. Jahrhundert richtig verstanden habe. Heute befinde ich mich jedenfalls in der Monterey Bar in Berlin, über die ich per Zufall gestolpert bin.

Im Glas steht es in einer hellen, gelben Farbe und kontrastiert hervorragend mit seiner cremigen Schaumkrone. Vom Fass gezapft ergibt sich ein hopfenreiches, genau akzentuiertes, frisches Aroma, dem ich vor allem Grapefruit, Mango, Kräuter und süße Spuren nach Karamell attestierten möchte. Geschmacklich ergibt sich dieses Double IPA einer grandiosen Balance zwischen Intensität und Harmonie: sowohl süße, malzige als auch fruchtig, herbe Aromen haben ihren Platz. Damit wird ein volles, süßes wie auch bitteres Aroma erzeugt, dass in puncto des Wechselspiels zwischen Früchten und Süße alle Register zieht. Mit einem Mix aus Bitterkeit, Malzsüße und Citrus klingt das Double IPA aus.

Ich habe selten einen so vollkommenen Vertreter seiner Art getrunken. Gerade durch die Fülle an IPAs und DIPAs (auch) vor der Haustür habe ich für mich einen guten Vergleichsrahmen finden können, bei dem das DirtWolf am oberen Rand anstößt. Die Balance zwischen Ausgewogenheit und Aromenreichtum bzw. –tiefe gelingt bravourös, weswegen ich diesen Satz aus der Produktbeschreibung treffsicher finde: „A soul of a wild element in our dangerously satisfying DirtWolf Double IPA“.

Bewertet am

90% Rezension zum Victory DirtWolf Double IPA

Avatar von Felix

Relativ helles Senfgelb mit wunderbar ausgeprägter, cremiger Schaumkrone.

Der Geruch gibt eine grandios konzentrierte Fruchtigkeit ab. Die Aromen sind sehr klar und und rein. Frische und Saftigkeit strahlt dieses Bier aus, indem es vor allem Mango und Orangenschale präsentiert. Eine Süß-Säuerlichkeit wie von getrockneter Zitronenschale kommt hinzu. Im Hintergrund verhält sich eine klare Kräuterigkeit, die ich als Minze klassifizieren würde.

Der Geschmack ist wunderbar bewegt. Wogenartig flutet eine gar nicht erwartete Süße den Mundinnenraum. Malzige Noten mit leichter Getreidigkeit wie von hellen Böcken und einer auch unerwartet deutschen Hopfenbitterkeit erheben sich mächtig wie eine hohe Welle an der Küste. Die süß-herbe Aromatik des Bieres verhält sich wie eine Naturgewalt und ist dabei doch nicht übertrieben. Ihr wohnt etwas Organisches inne. Aromatisch zeigen sich Malz und Hopfen gleichermaßen, viel grasig und getreidig angelegte Bitterkeit, malzige Süße und blumig-fruchtige Noten erstehen auf.

Der Körper des Bieres ist umwerfend. Er hat eine überwältigende Dichte. Cremig füllt das Bier den Mund aus, weich und dicht agiert seine Textur. Die Bitterkeit ist glanzvoll in dieses Volumen eingebunden, die Süße sowieso. Auch die Kohlensäure ist grandios abgestimmt. Gut sprudelnd untermalt es die Fruchtigkeit, doch perlt es breiter und gewaltiger und kribbelt dabei überhaupt nicht übertrieben.

Der Abgang ist ausgewogen und sehr angenehm herb. Deutliche Bitterkeit ist vorhanden und doch herrschen die Aromen von getrockneter Zitrusschale, Minze und Malz weiter vor. Das Bier verliert nicht seine Aromatik an die Bitterkeit. Das Double IPA hat einen sehr langen Abgang, der aber äußerst balanciert ausklingt.

Dieses Bier lässt mich schwärmen, weil es wunderbar ausgewogen eine Unmenge an aromatischer Fruchtigkeit auf einen butterweichen Malzkörper lädt. Es ist ein Bier, dass eine helle Aromatik mit viel Inbrunst auszustrahlen weiß.
Selbst für ein Double IPA ist dieses Bier noch hervorhebenswert fruchtig und zitral. Im Duft werden Zitronenschale und Mango betont, eine immerwährende Malzigkeit gibt Getreide und Orange hinzu und eine nicht wegzudenkende Kräuterigkeit verleiht dem ganzen noch eine minzige Frische. Hell und sowohl süß wie auch herb kommt dieses Bier damit daher. Auch Anleihen von floralen Hopfennoten, wie man sie von bspw. Hallertauern kennt, ist meiner Ansicht nach spürbar. Ich bin begeistert ob dieser glasklaren Aromatik, die so unbezweifelbare, ja reinste Noten transportiert: Zitrusfruchtschale und Mango, Malz und Minze.
Ein besonderes Lob gilt dem Körper, der eine grandiose Dichte aufweist und dabei hervorragend mit Kohlensäure und Aromatik balanciert wurde. Textur und Konturen harmonieren perfekt.
Und auch der Abgang kann meine Gunst erlangen. Ich begrüße den Mut zur Weichheit und gemäßigten Ruhe, der in diesem Sud klar unter Beweis gestellt wurde. Trotzdem wurden hier keien Kompromisse eingegangen. Verglichen mit heutigen Maßstäben ist dieses Bier vielleicht kein Presslufthammer mehr, aber vor 7 Jahren hätte es vielleicht noch als solcher gelten können. Die Bittere des Sudes ist nicht ohne, trotzdem hält eine tolle Balance von Hopfen und Malz das ganze Konstrukt in einem verträumten Zustand, der kaum anders, als als "angenehm intensiv" zu beschreiben wäre.
Letztlich ist dieses Bier der Beweis dafür, dass hohe Intensität überhaupt nicht immer mit Übertriebenheit einhergehen muss, sondern auch die größte Menge an Bitterstoffen immer durch eine gelungene Malzigkeit ausgeglichen werden kann, sodass etwas sehr angenehmes herauskommt. Im Umkehrschluss bedeutet das natürlich auch, dass bei jedem überbitterten Bier nicht der Hopfen zu viel, sondern vielleicht eher das Malz zu wenig beachtet wurde.
Spannend ist auch der Hinweis auf die Victory-typische Käsigkeit/Knoblauch-/Zigarrenkistennote: Dieses Bier lässt davon nichts durch. Wenn man sich darauf konzentriert
In jedem Fall hat man es hier mit einem grandiosen Double IPA zu tun, das ich im Besonderen schätzen kann. Ich liebe seinen Körper, ich liebe auch seine helle, zitrale Aromatik, die punktgenau konzentriert ist, ich liebe diese umschmeichelnd herbe Süße von Malz und Hopfen. Und irgendwie empfinde ich bis zuletzt eine innere Ähnlichkeit zu deutschen Hellen Böcken.

Bewertet am