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Beer like star Tettnanger Coronator dunkel

  • Typ Untergärig, Dunkler Doppelbock
  • Alkohol 7.2% vol.
  • Stammwürze 18.7%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 85% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#7868

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
85% Avatar von Felix

85% Rezension zum Tettnanger Coronator dunkel

Avatar von Felix

Ein recht dunkelbrauner Bock mit erstaunlich bräunlicher Schaumkrone. Wunderschön sieht das Bier aus, eher wie ein Porter mit der schokoladigen Blume.

Der Geruch verrät viel süße Toffeenoten, butterscotchähnlich, braunen, karamellisierten Kandiszucker, eine dichte Malzigkeit mit klebrig anmutender Süße prägt hier das Aromaportrait, ist aber dennoch nicht erschlagend. Das Bier prägt einerseits dezente Röstnoten aus, andererseits verfügt es über einen Hauch von Zimt, vielleicht etwas Muskat und Walnuss. Es hat hintergründig eine gewisse, weihnachtliche Würzigkeit, die die Malze zwar unterstreichen, ihnen aber genauso die Schwere nehmen. Der Hopfen ist geruchlich noch gut festzustellen, prägt allerdings keine eigenen, identifizierbaren Aromen aus.
Schön ist schon jetzt, dass das Bier zwar eine klare Idee vorgibt, dennoch aber durch feine Subnoten wie Zimt und Hopfen Schwung und Spiel einbringt und sich damit punktgenau selbst abrundet.

Im Mund ist das Bier weich und süß mit unglaublich viel Butterscotch, Vanille, Toffee und einer karamelligen Kakaoigkeit darüber. Das Bier schmeckt nach Krokant im Schokomantel. Die Malze sind wirklich unheimlich gewaltig. Sie prägen ganz eindeutige Aromen aus, die sich von süß-klebrigen Toffeetönen bis hin zu trocken-kakaoiger Röstigkeit entwickeln. Die Röstigkeit ist hierbei ganz besonders schön gemacht. Nie hat man das Gefühl von Herbe, die Röstnoten umrahmen zart das vanillige Karamell und geben ihm einen Hauch von Bitterer.
Auch wird der Hopfen im Mund deutlicher hervorgehoben. Er hat hier schon einen säuerlich-grasigen Einschlag, bleibt aber hintergründig.
Ein wirklich schöner Antrunk mit viel Aroma und Fülle ohne überladen zu sein. Toll.

Der Körper tut dabei ein ganz besonderes Werk. Der Doppelbock zeigt trotz 7,2%ABV beinahe überhaupt keine Alkoholnoten. Lediglich die Textur wird seidig und dicht. Das Bier fühlt sich weich und milchig im Mund an und eine seichte Hopfenbittere durchstört das immer wieder, damit die Textur ja nicht zu einseitig wird. Wirklich schön, denn auch die Rezenz spielt dabei klasse mit. Der Bock behält konstant eine mittelleichte Kohlensäure, die nicht verebbt, aber auch nie dominant wird, sondern genau tut, was bei einem dunklen, malzschweren Bock getan werden muss. Ganz wunderbar!

Der Abgang zeigt hopfigere Töne mit leichter Bittere, die sich in die Reströstigkeit einschmiegt. Der Bock regt den Speichelfluss an, Alkohol verschwindet hier gänzlich, es bleibt süßes Karamell, Hopfen, Röstbittere und erneut ein Hauch von Zimt in einem harmonischen Miteinander. An dieser Stelle ist mir der Coronator fast schon ein wenig zu gediegen. Hier hätte ich mir eine schönere Kontrastwirkung mit mehr Hopfen oder deutlicherer Röstigkeit gewünscht. Beides kommt durch, bleibt aber verhalten zwischen den Toffee- und Vanillenoten. Dennoch handelt es sich dabei um einen runden Abgang, der seicht und mild ausklingt, so wie man es gern hat.

Der Coronator ist ein klebrig-süßer, schwermalziger Bock, der mit wunderbarer Zurückhaltung seine vielschichtige Süße demonstriert und trotzdem nicht gänzlich auf Herbe und Hopfen verzichtet.
Ganz besonders erstaunt und glücklich war ich darüber, dass er den Alkohol grandios verbirgt, klassische Bocknoten werden hier gering ausgeprägt, auch fuselig ist er in keiner Weise. Doch wärmt er angenehm, wie es alkoholische Weihnachtspralinen tun.
Ich bin beeindruckt, was dieses Bier angeht. Selten hatte ich einen Doppelbock im Glas, der bei so viel Süße einerseits den Alkohol überwindet und andererseits den Hopfen und sogar Röstaromen bewusst als Teilaromen plaziert, um die Süße anzureichern. Dadurch arbeitet er komplexer als viele andere Biere dieses Stils.
Letztlich überzeugt er aber auch weniger bei einer analytischen Sizierung, als vielmehr beim unbeschwerten Genuss. Dieser Bock ist einfach lecker, ohne dass groß darüber gerätsel werden müsse. Er entfaltet seine größte Wirkung, wenn er einfach mit Hingabe und Entspannung getrunken wird, was ihn zum idealen Starkbier für ein Hauptgericht macht, gerade in Verbindung mit Senf stelle ich ihn mir grandios vor. Durch die Dichte, die schon an ein Oatmeal Stout erinnert, die Hopfigkeit wie von einem Lager, durch die Süße eines Malzbiers und die Stärke eines Imperial Stouts wird hier eine ganz wunderbare Stimmigkeit erzeugt, die aber auch bei näherem Hinsehen nicht langweilig ist, allerdings auch nie zu einem komplexen Konstrukt wird, sondern stets die Stimmigkeit in den Vordergrund stellt.
Sicherlich, hier und da ist das Bier noch verbesserungsfähig (welches Bier ist es nicht?), ich stelle mir eine Fassreifung angebracht vor, größere Kontraste mit diversen Hopfen hätten hier auch eine tolle Wirkung entfaltet; Doch letztlich ist es überzeugend, so rein wie es ist. Es schmeckt wunderbar mit seiner Harmonie und den unterschiedlichen Ergänzungsnoten, die nie den Schwerpunkt der Malzsüße übertünchen.
Schlichtweg eine absolut runde Sache, an der ich wenig zu meckern habe!

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