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Beer like star ´s Antla Flößer

  • Typ Untergärig, Dunkles Lager
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 65% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#21636

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
65% Avatar von Felix

65% Rezension zum ´s Antla Flößer

Avatar von Felix

Tolles, trübes Rotgold mit kräftiger Perlage.

Ein interessanter, vielseitiger Duft, den ich so bei einem Dunklen nicht erwartet habe. Zuallererst Vegetabilität und Hanfigkeit. Anschließend hellfruchtige Noten mit esterigen bis seifigen Ideen, die zwischen Lychee, Flieder und Mandarine liegen könnten, vielleicht auch mit einem Hauch kräuteriger Noten Waldmeister. Eine saftige Hopfung trifft hier auf eine ganz zarte Malzigkeit. Trotzdem schwingt auch immer eine leichte Vegetabilität mit.
Dieses Bier entfaltet sich im Laufe der Flasche stark und wird immer blumiger und seifiger. Toll.

Von Antrunk bis Nachtrunk gibt es eine schöne Entwicklung. Das Bier prägt zuerst eine hopfige Bitterkeit und dann sehr süße Malznoten aus. Bei retronasaler Atmung mit Sud im Mund wieder die deutlichen Hopfenfrüchte (erinnert aromatisch ein bisschen an die Polaris-Aromatik, ist aber wohl eher ein gängigerer, mitteldeutscher Aromahopfen). Auch hier viel Frucht, Mandarinenschale aus der Ferne, etwas zitrale Säure. Ansonsten kräftige, erdige Bitterkeit. Etwas unpassend.

Der Körper ist ganz gut balanciert. Er tendiert ins Schaumige, ich behaupte, es kommt von der Abfüllung. Vom Fass dieser Gasthaus-Brauerei wird die Textur sehr anders sein. Trotzdem ein fülliges Mundgefühl und angenehme Weichheit auf der Zunge. Kohlensäure ist nicht übertrieben, fällt eher weniger auf. Auch hier vermute ich, dass die Fassbiere deutlich anders sein müssten.

Der Abgang ist recht bitter, höchstens mittelsüß, fällt nirgends auf, hat leider eine Tendenz zum wurzelig-bitteren. Das Bier wird von dunklen Aromatönen eingehüllt, verliert seine Klarheit und Vielseitigkeit und verbirgt sich zusehendst in düsterem, aromatischen Wirrwarr, gibt kaum noch etwas von sich preis.
Es zeigt sich ein Hauch von Zigarettenrauch in diesem Bier.

Das Flößer der Antla-Gastbrauerei ist ein Dunkles der etwas anderen Art, das einen Versuch (vermutlich vor allem vom Fass) sehr wert ist. Was man auch über die Güte dieses Sudes behaupten mag, es regt sehr zum forschen an und gibt viel Fläche her. Die Aromatik des Bieres ist bemerkenswert, auch, dass eine deutliche Bewegung im Sud stattfindet. Hier findet sich eine flexible Mengung aus fruchtigen Noten (Mandarine, Lychee, Zitrone), Kräuterigkeit (Waldmeister? Hanf?), Blumigkeit, Seifigkeit und malziger Süße, wie sie für ein Dunkles angemessen erscheint. Duft, Antrunk und Nachtrunk unterscheiden sich teilweise radikal voneinander. Mich würde sehr interessieren, mit welchen Hopfen- und Malzsorten gearbeitet wurde, um eine solch farbenreiche Exotik entstehen zu lassen.
Durch die Vielseitigkeit ist dieses Bier spannend. Ebenso, weil man wenig voraussehen kann.
Schade finde ich, dass der erste Eindruck auf mich vegetabil gewirkt hat. Das Bier lässt immer etwas Gemüse durchscheinen, was zu einer dunklen, erdigen Bittere führt, die zwar im Antrunk sofort in den Hintergrund gerät, aber im Abgang schließlich das Bier wieder einholt. Auch die wunderbar seifigen Fruchtnoten können dagegen kaum etwas ausrichten. Das Bier zieht sich sehr zurück, wenn es in die letzte Trinkphase geht und es macht sich dadurch hässlich und unsicher. Würde es mit erhobenem Haupte weiterschreiten könnte es sich alles leisten.
Das Flößer der Antla-Brauerei ist eines von denjenigen, deren prozentuale Bewertung von der eigentlich Qualität unterschieden werden muss. Es gefällt mir trotz Fehlerchen und Lücken gut, weil es ein tolles Aroma besitzt und Bewegung und Vielseitigkeit zu zeigen vermag, könnte aber an der ein oder anderen Stelle noch mehr Mut und Erhabenheit ausstrahlen.
Und jedes noch so wohlgeformte Aroma scheint mir immer einen düsteren, kantigen Schatten zu werfen.

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