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Beer like star Schoppe Bräu Woody Woodpecker Ale

  • Typ
  • Alkohol 10% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 76% von 100% basierend auf 4 Bewertungen und 3 Rezensionen

#13271

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Bewertungsdetails
Basierend auf 4 Bewertungen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung von Florian
89% Avatar von Martin
74% Avatar von Tobieras
71% Avatar von Florian
69% Avatar von Felix

74% Rezension zum Schoppe Bräu Woody Woodpecker Ale

Avatar von Tobieras

Thorsten Schoppe gehört sicher zu den ambitioniertesten Kleinbrauern der deutschen Bierszene, ist er doch für den ein oder andere Meilenstein in unserem biertechnisch langsam in die Gänge kommenden Land verantwortlich und hat “Craftbier” in Deutschland quasi miterfunden.
Zugegebenermaßen habe ich mich schwer getan, mit diesem “Avantgarde-Bier”, welches nur in Microauflage verfügbar war, sich in einem Whiskyfass herumgetrieben hat und satte 10 Volumenprozent mit sich herumschleppt.
Sofort nach dem Öffnen strömen schon hochkomplexe Aromen von Obstkompott, Banane, Marzipan-Praline, Weinbrandbohne und torfig, leicht holzigem Whisky in Richtung Nase. Es liegt dickflüssig, dunkel-trüb und voller kleiner Partikel im Glas und die an Likör und Kandis erinnernde, schwere, süßliche Nase vollgepackt mit dem oben erwähnten Allerlei, erzeugen in mir schon eine Art, naja, nennen wir es mal... Respekt.
Nach dem relativ spritzigen Antrunk folgt dann das, was ich erwartet hatte. Ein süßlicher, fast schon etwas klebriger Mittelteil und ein Malzbett das es nicht ganz schafft, seine phenolischen Alkoholnoten zu verbergen. Das macht das Bier in diesem Trinkabschnitt schon etwas zäh.
Auf dem Weg zum Abgang wird es dann aber nochmal interessant, denn da macht sich das außerordentlich komplexe Gesamtkonzept mit all seinen vielfältigen Aromen insbesondere dem Whiskyfass bemerkbar. Begleitet durch den sehr bestimmenden Alkohol sorgt ein nur knapp bemessender Abgang für eine nicht unangenehme Ausgeglichenheit zum Rest.
Ein anstrengendes Bier, das nicht perfekt ist, aber viel Potenzial in Richtung Spitzenbier mitbringt, wenn man gewisse “Kinderkrankheiten” wie den zu dominanten Alkoholgeschmack und die sehr aufdringliche Süße ausgebügeln würde. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich generell kein Freund von schweren und süßen Bieren, wie vielen Trapisten oder Tripeln bin. Wer also auf relativ süße, aber komplexe Biere steht, für den könnte das Gebräu durchaus besser geeignet sein.

Bewertet am

89% Rezension zum Schoppe Bräu Woody Woodpecker Ale

Avatar von Martin

Das Woody Woodpecker Ale ist ein wirklich tolles Bier, welches unbedingt einen Versuch wert ist.

Es hat eine sehr dunkle, orange Farbe, welche etwas an Lakritz erinnert. Eine extreme Aromenvielfalt breitet sich aus, aber nur kurz, danach überwiegt eindeutig der Whiskeyton.

Ich war leider bei der Verkostung etwas verkühlt, dadurch kann ich über die Aromen nicht sehr ausführlich beschreiben, allerdings meine beiden Mittester waren von dem Bier insgesamt nur wenig begeistert, da sie meinten man schmecke nur den Whiskey-Holzfasston, ihnen zufolge wurden fast alle Aromen dadurch überdeckt.

Bewertet am

69% Rezension zum Schoppe Bräu Woody Woodpecker Ale

Avatar von Felix

Das Woody Woodpecker Ale von Thorsten Schoppe ist derzeit noch stark limitiert. Spannend ist dieses Bier insbesondere, weil es in einem Whiskyfass nachreifen durfte, von dem nicht bekannt ist, aus welcher Brennerei es stammt. Sicher ist nur; Es ist ein schottisches Fass. Diese Zufälligkeit der Fasswahl und die Tatsache, dass nichts darüber bekannt ist, machen dieses Ale derartig einzigartig, dass es wahrscheinlich in dieser Form nicht noch einmal erscheinen kann. Fässer nutzen sich ja bekanntlich auch ab, wenn man sie nicht gerade einer Verjüngung unterzieht.

Schon beim Blick durch die Flaschenwand werden dichte Schlieren und Partikelchen ersichtlich, die vermutlich nur bedingt von der Hefe kommen. Wahrscheinlicher ist, dass sie aus der Fasswand ins Bier gelangt sind.
Im Glas dann zeigt sich ein trüb-orangenes Ale mit feincremiger Schaumkrone.

