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Beer like star Ørbæk Choco Ale

  • Typ
  • Alkohol 5.6% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 74% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#8964

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
74% Avatar von Felix

74% Rezension zum Ørbæk Choco Ale

Avatar von Felix

Optisch wie ein wunderschönes Stout. Tiefdunkelbraun mit einer mokkafarbenen Schaumkrone, die sehr gut ausgeprägt ist.

Der Geruch ist ganz klar kakaoig. Das Bier riecht nach nicht sehr bitterer Schokolade, nach Röstmalzen mit viel Süße, etwas Zucker und sehr nussig. Ein durchaus schokoladendominierter, doch sehr runder, weicher Duft, der nicht das Gefühl gibt irgendwie Unvereinbares zu mischen. (Der Name Choco Ale machte mich erst stutzig. So im Glas wird klar: man hätte es auch einfach Chocolate Stout nennen können) Und doch schwebt auch eine etwas unklassifizierbare, säuerliche Note darüber, die da nicht ganz reingehört.

Im Mund eine etwas unerwartete Herbe, röstig und zartbitter am hinteren Zungenende, vorn eine feine Säuerlichkeit, stouttypisch. Sehr trockenes Gesamtbouquet. Die Röstmalze geben weiterhin Schokoladigkeit ab. Nun wandelt sich diese Note dann aber doch recht klar in Richtung Kakao. Die Süße nimmt rasant ab, das Bier entpuppt sich als waschechtes Stout - nicht zuletzt auch gerade wegen der doch recht eindeutigen Säureaspekte, die im hintersten Mundbereich wirklich eine ungewöhnliche Empfindung zwischen Ziehen, Kitzeln und Prickeln herstellen. Die Säure mengt sich mit einer starken Bitterkeit und die Zungenporen ziehen sich unwillkürlich zusammen.

Der Körper ist angenehm weich und doch zart rezent. Gut ausgewogenes Verhältnis. Die Malzdominanz produziert einen warmen Körper. Dennoch zeigt sich eine leichte Asymmetrie, denn die leicht spitze, erfrischende Rezenz passt natürlich nur schwerlich zur schokoladigen Cremigkeit. Das schließt sich ein wenig aus.

Der Abgang hat eine leichte Schokoladennote, die Säuerlichkeit überwiegt aber langsam. Immer trockener und röstiger, herber und spitzer wird das Bier, wo es so weich und cremig begann. Diese Entwicklung ist interessant, aber durchaus Geschmackssache in der Bewertung. Mir sagt es nicht so zu, weil ich anderes von einem derartig dunklen Bier erwarte und fordere. Doch dieses Ale kann auch eine Art Erfrischer sein, wenn man will.
Ganz zum Schluss wird klar, was jene merkwürdige Duft-Subnote war, die so störte: Ein bisschen hat dieses Bier doch von altem Aschenbecher. Ein kalter Rauch ist tief in diesem Bier verborgen, der das schließliche Mundgefühl eher unangenehm werden lässt.

Charakter: Das Choco Ale ist ein schizophrenischer Geselle. Weiche Wärme trifft hier auf spitze Trockenheit. Das ist das rechte Bier für die schwüle Sommernacht, wo Kühle und Hitze, Tanz und Schlaf aufeinandertreffen.

Das Choco Ale ist irgendwie ein merkwürdiges Bier. Es bewegt sich auf einem schmalen Grad zwischen zwei ganz unterschiedlichen Stilen. Irgendwo ist es eine Art Brown Ale mit zarter Spitze, nussig, säuerlich, aber rezent und vital. Zugleich ist es ein Stout, röstig, trocken, malzig. Und die Schokolade macht es dann nochmal weich, sogar fast warm, cremig und zu Anfang süßlich. Dieses Bier setzt auf Kontraste und schafft es dennoch sie angenehm zu synthetisieren. Trotzdem bleibt bis zuletzt eine unüberbrückbare Lücke, eine Art fehlendes Puzzleteil. Man weiß nie genau, woran man ist, worum es exakt geht. Wer ist dieses Bier? Was will es? Das Etikett spricht von der afrikanischen Nacht. Stilistisch ist es zutiefst in England verwurzelt. Die Schokolade ist nicht so dominant, dass man an der Natürlichkeit des Bieres zweifelt. Hier wurde eine moderate Menge Kakao hinzugegeben, um eine feine Spezialisierung in die Röstaromatik zu geben. Das hat funktioniert: Der Kakao schmeckt wunderbar.
Das Bier macht im Trinkverlauf doch eine faszinierend eindeutige Entwicklung durch. Von einem süßen Schokoladenduft wandelt sich das Bier zu einer röstigen, säuerlich-zarten, trockenen Bombe. Sehr herb wird es und Bitterkeit und Säure führen gemeinsam in eine stoutartige Trockenheit, die mich unverzüglich an die englische Küste denken lässt. Die Schokolade macht den Körper nur etwas fülliger - und das kann punkten.
Also insgesamt ist dieses Projekt gelungen, würde ich sagen. Das Bier ist gut, die Frage bleibt nur, was genau es ist und was es nun wirklich exakt will. Seine Unentschlossenheit sieht man ihm an, seine exotische Freude aber ebenso. Erst süß, dann trocken, irgendwie cremig, dann spitz. Naja, letztlich verbleibt eine Grundreibung und das Bier kann mich als Ganzes nicht begeistern. In jedem Fall kann man es aber als gelungen bezeichnen.

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