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Beer like star Spitalbrauerei Regensburg Strong Ale

  • Typ Obergärig, Strong Ale
  • Alkohol 9.9% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 70% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 1 Rezension

#22144

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Bewertungsdetails
Basierend auf 3 Bewertungen
83% Avatar von HansJ.
73% Avatar von Felix
54% Avatar von Ernesto

73% Rezension zum Spitalbrauerei Regensburg Strong Ale

Avatar von Felix

Fast undurchdringliches, matttrübes Dunkel mit Ideen von Weinrot. Eher kleinere Schaumbildung.

Der Duft gibt malzige, wie auch fruchtig-hopfige Töne ab, etwas holzig, vielleicht sogar aschig. Vorwiegend mengen sich Rosine, Schokolade, Mandarine und eine Hefe, die eher auf ein belgisches Quadrupel hinweist (zarte Beerenfruchtsäure und Kaugumminoten). Etwas merkwürdig sind kräuterig-erdige Zwischentöne, die einen moosigen oder muffigen Charakter haben, sich eigentlich jedoch als würzig und deftig erweisen (ich denke hierbei vorwiegend an Soya-Sauce oder Bratensaucen).
Interessanter Duft, der im ersten Augenblick noch befremdlich schien, sich schließlich aber doch ganz gut einfindet.

Der Antrunk gibt eine tiefschokoladige Aromatik ab, die sich rund um Trinkschokolade bewegt. Rosine und Mandarine vermählen sich, pflaumige Töne kommen mit, bleiben aber in all ihrer Fruchtigkeit stets nur Begleiterscheinungen. Das Bier besitzt eine dominante Fruchtsüße, die mir eher mit der Hefe als mit den Malzen zusammenzuhängen scheint, wobei auch die Malzkomposition an amerikanische Scotch-Ale-Interpretationen heranreicht.

Der Körper des Strong Ale ist wirklich bemerkenswert, wenn ich auch noch nicht weiß, ob im positiven oder negativen Sinne. Das Ale divergiert in Körper und Mundgefühl teilweise. Während die grundsätzliche Struktur des Bieres eher fluffig und hefig-bauschig angelegt ist, zeigt die Textur de facto eine sahnige Schokoladigkeit, wie sie kaum schwerer ausfallen könnte. Das Bier schleift sich geradezu behebig über den Gaumen und sickert den Hals hinab wie Motoröl. Der Alkohol ist natürlich spürbar, aber nicht beherrschend.
Bei diesem Sud ist sehr einfach zwischen grundsätzlichem Körper und gefühlter Textur zu unterscheiden, Kern und Hülle lassen sich trennen.

Der Abgang des Bieres ist von keiner allzu langen Dauer, dafür aber konzentriert und farbig. Erstmalig wird der Alkohol eindeutig, es mengen sich erneut die süßen Schokoladenideen mit fruchtigen Tönen (von Hopfen im Speziellen mag ich trotzdem kaum sprechen). Auch hier ein Gemisch aus dunklerer Frucht und hell-süßer Zitralität. Die Hefe webt emsig im Hintergrund.

Das Strong Ale aus Regensburg - das muss ich ehrlich gestehen - hat mich sehr überrascht.
Wenn auch sofort abzusehen ist, dass hier keine langjährige Künstlererfahrung hinter steht, kann dieses Ale dennoch überzeugen.
Für meine Begriffe findet sich vor allem eine feine Komposition aus diversen Hopfen- und Hefenoten, die um eine dicke Schokoladigkeit herum aufgestellt wird. Das Bier ist ehrlich schwer, wirklich ein sahniger Koloss von Sud, der eine unheimlich dichte Textur entstehen lässt. Das Bier schleppt sich träge und füllig über die Zunge, ist regelrecht verlangsamt durch sein Gewicht. Aromatisch entsteht eine Rum-Traube-Nuss-Schokolade mit pflaumigen und mandarinigen Aspekten und einer äußerst hefelastigen Basis. Noten von Kaugummi, trocken-alkoholischem Süßwein und Säure kommen deutlich hinzu.
Der Sud mutet ohnehin wie ein belgisches Ale an, hat durchaus stilistische Überschneidungen mit bekannteren Quadrupel- oder Tripel-Vertretern (an das Rochefort Trappistes 10 musste ich unter anderem denken, wobei es an speziell diesen Vertreter nicht heranzureichen vermag).
Leider muss ich auch hier penible Kritik üben: Die Mandarinen-Note ist störend in dieser malzigen Konstellation. Sie erscheint mir muffig, unausgewogen in der Säure und irgendwie alt. Es ist exakt das gleiche Problem, das ich auch bei dem Regensburger Pale Ale empfunden habe. Hier allerdings wird der Fehler weit besser in Schach gehalten, wenn auch nicht aus der Welt geschafft. Ich gehe daher davon aus, dass auch hier Mandarina Bavaria verwendet worden ist - und leider ähnlich wenig überzeugend.
Die Brauerei selbst spricht von Sherrynoten, die ich durchaus nachvollziehen kann. Dadurch wird die Mandarine legitimiert. Denkt man sie sich mit der starken Trockenheit als ein kongruentes Aroma, so kann ich damit zufrieden sein. Glück gehabt.
Der Alkohol des Bieres ist nicht so penetrant, wie er sein könnte, und dennoch kein Zuckerschlecken. Ein etwas zu scharfer Geist durchzieht diesen Sud.
Ich will also zu einem Schluss für dieses Strong Ale kommen: Das Bier ist um Meilen überzeugender als das Pale Ale, welches schlichtweg grauenhaft gebraut war. Dieses hier kann durchaus als gutes Bier gelten, es liegt aber nahe, dass auch hierbei so manche Note ein Zufallstreffer war, denn das Mandarinenaroma verrät die Abstammung gut. Abzüge gibt es klar wegen unausgewogener Säure und disharmonierender Aromatik an diversen Stellen, sowie streckenweise ungeschicktem Alkohol. Eine lückenhafte Konstruktion also.
Unterm Strich bleibt dieses Bier aber ein angenehmer Sud, der mit einer farbenreichen Textur und wirklich auch nicht zu verachtender Aromakonstellation zu punkten versteht.
Ein Bier, das mir ganz gut gefällt, das aber durchaus auch eher als ein Prototyp gelten darf.

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