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Beer like star Orval

  • Typ
  • Alkohol 6.2% vol.
  • Stammwürze 13.3%
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 12°C
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Dieses Bier ist nicht glutenfrei
  • Probier mal sagen 8 Benutzer

Bewertet mit 71% von 100% basierend auf 25 Bewertungen und 12 Rezensionen

Das Bier Orval wird hier als Produktbild gezeigt.
#1995

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 28 Bewertungen
Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 6 Bewertungen von Florian, Robert und Dirk
100% Avatar von dreizack
100% Avatar von Wursti
90% Avatar von TasteItAll
89% Avatar von Daniel McSherman
87% Avatar von Hobbytester
87% Avatar von jeanelsass
82% Avatar von tonne
79% Avatar von Felix
77% Avatar von schloemi
75% Avatar von wavebush
73% Avatar von Bierkules
69% Avatar von gerdez
68% Avatar von MichaelF
65% Avatar von Tobieras
63% Avatar von Bier-Klaus
63% Avatar von Bert
62% Avatar von Dirk
62% Avatar von Robert
60% Avatar von ren1529
60% Avatar von deadparrot
58% Avatar von FBier
55% Avatar von mysland
53% Avatar von Lips
51% Avatar von Florian
45% Avatar von goldblumpen

58% Redaktionsbewertung

Avatar von der Redaktion

Bei unserem letzten Test landete das Orval im Mittelfeld. Das war Freunden dieses bekannten Belgiers nicht gut genug, und da sich unsere Geschmackssinne auch weiterentwickeln, haben wir einen Nachtest anberaumt, um zu sehen, ob sich unser Urteil geändert hat.

Das Orval ist farblich nicht einfach einzuordnen. Das naturtrübe Gebräu hat etwas Blondes, ebenso ist es aber rotbraun bis dunkelbraun im Kern. Auffallend ist die stabile, feinporige Krone. Es duftet nach Kandis und sauren Äpfeln, hinzu kommen klassische Bananennoten, wenig Salz und eine gewisse Schärfe. Auch der Alkohol ist durchaus zu riechen.

Das Prägnante am Orval sind die vielen, teils sehr intensiven Aromen. Kräftige Noten von Frucht (Orange/Orangenschale, Apfel, Pflaume, Tropenfrüchte), grünen Knospen, Tee, Harz und Torf wimmeln wild durch einen sehr seifigen Körper, dem es leider nicht gelingt, dieses Bombardement der Sinneseindrücke zu harmonisieren. Uns erschien er zu schwach und prickelig, um diese Vielzahl an Aromen zu tragen. Der Abgang ist schön herb, pfeffrig und trocken, aber auch etwas zu schnell vorbei.

Chaotisch und unstet, so kam uns das Orval vor. Wir honorieren die schönen Einzelnoten, finden die Gesamtkomposition aber nicht harmonisch genug.

Bewertet am

100% Rezension zum Orval

Avatar von Wursti

Das Orval kommt in einer individuellen Flasche mit schlichtem Design. Die Forelle mit goldenem Ring, die das Etikett ziert ist Sinnbild des Klosters und geht auf die Gründungslegende zurück. Das Orval ist sicher ein Bier an dem sich die Geister scheiden. Es gibt zwei riesen Fehler den man nicht begehen sollte: Das Bier zu kalt genießen und ein zu junges Orval genießen. Die empfohlenen 12°C stehen nicht ohne Grund, 17°C wären aber immer noch nicht zu warm. Ist das Bier erst 6 Monate alt schmeckt es bei weitem nicht so intensiv wie nach 18-24 Monaten.
Im Glas (0,4l Kelch) sieht es nach hellem Bernstein aus. Nur wenn der letzte Schlubber auch direkt im Glas landet ist es richtig trüb, aber der bleibt ja für später. Es baut sich eine gut haltbare, feine Blume auf. Den Geruch zu fassen ist schwer, weil von allem etwas und in wechselnder Intensität vorkommt. Am Vordergründigsten sind dennoch fruchtige und würzige Noten. Der Antrunk beginnt mundfüllend, wuchtig und mit einer Variation von bitteren und süßen Komponenten. Dann kommen Kräuter und Früchte. Tatsächlich verändert das Bier je länger es im Glas ist durch Rektion mit der Luft seinen Geschmack. Der Abgang ist gewöhnlich leicht säuerlich. Hat man sich den letzten Schlubber ausgespart bekommt man zum Abschluss noch ein sehr intensives hefebetontes Erlebnis.