Der Geruch offenbart eine likörartige alkoholische Süße. Ein reiches Bouquet an Aromen wird freigesetzt, das schon von Weitem den Raum füllt. In der Tat ist da merklich Whisky zu erkennen, gemeinsam aber mit dem Alkohol riecht es wie eine Champagnercrémepraline mit Orangenlikör, dazu eine Bananen-Hafer-Colada sowie waldbeerige, leicht gärige Bocknoten, weit dahinter brauner Kandiszucker, Eiche, Phenol, Hefe und Honig.
Der Geruch ist tiefsüß und alkoholisch, aber wunderbar samtig, dass überhaupt keine Schärfe entsteht. Ganz im Gegenteil mutet das Ale erstaunlich lieblich an. Selten habe ich Biere vor mir, die aus dem Glas so viel Aroma und Süße in alle Richtungen verströmen, geht man aber dichter ran, so werden die Noten ganz zart und zurückhaltend.
Dieses Bier ist mir sofort sympathisch.

Der Geschmack ist dem Geruch schon ähnlich, leider schraubt das Bier auch etwas zurück. Es entsteht eine unerwartete Kreuzbewegung, denn während die Süße zurückgeht, macht der Alkohol mehr und mehr auf und dominiert eigentlich das gesamte Bier (was auch hier noch nicht schlecht ist!). Das Ale wird im Geschmack erstaunlich leicht, kann leider die Aromafülle nicht ganz transportieren. Es bleiben die Noten von gegärter Waldbeere, Eiche und Champagnercréme, die weichen und dichten Noten aber vergehen relativ stark. Das führt dazu, dass dem Ale irgendwie etwas fehlt bzw. die Erwartungen des Geruches nicht erfüllt werden.
Toll ist, dass Whisky und Holzfass auch hier erkennbar bleiben und im Bier entsprechend dominant sind. Der Alkohol trägt nicht mehr nur Aroma, er bäumt sich geradezu auf, bewahrt sich allerdings seinen sensiblen, fruchtigen Charakter, den ich ganz hervorhebenswert und einmalig finde.

Der Körper ist leider etwas zu leicht geworden. Er kann mit dem Alkohol nicht mehr mithalten, der auch von einer starken Hefigkeit getragen wird. Das macht das Bier insgesamt recht schlank, wäre aromatisch auch grundsätzlich gar nicht schlecht, leider aber ist das Verhältnis von Hefe zu Alkohol dann nicht mehr ganz perfekt, sodass ich mich ein wenig an die Trappisten erinnert fühle.
Die Rezenz dagegen finde ich schön abgeschmeckt. Eine anfängliche, milde Prickeligkeit unterstützt die beerigen und alkoholischen Noten, verebbt dann aber relativ zügig und lässt Raum für den Whisky.

Der Abgang ist verhältnismäßig kurz, dafür kräftig mit einer Mischung aus Hopfenbittere (die hier erstmalig durchkommt und auch einen ganzen Schwall an grünem Aroma mitträgt) und alkoholischer Geschmeidigkeit.
Schade ist, dass die Aromen nicht bis in den Abgang hineinwirken. Hier hätte ich mir noch mehr aus dem Duft gewünscht, um einen Rahmen zu schaffen. Ganz ruhig, aber rasch klingt das Bier am Gaumen aus.
Schön dagegen finde ich vor allem die geniale Wärme, die der Alkohol ausstrahlt. Erst jetzt wird sein Charakter wirklich deutlich, nun, da die Hefigkeit mitsamt jedweder Fuseligkeit vertrieben wurde, bleibt eine reine Wärme, die rasch die Speiseröhre abwandert, schließlich aber ohne Schwere im Magen verweilt, dass man glaubt, eine pochende Glut im Rumpf anzuheitzen. Die alkoholische Wärme ist derartig seidig, dass man alle Dominanz des Alkohols in den vorangegangenen Trinkphasen sofort vergessen möchte.

Das Woody Woodpecker Ale ist ein schönes Experiment von SchoppeBräu, die Stilistik gefällt mir grundsätzlich sehr gut und ich hoffe auf mehr in diese Richtung. Leider ist es an den Ecken noch nicht ganz fertig. Das darf es aber natürlich auch sein, es ist ja praktisch ein Probesud, dafür jedoch kann es schon ziemlich beeindrucken.
Während also manches, wie der Übergang von Duft in Antrunk oder das Verhältnis von Alkohol und Textur, noch in den Kinderschuhen zu stecken scheint, so ist anderes bereits hervorragend gelungen und sollte definitiv beibehalten werden. Gerade der Ausklang des Bieres mit der harmonischen Wärme ist wunderbar und auch der Duft hat mich mit seiner Reichhaltigkeit absolut gefesselt. Bitte, Thorsten, behalte diese klasse Aromatik bei, nur hier und da muss noch abgeschmeckt werden, um das alles rund zu machen. Auch ließe sich meiner Ansicht nach über etwas mehr dunklere Malze hierbei gut nachdenken (vielleicht lieber nicht unbedingt Röstmalze, aber in die karamellige Richtung kann das Bier noch was vertragen). Es braucht einfach noch ein bisschen Futter für die Textur, damit der Alkohol aufgesogen und im Zaum gehalten wird. Ich bin mir sicher eine solch simple Lösung würde bereits alles andere von allein klären.
Ein sehr schweres, keineswegs auf die leichte Schulter zu nehmendes Ale, es scheint sich seiner Genialität auch noch gar nicht recht bewusst, ganz gelassen und gemütlich wirkt es auf mich, ein bescheidener Zeitgenosse mit Charme, der mit seiner ganzen Energie, seiner sprudelnd-feurigen, facettenreichen Aromenfracht noch nicht wirklich umzugehen weiß.

Bewertet am