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Beer like star Sauer & Hartwig Urstrom

  • Typ
  • Alkohol 5.5% vol.
  • Stammwürze 13.2%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier ja
  • Dieses Bier ist klar und ohne Hefe
  • Probier mal sagen 2 Benutzer

Bewertet mit 70% von 100% basierend auf 6 Bewertungen und 3 Rezensionen

#8442

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 6 Bewertungen
Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung von Florian
86% Avatar von Crafter
82% Avatar von tonne
78% Avatar von gerdez
74% Avatar von Florian
55% Avatar von Bier-Sven
47% Avatar von Felix

82% Erstaunlich Aromatisch

Avatar von tonne

Schöne rot-gelbe Farbe, leicht trüb, weißer, kurzlebiger, grobporiger Schaum. Einstieg malzig-süßlich mit etwas fruchtigen (Apfel) Hopfennoten. Dahinter feinsäuerlicher Hefeduft. So auch im Geschmack, erst süß nach Malz und etwas honigartig, dann kommt die Säure, erfrischend, leicht fruchtig, bevor dann recht schnell die Hopfenbitterkeit übernimmt und auch lange, jedoch angenehm aromatisch, nachhallt. Solche Aufmachungen wie "vegan" und ähnlicher Öko-Kram geht mir gerade bei Bier eigentlich ziemlich aufn Sack und ich bin da eher voreingenommen. Aber das Bier hier ist richtig gut. Riecht wie'n 0-8-15-Helles (was natürlich eher nicht nach Flensburg passt), überrascht dann aber doch mit Ausgewogenheit und vor allem ner angenehm kräftigen, aber nicht nur bitteren Hopfennote (was dann ja doch wieder nach Flensburg passt).

Bewertet am

47% Rezension zum Sauer & Hartwig Urstrom

Avatar von Felix

Das Sauer & Hartwich Urstrom ist ein ökologisch gebrautes Helles aus einer kleinen Privatbrauerei.

Es ist trüb und die Farbe zeigt sehr dunkle Reflexe, sodass das Bier schon stark orange aussieht. Eine deutliche Kohlensäure gibt der Optik Dichte hinzu, die Schaumbildung ist nicht so ausgeprägt, farblich ist die Blume leicht hellbraun getönt.

Der Geruch zeigt tief-malzige und säuerlich-fruchtige Noten auf getreidiger Basis, sodass das Bier irgendwo zwischen Ahornsirup, Müsliriegel und Zitrone schwankt. Mir gefällt der Geruch gut, weil er kontur besitzt und nicht zu einseitig scheint. Das Bier wirkt, als sei es mit etwas Restsüße gebraut, an sich aber eher frisch und strohig konzipiert. Leider scheint auch ein hintergründiger Alkohol durch, der irgendwie erstaunlich sprittig wirkt für schlappe 5,5%ABV.

Im Geschmack fällt sofort eine starke Säure auf, die zwar nirgends beißt, aber sofort im ganzen Mundinnenraum vertielt wird und etwas dumpfe Bittere mitträgt. Sie gibt das Gefühl, sich auf der Stelle zu verteilen und dann in Hopfenbittere zu verwandelt und sich so in den Gaumen zu beißen. Keine so angenehme Art, mit Säure und Bitterkeit umzugehen. Schön dagegen finde ich die angenehm milde Süße, die noch immer völlig unbeschwert zwischen den Bitterbrocken umherhüpft, als wäre nichts.
Ich habe ganz merkwürdige Assoziationen zu einem schizophrenen Sud, der in meinem Mund eine zweiseitige Party veranstaltet..
Wenigstens regt dieses Bier mit seiner ungewöhnlichen Aromatik die Fantasie an..

Der Körper ist mir leider zu dünn geworden. Er weist durchaus eine erhöhte Fülle auf, kann diese aber nur als Alkohol präsentiert, wohingegen die Süße von der Textur nur schlecht vertreten wird. Hier wirkt das Bier noch nicht ausgereift, da es seine eigenen Vorteile nicht zu balancieren weiß. Auch die Kohlensäure ist mir definitiv zu schwach ausgeprägt. Und weil hier so wenig kribbelt, achtet man umso mehr auf das schwächelnde, dünne Mundgefühl. Schade, denn hier sitzt der Knackpunkt, bei dem das Loch eingerissen wird.

