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Beer like star Thwaites Lancaster Bomber

  • Typ Bitter
  • Alkohol 4.4% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 83% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#23399

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
83% Avatar von Felix

83% Rezension zum Thwaites Lancaster Bomber

Avatar von Felix

Kupferrote Farbe mit typischer, gering ausfallender Blume.

Der Duft zeigt seifig-blumig-hopfige und getreidige Aspekte. Hätte ich das Bier mit verschlossenen Augen errochen, ich hätte sogar auf ein mit deutschem Aromahopfen gebrautes Pilsener geschätzt. In der Tat hat die klare Hopfung vor allem blumig-zitrale Aspekt und die Trockenheit weist eher auf Untergärigkeit, als auf ein Ale hin. Hier wird deutlich, wie rasch solche Noten durch kleinste Nebenaromen in eine vollkommen andere Richtung gelenkt werden können, und wie sehr auch die Farbe eine Rolle spielt.
Sie allein scheint hier den Hinweis zum englischen Raum zu geben.

Im Geschmack kommt eine erdige Würze hinzu, die nun doch den englischen Zug verleiht. Das Ale ist sehr filigran, frisch und von ästhetischer Herbe, die eine nicht zu unterschätzende Bitterkeit mit sich bringt. Trotzdem bleibt die blumige Seifigkeit des Hopfens, der an einen Tettnanger denken lässt, erhalten. Feine Frische wird also mit einer intensiven Bittere überein gebracht.

Der Körper ist ausgewogen. Das Bitter balanciert die Feingliedrigkeit und die Stärke gekonnt aus. Die Kohlensäure ist wunderbar vitalisierend und sticht in ihrer Position klar hervor. Das Bier ist damit ungemein genießbar und bettelt geradezu darum, rasch getrunken zu werden. Doch zugleich ist seine aromatische Qualität derartig impulsiv, dass man sich kaum traut, es einfach herunterzukippen. Das Los des guten Leichten.

Der Abgang ist betont herb. Hier werden die würzigen und die hellen Hopfenklänge miteinander verbunden. Eine starke Bitterkeit bleibt im langen Nachtrunk erhalten, doch ist nicht platt oder drückend. Etwas Brotigkeit lässt sich erschmecken. Interessanterweise lässt sich an der Verbindung der Bitternoten und am Speichelfluss eindeutig erkennen, dass hier auch eine gewisse Süße mit im Spiel ist, die aber selbst nicht zu erschmecken bleibt. Dies ist die Kunst ein herbes Bier auszubalancieren.
Vielleicht hätte man aber doch noch den Abgang ein My mehr entschärfen können. Auf Dauer kann dieses Ale durchaus den Magen fordern.

Das Lancaster Bomber ist somit ein wirklich empfehlenswertes Ale. Es kann kaum negative Kritik einstreichen und verteidigt das typische englische Bitter charaktervoll und traditionsbewusst.
Das Ale ist von hoher, brautechnischer Qualität, das lässt sich eindeutig sagen. Ich bin in ganz besonderer Weise begeistert von dem so schlüssigen Körper, der mit seiner sprudeligen Bewegtheit mit jedem Schluck aufs Neue zum Trinken einlädt. Man möchte das Bier gar nicht mehr absetzen. Lediglich die doch sehr kräftige Bittere erinnert einen regelmäßig an den Gehalt des Bieres. Nach einer halben Flasche fällt das Trinken damit zunehmend schwerer. Der ganze Hopfen liegt durchaus im Magen.
Ich empfinde bei diesem Bitter Charakterzüge deutscher Pilsener, sogar eine gewisse Untergärigkeit schien zeitweilig erkennbar zu sein. Vor allem im reinen Geruch kommt kaum Eindeutigkeit über die Hefen auf. Erst im Geschmack setzt sich die Obergärigkeit deutlich durch. Die Hopfen selbst zeigen sowohl die erdige Würze der englischen Pflanze, wie auch die zuweilen blumige, zuweilen seifige Frische süd- und mitteldeutscher Hopfensorten.
Der Abgang ist schlussendlich vollkommen mit der Bitterkeit des Hopfens ausgefüllt. Ein balancierter, doch auch fordernder Geschmack. Ich kann verstehen, wenn man diese Erfahrung als zu bitter klassifiziert.
Mein Urteil über das Lancaster Bomber ist also ein positives. Ich finde das Bier äußerst gelungen, halte es für einen sehr typischen, aber glanzvollen Vertreter seines Braustils und kann ihm eine Menge abgewinnen. Ein anspruchsvoller Sud, der gerade dadurch noch hochwertiger wird, dass er eben auch zum Durstlöscher taugt.

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