Bewertet am

60% Rezension zum Orval

Avatar von deadparrot

Da ich von mehreren Quellen auf die Wandlungsfähigkeit des Orval hingewiesen worden bin, vorab also der Hinweis: Mein Testexemplar wurde im Februar, also vor ca. 5 Monaten, abgefüllt.

Das Bier riecht säuerlich wie Apfelessig und Ananas, auch leicht salzig wie Gose. Der Geruch ist eigenwillig, mir inzwischen aber aufgrund einiger Lambics und Geuzes nicht völlig fremd. Die im Antrunk sich einstellende Süße überrascht mich - ich hatte damit gerechnet, dass viel mehr Säure durchschlägt. Das Orval ist champagnerähnlich stark rezent. Am Gaumen macht sich neben bitteren Fruchtaromen wie von Grapefruit und Blutorange auch Hefearoma deutlich bemerkbar; im Abgang tritt schließlich wirklich markante Bitterkeit auf.

Alles in allem fällt es mir etwas schwer, dieses Sammelsurium an Eindrücken zu ordnen - ich bin geneigt, mich der Redaktion anzuschließen, die den Körper des Bieres als "schwach und prickelig" bezeichnet. Sicher, einzelne spannende Noten, die in ganz divergierende Richtungen gehen, sind vorhanden, aber man muss sich schon wirklich auf Suche begeben und einiges an Geduld mitbringen, um ihnen wirklich nachzugehen. Das ist ein Bier, das sich dem Trinkenden nicht unbedingt sofort erschließt. Weniger wohlwollend und ehrerbietig könnte man es auch einfach als sperrig bezeichnen.

Ich folge dreizacks Hinweis und gieße das letzte Achtel nochmals extra ins Glas, was aber hauptsächlich eine Veränderung der Färbung hin zum weniger Appetitlichen und weniger ein einzigartiges Geschmacksfeuerwerk zur Folge hat. Nein, ich kann mich mit diesem Bier heute jedenfalls nicht anfreunden. Irgend etwas muss aber doch wohl dran sein an dem Hype. Vielleicht werde ich in ein paar Monaten einmal einen zweiten Versuch starten. Fürs erste steht hier aber erst einmal eine mittelmäßige Wertung.

Bewertet am

100% Ein Monolith. Einzigartig.

Avatar von dreizack

Beim Einschenken baut sich eine mächtige mittelporige Schaumkrone auf, die recht lange standhaft bleibt.
Hochkomplexes, jedoch nicht überladenes Aroma. Frische Apfelnoten, Hefe, ein Anflug von Brett, Säure, Gewürze, florale Noten, Orangen, Karamell, Trockenfrüchte, Gras, Lactobacillus, haufenweise weitere Malzaspekte, Trauben, Kandiszucker. Es sprudelt lebhaft; eine echte Show. Der Geschmack folgt dem Geruch, jedoch liegen hier mehr Zitrusnoten und ein funky Unterton drin. Definitiv Brett, aber von der "guten" Sorte. Nicht übertrieben; sehr harmonisch ausbalanciert. Der Trinkverlauf ist ein Erlebnis. Es startet leicht süßlich, dann folgt eine dezente Säure und es endet mit floralen Bitternoten. Sehr süffig, das Ganze. Das Orval betont sämtliche erwähnten Nuancen, fast bei jedem Schluck taucht ein neuer Aspekt auf. Sehr feinfühlig komponiert, im Grunde fernab jeglicher Kategorisierung. Das Bier verändert zudem seinen Charakter, da es in der Flasche ständig nachgärt. Mein Verkostungsexemplar war rund ein halbes Jahr alt. Viele "Kenner" sehen das Orval jedoch erst nach 1,5 - 2 Jahren auf seinem Zenit. Wiederum andere beschwören noch ältere Exemplare als die einzig wahren. Bei allen gilt: die Flasche wird etwa zu 7/8 eingeschenkt. Der verbleiende Rest kommt erst ganz zum Schluß ins dann leere Glas und wird in einem Zug getrunken. Die gehäufte Ansammlung der Hefe, die in diesem Schluck verbleibt, feuert tatsächlich nochmal ein Gaumenerlebnis der ganz besonderen Art ab. Das Orval ist ein Wunderwerk der Braukunst, ein Monolith von sich verändernder Schönheit, ein Edelstein, der in allen Farben leuchtet.

