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Beer like star SoD Scandinavian-Style Porter

  • Typ Obergärig, Porter
  • Alkohol 7.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 81% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

#11627

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
87% Avatar von Felix
75% Avatar von dreizack

75% Baltic Porter oder Imperial Stout?

Avatar von dreizack

Für das SoD kommen Rauchmalz sowie die Hopfensorten Columbus, Palisade und Saaz zum Einsatz.

Zunächst überrascht, dass dieses Baltic Porter nicht vollkommen schwarz, sondern "nur" dunkelbraun daherkommt. Die Schaumkrone ist bräunlich, hat ein mittleres Volumen und verflüchtigt sich recht schnell. Der Bezug zu Kaffee ist damit aber eindeutig schon mal hergestellt.

Im Geruch lässt das Bier keinen Zweifel an seiner Malzlastigkeit, es riecht röstig, herb-würzig und sogar ein wenig hopfig. Schokoladennuancen sind vertreten, ebenso Nüsse, Mokka und relativ viel Rauch. Letzterer sogar recht ausgeprägt.

Das Mundgefühl ist zunächst sahnig und weich, jedoch unterlegt mit einer herben Säure. Nussige Würze bricht sich bahn, Kräuteraromen kommen hinzu. Dann Bitterschokolade sowie starker Espresso. Der Körper ist schwer wie Blei und ölig wie selten erlebt. Das alles wirkt überwiegend stimmig und dennoch hatte ich das Gefühl, dass trotz der geschmacklichen Vielfalt irgendetwas fehlt. Vielleicht wäre hier weniger sogar mehr gewesen.

Im Abgang kommen die 50 IBU zum Vorschein und lassen eine ordentliche Portion Bitterkeit durch, die den Ausklang ziemlich lange hinzieht.

Insgesamt ein schönes Porter, evtl. eine Spur zu bitter und zu herb-würzig. Ein wenig "over the top". Auch wenn es stilistisch ein Baltic Porter ist, so scheint mir dieses Bier doch eher ein verhindertes Imperial Stout zu sein. Komplex und interessant ist es in jedem Fall; jedoch fehlt mir am Ende eine gewisse Balance.

Bewertet am

87% Rezension zum SoD Scandinavian-Style Porter

Avatar von Felix

Das Scandinavian-Style Porter von Christian Andersen ist natürlich kohlrabenschwarz, die Schaumkrone ist bräunlich, aber recht hell und strahlt deswegen etwas Sandartiges aus, sie besitzt sogar so eine Art Gelbstich, was mir sehr gut gefällt, und was den Bezug zum Kaffee vergrößert.

Im Geruch wird sofort eine unheimliche Intensität klar. Das Bier riecht ziemlich malzig, wird dabei aber erstaunlicherweise keineswegs zu süß. Es riecht einerseits weich und röstig (aber überhaupt nicht bitter), andererseits auch hopfig und herb-würzig, wird dabei aber auch nicht grünknospig. Es riecht in erster Linie nach Nougat, also nach nussig-schokoladiger Buttercreme. Außerdem birgt es Noten von viel Rauch, Haselnuss, Walnuss, gerösteten Mandeln, ganz definierter Bitterschokolade (70-85% Kakaoanteil), sowie angenehm mildem Mokka. Die Nussigkeit bringt die Würze ganz besonders gut heraus und bewirkt eine unheimliche Authentizität der Schokoladennoten. Der Rauch ist von besonderer Art, er ist leicht deftig und sehr trocken (keinesfalls wurstig) ich fühle mich an den Kohlerauch erinnert, wie er beim Grillen aufsteigt. Die Säure ist spannend, sie hat etwas Salziges und bringt so eine gewisse Fischigkeit mit sich wie von einem Oyster Stout (ich fühle mich an den Stil des Anchor Porter erinnert) und sofort stelle ich mir dieses Bier bei herbstlichem Sonnenuntergang in einem Restaurant am Strand vor, ein grandios passendes Bild, das mir dieses Bier sofort intim macht. Es ist toll, wie cremig und weich das Bier wirkt und wie sehr die eher leichte Nussaromatik doch noch Frische und Würze wahrt. Die Zweiseitigkeit dieses Porterbieres macht es so spannend, man weiß nicht genau, was man nun erwarten soll; viel Kohlensäure und leichte Frische? oder doch eher milchige Sahnigkeit mit klebriger Süße? Ich weiß es nicht genau, ich lasse es auf mich zukommen.

Im Mund zeichnet sich dann sofort eine sahnige Weichheit ab, unterlegt mit herber Säure, die aber nur ganz minimal zum Vorschein kommt und die Süße abrundet. Das Bier behält seine nussige Würze bei, die Kaffeearomen umschmeicheln die wirklich sehr natürliche und präsente Schokolade. Trotz alledem ist bereits hier eine hopfige Note zu erkennen, die dem Bier Gewicht und Leichtigkeit zugleich vermittelt. Im Mund wird es dann auch noch leicht kräuterig mit Aromen verschiedenster Bergkräuter, hier schmecke ich sofort Salbei und Thymian, ganz fein arbeitet die Würze, bringt auch noch etwas Gewürz mit, sind das Nelken oder ist es Basilikum? Ein wenig fühle ich mich auch an Hanf erinnert. Durch die Kräuterigkeit und die leicht herb-scharfe Gewürznote bekommt das bis dahin doch eher cremig-karamellige Porter eine Idee von Likör, und doch kommt der Alkohol mit seinen 7,5%ABV überhaupt nicht hervor. Spannend ist dabei vor allem, dass die Aromatik die Stärke des Bieres verrät, nicht aber der Alkohol selbst. Lediglich die Süße ist mir etwas zu klebrig geworden.

