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Beer like star Sander 736 India Pale Ale

  • Typ Obergärig, IPA
  • Alkohol 7.5% vol.
  • Stammwürze 17.5%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 77% von 100% basierend auf 5 Bewertungen und 3 Rezensionen

#27880

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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77%
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Bewertungsdetails
Basierend auf 5 Bewertungen
88% Avatar von Felix
79% Avatar von TasteItAll
74% Avatar von Puck
73% Avatar von Bier-Klaus
69% Avatar von Dunkel-Fhyrst

88% Rezension zum Sander 736 India Pale Ale

Avatar von Felix

Das Bier gluckert dick und ölig ins Glas. Die Schaumbildung ist bombastisch und wunderschön. Ein extrem dichter, satter Schaum. Die Farbe des Sudes bewegt sich zwischen Rosé und Orange.

Im Duft ist das Bier richtig fett. Eine enorme Breite an amerikanischem Aromahopfen, aber überhaupt nicht jene platte Exotik, wie man sie sonst so kennt. Sicherlich tummeln sich auch hier die altbekannten Vertreter von Mango bis Lychee, aber dieses IPA wartet mit einem sehr eigenen Duft auf. Zwischen extremer Eisbonbonnote á la Polaris und harziger Kräuterigkeit, zwei eigentlich in Kombination ganz untypische Noten. Aber wunderschön und sehr dicht gewoben, ohne dabei zu schwer zu werden. Bis zur Gewürzigkeit mündet dieses IPA in Noten wie Sojasauce und Schwarzkümmel.

Im Mund - ich hatte ja schon große Sorge, dass jetzt die nur allzuoft einsetzende Enttäuschung kommt - kann das Bier wirklich alles Wunderbare des Duftes weiter transportieren. Das Bier ist super-cremig, herb von Anfang an ohne platte Bittere, die Esther- und Kräuternoten kommen beiderseits auf der Stelle durch, hinzugefügt wird eine fruchtige Orangennoten. Das Bier schmeckt richtig intensiv und absolut nach IPA, aber reproduziert überhaupt nicht die inzwischen doch wirklich immer gleichen Noten.

Der Körper ist weiterhin von einer tollen Dichte. Wunderbare Cremigkeit, saubere Karbonisierung, vitalisierend ohne zu prickeln, eine ölige Kontur der Flüssigkeit an den Gaumenrändern und eine volle, üppige Textur auf der Zunge. Die Schwammigkeit nimmt nur leider ein wenig Überhand. Dadurch wird die schöne Aromatik im Mittelteil leider ein bisschen gedämpft.

Der Abgang: auch hier ziehen sich die besonderen Noten der Aromatik ohne Verlust weiter. Die Bittere ist sehr moderat, könnte noch etwas kräftiger sein, um mit der Gesamtperformance des Sudes mitzuhalten. So bleibt letztlich ein äußerst aromatisches Bier mit eher mildem Charakter in Erinnerung, eine leichte Keuschheit oder Verlegenheit. Auch das hat seinen Reiz. Dieses Bier überspannt den Bogen nicht und zieht doch (fast) alle Register. Komplexe Kräuternoten sind auch hier vordergründig.

Charakter: Das 736-Ale von Sander ist ein gewaltiger Entertainer. Charaktervoll, eigen, nicht zimperlich und zugleich im letzten Moment doch von einer sensiblen Art. Blickt man hinter die bunte, irrwitzige Fassade voller Kreativität und Innovation verbirgt sich doch der Wunsch nach einer ruhigen Milde. Sympathisch durch und durch.