Bewertet am

89% Rezension zum Orval

Avatar von Daniel McSherman

helles trübes Bernstein, beständiger weißer Schaum.
Das Bier ist nicht leicht zu trinken, man muss sich drauf einlassen. Ich würde sagen von den belgischen Trappisten das eigenständigste. Das Bier ist leicht säuerlich und ungemein würzig, leicht süßlich karamellig, etwas kräuterig, ziemlich trocken. Empfehlung!

Bewertet am

87% Rezension zum Orval

Avatar von jeanelsass

Dieses schöne belgische Kloster wird im Trappistenkloster "Abbaye Notre-Dame d'Orval" in der belgischen Provinz Luxemburg, sehr nah von der französischen Grenze, gebraut. Die Trappisten-Brauereien weltweit kann man an zwei Händen zählen. Von den zehn befinden sich sechs in Belgien. Bisher kannte ich nur das belgische Chimay, aus dem Kloster "Notre-Dame de Scourmont", in Chimay, im belgischen Hennegau. Freunde von meinen Eltern, die dieses schöne Klosterbier lieben fahren extra von Lothringen aus nach Belgien um sich Kasten vom guten Orval zu kaufen.

Vor mir habe ich eine etwas altmodische gewölbte Flasche, die an die 1930er Jahre erinnert. Auf der Flasche steht "Wasser, Gesternmalz, Hopfen, Kandiszucker, Hefe". Ich bin normaler Weise, obwohl ich gebürtiger Elsässer bin und es bei uns in Frankreich kein Reinheitsgebot gibt, ein treuer Verfechter des Deutschen Reinheitsgebotes und bevorzuge deutsche Biere, v.a allem Helles/Export aus Süddeutschland. Elsässische Biere (Kronenbourg, Fischer, Meteor...) schmecken sehr nach Industriebier und enthalten Zusatzstoffe. Dagegen gibt es in Frankreich auch hervorragene Biere, die obergärigen "bières de garde", aus der Region Nord-Pas-de-Calais (Nordfrankreich), wie Jenlain, Ch'ti, Trois Monts..., die zwar manchmal auch Zucker enthalten, aber dennoch klasse und eigenartige Biere sind. Aus Belgien kannte ich bis jetzt nur die klassischen Abteibier-Marken (Leffe, Grimbergen, Maredsous...), die zwar gut schmecken, doch relativ wenig mit echtem Klosterbier etwas gemeinsam haben (Industrie-Biere) und die Krieks (belgische Fruchtbiere aus dem Raum Brüssel). Von den Trappistenbiere, die von den Trappistenmönchen selbst im Kloster gebraut werden, kenne ich nur das Chimay, ein echt Spitzenbier.

