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Beer like star s’Zwickl Neufeldner BioBrauerei

  • Typ Zwickl
  • Alkohol 5.2% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 6-8 °C
  • Biobier ja
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 82% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 1 Rezension

#6080

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 3 Bewertungen
87% Avatar von bierernst
81% Avatar von Felix
77% Avatar von goldblumpen

81% Rezension zum s’Zwickl Neufeldner BioBrauerei

Avatar von Felix

Ein Bier von der seltenen, wirklich goldenen Farbe. Cremiger, feinporiger Schaum auf trübem Sud. Wirklich schön!

Der Duft des Zwickl ist verhalten und im ersten Moment ganz schlicht. Ich denke da an etwas süßliches Getreide und an ein bisschen Hopfen. Doch bei genauerem Hinschauen entwickeln sich wunderbar filigrane Hopfennoten, die mich persönlich sehr an die Tettnanger Sorten erinnern.
Eine frische Pflanzlichkeit wie von frisch gemähtem Gras, etwas Melone und mandelige Süße mit Ideen von Marzipan.

Im Mund sofort eine unerwartete, intensive Fruchtnote, die eher einem Cascade entsprechen würde. Säure, Hopfenherbe und nur abrundend agierende Süße formen hier ein sprudeliges und feines Bild mit impulsivem Auftritt.
Das Bier erscheint mir glänzend, selbstbewusst. Der Antrunk ergießt sich wie eine strahlende Fontäne und bleibt dabei so bescheiden ein gewöhnliches, mitteleuropäisches Zwickl. Man darf es nicht falsch verstehen: Das Bier ist keinerlei Aromabombe, sondern sehr gemäßigt.

Der Körper ist schön ambivalent. Einerseits ist das Bier recht kohlensäureintensiv und damit von betonenswerter Süffigkeit. Die merkliche Säure des Antrunkes steigert den Eindruck eines Sommerbieres. Eine fluffige Hefe dagegen ist nicht wegzudenken. Das Bier ist nach hinten hin alles andere als kurzatmig. Es beginnt mit einem eleganten, plötzlichen Sprung und vergeht in einer dichten Wolke.

Der Abgang ist von säuerlichen und mehr noch von süßen Noten geprägt. Hopfen ist hier tonangebend und doch herrscht letztlich eher ein hefiger Tenor. Das Bier prägt gärige Noten aus. Ein etwas uneindeutiger, vielleicht auch chaotischer Abgang, der durchaus noch an Süße hätte sparen und dafür an Herbe hätte zulegen können.
Einzig die zurückbleibende Hopfenaromatik rettet das Bier noch gerade so. Kleines Chaos im Abgang.

Das Neufeldner Zwickl ist ein so ursprüngliches und dabei zugleich so wegweisendes Bier, dass ich damit nur beglückt sein kann. Die Hopfung ist wirklich toll gemacht. Das Bier liefert eine sprunghafte, lebendige Entwicklung, es lässt Süße, Herbe und Säure miteinander spielen. Es ist so viel mehr als nur irgendein mitteleuropäisches Zwickl-Bier und scheint es gar nicht nötig zu haben in die weiten der Internationalität zu schielen, in denen es vielleicht nur eines von vielen wäre. Es lebt durchaus von dem Charme der biologischen Herstellung und mehr noch von seiner Regionalität. Denn alle Zutaten des Bieres stammen aus biologischem Anbau der oberösterreichischen Region.
Ich bin sehr angetan von der Aromatik dieses Hopfens, der es schafft im Duft so betörend sanfte, schlanke Noten von gewässertem Gras und Mandelgebäck zu entfalten, und der dann im Mund eine fruchtige Impulsivität an den Tag legt, die eine ironische Reminiszenz an eine amerikanische Aromahopfung darstellen könnte. Als wolle das Bier ganz lässig zeigen, dass es auch schon einmal etwas von dem, was man Craft Beer nennt, gehört hat, und diese Aromen nebenbei und mit geschlossenen Augen beherrscht, es aber gar nicht benötigt, um gut zu sein.
Dieses Zwickl schwächelt einzig im Abgang. Hopfen und Süße sind eigentlich wunderbar balanciert doch hier greift mir die Säure zu sehr über und infiziert beides mit Gärigkeit. Ich empfinde das als unstimmig. Es scheint mir nicht nur ein Schnitzer zu sein, doch zu einer Fehlnote fehlt hier auch noch etwas.
Und dennoch will ich dieses Bier von grundauf loben. Ich bin ganz begeistert von allen Umständen, auf die man bei diesem Sud so trifft. Die Bio-Siegel gehören dazu, genauso wie der duftige Hopfen und die schöne Entwicklung von Einstieg und Körper. Nicht zuletzt aber auch die Tatsache, dass das Zwickl auf mich sehr intim wirkt. Ich mag mich an dieser Stelle irren, doch scheint es, als mache die Regionalität es in gewisser Weise aus und als würde es sehr an Wert verlieren, würde es zu einem Konzernbier werden.
An diesem so wunderbar gelungenen Bier darf sich noch so mancher Brauer ein Beispiel nehmen.

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