Der Körper ist schwer ölig, hat etwas klebrig-sirupiges, wird damit aber nicht zu schwerfällig, er bewahrt sich eine erstaunliche Frische, die Gewürz - und Hopfennoten lassen das Gefühl von einer schlanken Textur aufkommen, die leichte Säure untermalt diese Idee, sodass man sich beim Trinken nie ganz sicher ist, wie gehaltvoll das Bier nun ist. Diese Uneindeutigkeit empfand ich zuerst leider als nicht ganz angemessen. Ich hätte mir hier wegen der so buttrigen Aromen doch einen noch volleren Körper sehr gewünscht, die Säure hätte in den Hintergrund geschoben werden können, sie macht die Kaffeenote ein wenig zu stark und nimmt dem Mundgefühl die Fülle. Genau wegen solcher Irrtümer aber, trinke ich ein Bier mit vollster Konzentration aus, bevor ich die Rezension beende. Gegen Ende habe ich nämlich erst die wunderbar rauchige Salzigkeit bemerkt, die die Frische, die Leichtigkeit in diesem Bier so absolut zu rechtfertigen weiß.

Im Abgang wandeln sich die Aromen nun ein wenig, die Schokolade weicht mehr und mehr der röstigen Kaffeenote, die aber immerwährend neben ihrer Säure noch eine ganz umschmeichelnde Mandel/Marzipannote mitbringt. Außerdem macht nun der Hopfen erst richtig auf. Im Mund noch recht verhalten und hintergründig, öffnet er sich nun völlig, lässt enorm viel Bitterkeit durch, die mit der Säure zusammen einen langen, intensiven Abgang herbeizaubert, schmeckt aber genauso auch etwas süßlich und nicht zu stechend. Spannend ist hier vor wieder die Hanfnote, die die Hopfenbittere mit einem Hauch grün-pflanzlicher Wurzeligkeit (?) umrahmt. Und trotzdem wahrt sich das Porter die seine weiche Süße, trotz alledem kommen Karamallsüße und Nussaroma gut mit und werden niemals überschattet.

Das Scancinavian-Style Porter ist somit für mich ein wirklich tolles Porter, das nur durch Kleinigkeiten noch nicht zur Perfektion gekommen ist. Wieder mal ein Bier, das erst beim letzten Rest seine ganze Genialität offenbart. Bis zur Mitte war ich sehr angetan, aber nicht begeistert, und als sich mir endlich die salzig-frische, rauchige, meerartige Aromatik erschloss, da war es schon fast vorüber mit dem Bier. Ein toll zweiseitiger Körper, der süße Fülle mit frischer Süffigkeit verbindet, und durch die Farben und die Bilder, die mir dieses Porter im Ganzen suggeriert und vielleicht auch durch meine Erinnerung an die Braukunst 2013, wo ich dieses Bier von Christian persönlich eingeschenkt bekommen hab, fühle ich mich persönlich angesprochen.
Besonders schön finde ich auch die Einbindung des Alkohols, der erstaunlich gut seine Rolle als Aromaträger erfüllt, sowie die Gleichwertigkeit von süßen Malzaromen und herb-würziger Hopfenaromatik. Beide Bestandteile zeigen sich von unterschiedlichen Seiten, präsentieren sich regelrecht mit all ihren Facetten und stechen sich trotzdem nicht aus. Die Schokolade finde ich wirklich wunderbar, sie ist einmalig verbunden mit dieser vielseitigen Nussigkeit und wirkt natürlich mit milchiger und trotzdem äußerst herb-bitterer Note. Das Hinzukommen von diacetylartiger Sahnigkeit ist in diesem Fall wirklich toll gelungen (ein Musterbeispiel dafür, dass umstrittene Noten in der richtigen Einbettung einfach genial werden können!), sodass diese markante Nougatnote entsteht. Und trotzdem spielt immer die Idee von Kaffee mit, der nie zu schwer oder zu sauer wird und doch mit all seinen Gesichtern ganz eindeutig bleibt. Und dann noch zusätzlich die Hopfung, die mir ganz besonders gut gefällt. Ordentlich bitter, herb-würzig, gegensätzlich und doch ergänzend.
Ein wirklich schönes Porter, bei dem ich mich letztlich nur frage: Was ist daran skandinavisch? Mich erinnert es an den Russian Stout-Stil, der hier historisch vielleicht reinwirken könnte? Ist es die so markante Diacetylnote, die ich nun neben Beer Here auch bei Midtfyns ja fast immer ausmachen konnte? Oder liege ich mit meiner Idee von den Dünen der Ost- oder Nordsee doch so richtig?
Ein gut gemachtes Porter, trifft meinen Geschmack sehr!

Bewertet am