Heute widmen wir uns dem schönen Orval aus der Provinz Luxembourg, ebenso ein Trappistenbier. Das Bier hat mir mein bester Freund im September zu meinem Geburtstag geschenk. Ich wollte es noch fast zwei Monaten endlich mal probieren. Ich habe es in meinem Ch'ti-Glas (ein obergäriges "bière de garde" aus Nordfrankreich) probiert. Optisch erinnert das Bier sehr an bayerisches helles Hefenweizenbier, aber auch stark an Zwickelbier/Kellerbier. Die starke Schaumkrone ist grobporig und wirkt stabil. Es richt stark nach Hefe, wie auch das "Chimay Bleue". Im Antrunk ist das Bier ein bischen Bitter, sehr süffig und auch gewöhnungsbedürftig. Der Abgang ist ein wenig bitter, aber auch sehr fruchtig. Es schmeckt nach Zitrusfrüchten und auch mehr exotischen Früchten, auch ein wenig nach Apfelwein oder französischen Cidre aus der Normandie. Ein gut süffiges Bier was eigenartig schmeckt und bisher, das beste belgische Bier was ich probiert habe. Sehr zu empfehlen.

Bewertet am

53% Orval

Avatar von Lips

Das Bier kommt bernsteinfarbig ins Glas. Die Trübung lässt hoffen auf einen angenehmen Duft von Hopfen oder sogar etwas karamellige Süße durch den Malz.. Trotzdem fehlt dem Bier etwas mehr Körper. Für mich kommt das Bier in vielen Bereich etwas zu leicht rüber. Leichte Hopfigkeit, Bitterkeit und der Geschmack im Abgang ist für mich ebenfalls etwas diffuse. Das Bier ist nicht schlecht aber auch nicht gerade der Hammer.

Bewertet am

63% Rezension zum Orval

Avatar von Bier-Klaus

Das Orval soll unter den Trappistenbieren ja ein ganz besonderes sein. Ich genieße es aus einem typischen belgischen Bierkelch. Nach dem Öffnen ist erst mal der halbe Kelch voll Schaum, obwohl das Glas gut gespült ist. Die gedeckte, hellbraune feine Krone ist außerordentlich stabil. Die Farbe ist Bernstein bis Bronze und leicht trüb.

In der Nase kommen gleich bitter kräuterige Aromen an, die mich an Wacholder, Lorbeer und Wermut sowohl als Pflanze als auch in Form des Getränkes Martini Secco erinnern. Daran kann ich mich dunkel aus dem letzten Jahrtausend erinnern.

Der Geruch setzt sich nahtlos im Geschmack fort. Der wenig rezente und sehr bittere Antrunk weist mehr Ähnlichkeit mit dem Schnaps auf als mit einem gewöhnlichem Bier. Mein erster Eindruck ist, ja, das kann man als Aperitif trinken. Im Mittelteil wird es hinter der Bittere sehr schlank bis wässrig leer. Die 6,2% Alkohol schmeckt man nicht und hier muss ich sagen leider nicht, denn ein wenig Volumen hätte dem Bier gut getan. So wird es zum Schluss hin noch etwas säuerlich, bevor im Nachtrunk zur Wermut-Bittere auch noch etwas Hopfen kommt. An dieser Stelle muss ich mich korrigieren, denn aufgrund der grossen Bittere würde ich das Bier eher als Digestif, denn als Aperitif empfehlen.

Fazit: als Bier betrachtet bietet mir das Orval zu wenig. Ausser der kräuterigen Bittere kann ich nicht viel feststellen. Als Essensbegleiter, sei es Aperitif oder Digestif, kann ich dem Orval etwas abgewinnen. Das erleichtert mein Dilemma nicht, wie das Bier zu bewerten ist. Ich sehe die eingeschränkte Verwendungsmöglichkeit eher negativ.

Bewertet am

58% Seltsames Gesöff...

Avatar von FBier

Das orange bis kupferfarbene Bier riecht für mich wenig einladend: Essigsauer, nach Hefe und undefinierbar medizinisch. Der Geschmack ist definitiv angenehmer als der Geruch. Aber auch hier bricht bei mir keine Begeisterung aus: Prägnante Säure trifft auf eine kräftige Bittere, leichter Hefegeschmack auf eine eigenwillige Kernigkeit. Dazu ist es auch noch relativ stark karbonisiert. Ein geschmacklich sehr komplexes Bier, das mir etwas zu sperrig daherkommt. Defintiv originell, aber nicht meins.