Auch der Nachtrunk kann mich nicht ganz überzeugen. Hier hat nun die getreidige Bittere alles eingenommen und hängt noch eine gehörige Portion Hanf und leichte Metallnoten mit ran. Das ist in dieser Intensität meiner Ansicht nach zu viel geworden. Das Bier schafft es nicht, die im Laufe des Trinkvorgangs aufgetauchten Fehler und Macken wieder auszuwerfen, sodass sie gerade im Abgang übrigbleiben, wenn alles Schöne bereits verflogen ist. Das führt dann natürlich unweigerlich dazu, dass alles, was zuvor als unstimmig aufgetaucht war, nun in Reinstform zusammengeworfen am Gaumen hängt und sich nicht mehr rührt. Es ist schade, dass die aromatischen Lücken hier so unverdeckt präsentiert werden. Mir ist das zuletzt einfach zu viel Hanf, Alkoholschärfe, Metall, Bitterkeit und feuchtes Heu.

Das Urstrom von Sauer & Hartwig ist meinem Empfinden nach kein sehr ausgereiftes Bier, hier ließe sich noch viel machen. Es hat an einigen Stellen noch deutliche Macken und kann sich selbst nicht wirklich einschätzen, es scheint mir konzeptlos und benötigt Zeit zum Heranwachsen.
Die hanfige Bitterkeit ist mir hierbei definitiv zu stark geraten, sie setzt auch zu früh ein und die leichten Nebennoten scheinen eher ein Versehen darzustellen. Mit Eisen und Alkohol kann ich nicht allzu viel anfangen. Besonders weh tut das dann natürlich, wenn der Körper sich nicht balancieren kann, zu dünn und zugleich zu alkoholisch wird, und schließlich alles an wunderschöner Restsüße schluckt, während Bitterkeit und Alkohol eisern (!) am Gaumen haften bleiben und sich nicht mehr von der Stelle rühren.
Dieses Urteil tut mir irgendwie schon weh, da ich besonders das biologische und besser noch ökologische Brauen sehr unterstütze und mir wünsche, dass sich diese Szene noch weiterentwickelt. Aber für Entwicklung haben auch Sauer & Hartwig noch genügend Zeit, die sie sich nehmen sollten.
Grundsätzlich ist dieses Bier gar nicht mal schlecht, weil seine Einstiegsaromatik durchaus besonders ist. Diese sirupige Süße in einem getreidebetonten Hellen finde ich ganz schön, nur muss es danach irgendwie weitergehen. Stattdessen verliert sich alles im Chaos, das eine Aroma geht, das andere kommt hinzu, der Körper macht was er will und die Rezenz fliegt in Kürze davon, dass man letztlich gar nicht mehr durchblickt, was denn eigentlich da im Intervall zwischen Glas und Gaumen passiert.
Also bitte, Sauer & Hartwig, nicht verunsichern lassen, hier ist noch einiges zu tun, aber der Grundstein ist bereits gelegt. Biologisches Brauen soll gefördert werden, müsste eigentlich als moralischer Standard gelten, und es hat nie jemand behaupten, das sei eine leichte Angelegenheit: Was man an den verschiedenen Zutaten einspart, muss dann durch brautechnische Fertigkeiten wieder wett gemacht werden. Eine Herausforderung, der man sich als Profi doch gerne stellt, oder nicht?

Bewertet am

86% Rezension zum Sauer & Hartwig Urstrom

Avatar von Crafter

Also dieses Bier ist echt Super.
Es besitzt eine schöne süßliche Süffigkeit und eine erstaunliche Frische.
Der Körper ist rundum weich und nicht seifig.
Im Abgang offenbart dieses Bier seinen kräftigen Anteil an Aromahopfen.
Es sei gesagt das es vom Fass noch etwas vollmundiger ist.
Sehr zu empfehlen.

Bewertet am