Das 736 ist eine der ganz wenigen wirklichen Überraschungen der letzten - vielleicht lässt sich sogar sagen: - Jahre. Dieses Bier ist endlich mal wieder ein besonderes IPA, das nicht das ewig Gleich nachplappert, sondern diesen total ausgeschlachteten Stil doch noch einmal von einer ganz eigenen Perspektive aus interpretiert. Eine richtige Begeisterung kann der Sud bei mir auslösen, weil er nicht nur innovativ mit dem Stil umgeht, sondern seine Umsetzung auch von vorne bis hinten gelungen ist. Das Bier hat eigentlich keine brautechnischen Lücken und Fehlerchen - bis auf eine vielleicht ein bisschen zu schaumige Textur - nicht der Rede wert. Die Aromatik ist total intensiv, intensiver noch als bei den meisten anderen IPAs und zugleich von ganz charaktervoller, individueller Färbung. Die Kräuterigkeit ist komplex und von einer hauchenden Kühle durchzogen, wie sie nur der beste Polaris herstellen kann. Zugleich gehen diese Kräuternoten fließend in einer kernige, dunkle und schärfliche Gewürzigkeit über, die den milder ausfallenden Hopfen mit seiner eigentlich zu erwartenden Bitterkeit hervorragend ersetzt. Der Hopfen selbst ist merklich in Überdosis genutzt, wenn auch nicht zum großen Bittern, sondern allein für die vielseitige Aromatik. Dadurch entsteht aber ein noch schönerer Effekt. Es wirkt gar nicht so, als wäre bei diesem Bier alles auf eine Karte - nämlich den Hopfen - gesetzt. Die Gewürzigkeit ersetzt hervorragend die Bitterkeit, der Hopfen aber strahlt dennoch absolut im Vordergrund. Er zeigt sich saftig und grün und trotz hier geringer Erwähnung ist er im Grunde natürlich zutiefst fruchtig. Saftige Orange durchzieht das ganze Bier als Grundtenor.
Ein weiteres, nicht minder großes Lob verdient der Körper. Das Bier hat eine traumhafte Cremigkeit in der Textur, eine ölige Kontur vom Feinsten und eine hervorragend abgestimmte Karbonisierung und Alkoholschärfe. Die 7,5%ABV geben Kraft und fallen doch nicht auf. Gefährlich schlank bleibt dieses Bier, dass alles aus dem Alkohol zieht, was möglich ist, und dabei doch alle unangenehmen Nebennoten umschiffen kann. Hier gibt es keine eklige Alkoholaromatik.
Insgesamt kann ich nur begeistert staunen über ein solches Bier. Dieser Sud hat mir wieder zeigen können, dass das IPA doch nicht tot ist. Dass man kein DIPA braucht, wenn der IPA-Stil im Grunde am Ende ist. Und es hat mich nach sehr langer Zeit mal wieder für ein IPA begeistern können. Ich kann mich nur freuen über diesen Sud, aus einer Brauerei stammend, die wohl ganz zu Unrecht so unbekannt ist. Weiter so, lieber Braumeister! Das ist Kunst, wie ich sie mir gewünscht habe, als ich vor Jahren anfing mit der Degustation, und die mir durch den Craft-Hype überwiegend zerstört erschien.
Und als wäre all das nicht genug: Die Zutaten sind vollständig aus regionalen Landen und das Bier ist in Bio-Qualität gebraut. Das lobe ich ausdrücklich. So und nicht anders sollte das sein.

Bewertet am

74% Rezension zum Sander 736 India Pale Ale

Avatar von Puck

Im Glas trübe Bernsteinfarbe mit ordentlicher Schaumbildung. Der Antrunk kommt sofort zur Sache, kräftige Bitternoten und Fruchtaromen von Mango und Orange. Ein sehr eingängiges und durchaus süffiges IPA, das durch eine gelungene Kombination von Bitterkeit und Fruchtigkeit überzeugt .

Bewertet am

73% Rezension zum Sander 736 India Pale Ale

Avatar von Bier-Klaus

Das IPA wurde kaltgehopft mit Hallertauer Tradition und Cascade.
Die Farbe ist wie dunkler Bernstein und sehr trüb, bedeckt wird es von einer großen cremefarbenen Krone.

Fruchtige Noten von Orange und Mandarine erfreuen meine Nase. Der Antrunk ist gut rezent, die Textur saftig. Ein sehr fruchtiger voller Fruchtgeschmack erfreut auch die Zunge. Der Hopfen ist standesgemäß sehr stark vertreten aber gut eingebunden. Das ist kein Wunder an Komplexität aber ein sehr eingängiges und süffiges IPA.

Bewertet am