Bewertet am

87% Ein sympathischer Sonderling

Avatar von Hobbytester

Dieses Bier riecht wie Apfelwein, es offenbaren sich auch leichte Nelkennoten. Der Antrunk ist apfelig frisch, er gefällt mir gut und hat schon einen durstlöschenden Erfrischungscharakter. Dass dieses Bier in eine recht fruchtige, auch leicht von Trauben bestimmte Richtung geht und sich somit der Welt der Weine ein wenig öffnet, halte ich bei einem Belgier nicht für außergewöhnlich. Dass der Abgang aber dann kräftige florale Bitternoten herausfeuert, ist nicht zu erwarten, aber grandios! Der Körper ist sehr kunstvoll und harmonisch komponiert. Markant ist der ausgewogene und charakteristische Umgang mit Frucht- und Hopfenimpulsen. Ich mag diese recht entschiedene Bitterkeit, weil sie sehr aromatisch ist. Das Mundgefühl ist sowohl weich als auch erfrischend. Ein absolut einzigartiger Ansatz liegt hier vor, selbst leichte Getreideimpulse schmecke ich noch heraus. Milchige, dunkelorange Farbe trifft auf lang bleibenden Schaum. Das Bier ist sehr süffig. Es gibt genug Kohlensäure.

Fazit: Das Bier ist schlicht bemerkenswert. Ich halte es für sehr eigenständig und sehr gut.

Bewertet am

79% Rezension zum Orval

Avatar von Felix

Extreme und dennoch cremig-feine Perlage. Farblich ein dicht-trübes Orangerot.

Der Geruch ist betont fruchtig und besitzt eine wunderschöne Balance zwischen Hopfen, Hefe und Malz. Das Bier vermittelt Frische und Leichtigkeit und ist dennoch nicht schwächlich, sondern aromatisch sehr komplex, ohne dabei überladen zu werden. Man hat es hier zu tun mit hopfiger Grasigkeit, Seife, reiner Zitronenschale, säuerlichen Noten von grünem Apfel und Esteraromen mit viel Minze. Das Malz kommt undefiniert durch, unterlegt alles mit süßlichem Tenor, der die betonte Fruchtsäure eindämmt und weich macht.
Ein wirklich schöner, subtiler und trotzdem vielseitiger Duft, mit dem man sich lange beschäftigen kann.

Im Mund werden diese Noten überwiegend weitergeführt. Bereits hier wird auf der Stelle erkennbar, wie unterschiedlich die verschiedenen Flaschen dieses Bieres an Körperfülle, Alkohol und Kohlensäure variieren (Siehe dazu: Körper). Das Bier hebt sich von dem Orval, das ich zuletzt verkostet hatte stark ab.
Im Mund kommt sofort der Hopfen vermehrt durch. Das Bier trägt weiterhin im Vordergrund Noten von Minze und grünem Apfel, dem wird allerdings noch ein herber, grasiger Hopfen beigemengt. Die Hefe ist angenehm weich, aber entschärft.

Der Körper ist nicht so balanciert, wie ich ihn in Erinnerung habe. Beim jetzigen Exemplar fehlt die Kohlensäure, weshalb die Leichtigkeit schwerer zu rechtfertigen ist. Die Textur ist ölig, das Bier aber dennoch nicht Schwer. Diese Divergenz gefällt mir besonders gut, weil so Leichtigkeit mit Fülle zusammengebracht wird, ohne dass ich das Gefühl bekomme, es sei ein Zufall in der Zusammenstellung. Alles ist abgeschmeckt.
Der Körper macht mir bei der Bewertung Probleme. Mein letztes Exemplar war derartig genial ausbalanciert, doch dieses hier hat erhebliche Mängel in der Rezenz, die ich nicht übergehen kann.

Der Abgang ist durchaus stark bitter (wenn auch beim heutigen Testexemplar nicht ganz so sehr). Vordergründig ist hier natürlich die Hopfung, zugleich kommt aber auch wieder eine weiche Malzsüße durch, die mit der Hefe einhergeht und das Bier trotz intensiver Aromatik, von der Textur her weich ausklingen lässt.

Das Orval ist meiner bisherigen Erfahrung nach der beste Vertreter der Trappisten.
Ich finde dieses Bier ganz außerordentlich gut gebraut, da es höchst vielseitig ist, erfrischend und doch ölig und dicht, bekömmlich in der Trinkbarkeit aber Anspruchsvoll in der Konstruktion. Dieses Bier ist sicherlich nicht einfach zu verstehen und ich kann auch nachvollziehen, dass so manch einer es für uneindeutig hält und es ablehnt. Doch diesem Bier muss definitiv eine Chance gegeben werden. Es ist es wert, mehrere Flaschen davon einzulagern und zu verschiedenen Zeiten zu verkosten, da hier eine wirklich tolle Komposition geboten wird.
Die Grundaromatik sagt mir ganz besonders zu. Ich finde die Hopfigkeit in diesem Bier grandios gemacht, um die Schwere der Hefe in Schach zu halten und die süßen Malznoten besser zu steuern. Das Orval baut ganz eigene Nuancen aus, die lebendig wirken (vielleicht zuweilen auch etwas stürmisch), weil immer eine neue Note ganz unvorhergesehen aus dem Trappistennebel auftaucht und sich wie ein Springquell ergießt. Dieses Bier ist aufbrausend und unberechenbar und trotzdem ist seine Vielseitigkeit nicht das Werk eines stümperhaften Dilettanten! Hier ist zarte Feinfühligkeit am Werk, die bitte berücksichtigt werden muss.
Leider, leider sind die unterschiedlichen Flaschen so verschieden, dass sich nur schwer über eine einzelne urteilen lässt. Ich finde diese Abwechslung eigentlich nicht schlimm, da so jedes Orval einzigartig ist, und ich sehe es auch nicht als mangelhaft in der Herstellung an, nur die Bewertung wird eben enorm schwierig.
Obwohl ich von dieser Flasche wegen seiner schlecht ausgewogenen Rezenz nicht sonderlich überzeugt bin, habe ich in guter Erinnerung, welch tolles Erlebnis ich mit meinem letzten Orval hatte. Es war vielseitig, lebendig, farbenfroh, es war bildhaft und hat eine humorvolle Geschichte mit unterschwellig ernstem Kern erzählt. Es war in der Komposition schlichtweg wunderschön. Es hat mich fesseln können mit seiner Balance zwischen frischer Hopfenherbe und säuerlich-esterigen Frucht- und Kräuternoten. Seine Ausgewogenheit in Leichtigkeit und Öligkeit war schlichtweg genial und ich habe es trotz seines bunten Feuerwerkcharakters überhaupt nicht als chaotisch oder überladen empfunden.
Ich will beide Urteile in die heutige Bewertung miteinfließen lassen, gestehe aber, ganz bewusst meiner besseren Erinnerung den Vorrang zu verleihen.
Ich möchte jedem Bier seine Chancen geben und auch wenn dieses eben nicht einheitlich ist, so bin ich mir doch seiner Qualitäten bewusst und will es am Besten messen, was es für mich geleistet hat. Wir sind doch alle auf der Suche nach tollen, persönlichen Biererlebnissen, wieso sollte ich diese eine Flashe verreißen, wenn ich doch genau weiß, was die Brauerei an sich auf dem Kasten hat?
Ein sehr, sehr schwieriges Bier, das gebe ich zu, doch eines, das mit Aufmerksamkeit und Liebe getrunken werden sollte. Wer mit Offenheit an diesen Sud geht, der wird bestimmt nicht enttäuscht werden!

Bewertet am

55% Rezension zum Orval

Avatar von mysland

Wie eine Geschmacksbombe explodieren die ersten Eindrücke des Kloster-Biers aus Belgien. So richtig weiß man nicht, ob das nun toll ist, oder nicht. Zumal sehr schnell die Bitterkeit und auch ein intensiver Alkohol-Geschmack durchschlägt. Nach ein paar Schluck hat man sich daran gewöhnt und lernt die Besonderheit des Biers etwas schätzen, aber es ist definitiv gewöhnungsbedürftig.

Bewertet am