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Beer like star Ørbæk Brown Ale

  • Typ
  • Alkohol 5.8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 72% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 1 Rezension

Das Bier Ørbæk Brown Ale wird hier als Produktbild gezeigt.
#8949

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung von Florian
78% Avatar von Felix
74% Avatar von Florian
63% Avatar von Tobieras

78% Rezension zum Ørbæk Brown Ale

Avatar von Felix

Auf meiner Flasche ist ein Alkoholangabe von glatten 5%ABV verzeichnet, nicht 5,8%.

Das Brown Ale der Bio-Dänen ist ein optisch sehr ansprechendes Bier. Der Sud ist äußerst dunkel und tiefrot, sodass er wie ein Rotwein aussieht. Die Schaumbildung ist ganz besonders schön. Fein und cremig zeigt sie sich in sandfarbenem Kleid.

Der Geruch des Bieres ist toll! Das Bier riecht äußerst malzig und dunkelfruchtig. Rosinen, geröstete Mandeln, Honigwaffeln, dazu etwas Walnuss und karamellisierter Kandiszucker, ein bisschen Schokolade vielleicht. Es wirkt recht füllig und süß. Für diesen englischen Stil hat das Aroma eine bemerkenswerte Dichte, ist aber dafür auch weniger komplex. Leichte Fruchtigkeit baut sich hintergründig aus.

Im Mund werden dann sofort säuerliche Nussnoten ausgebildet, dazu eine klebrige Honiggebäcknote und alles zusammen von Hopfenbittere umrahmt. Hopfen und Malz krachen hier aufeinander und können sich von vorn bis hinten nicht wirklich einigen. Die Malzsüße reibt sich für mich zu stark mit der knospigen Bittere. Schön ist, dass die Dichte des Honiggebäcks stilistisch übernommen wird und das Kernaroma weiterführen kann, es sogar noch ausbaut.

Der Körper ist schlanker als im Aroma angedeutet, kann aber trotzdem Süße und Leichtigkeit vermitteln. Das Bier ist durchaus süffig, aber trotzdem süßebetont, was mir sehr gefällt. Die Rezenz mag ich gern, finde sie aber in der chaotischen Konstellation von Hopfen, Malz und Kohlensäure nicht ganz einzuschätzen.

Der Nachtrunk ist sehr trocken, nun merklich bitter und kontrastiert die Malzsüße deutlich. Im Trinkverlauf zeigt sich zunehmend eine sich ausbauende Beerigkeit (Tendenz Brombeere/Himbeere), die das Malz um eine frische Säure ergänzt, die Honigkuchensüße dabei aber nicht einschränkt. Beides läuft parallel. Die Hopfung ist schlussendlich filterbar und zeigt sich erdig-würzig, wie man es von englischen Ales gewohnt ist.

Diesem Bier sollte man sich nicht zu analytisch nähern. Es ist in erster Linie ein Bier zum unkomplizierten Verzehr, je mehr man es zu verstehen beginnt, desto mehr entgleitet es einem. Dieses Bier muss entspannt und gelassen verkostet werden, man sollte sich einfach zurücklehnen und es wirken lassen, denn die Noten, die es ausprägt, sind meist schwierig zu verstehen und deren Konstellation erst recht noch mehr, sodass man im schlimmsten Fall zu dem Schluss kommt, es sei ein langweiliges Bier. Diesem Ale muss eine faire Chance gegeben werden, die es durchaus belohnt.
Es trifft den englischen Ale-Stil meiner Ansicht nach gut, wandelt ihn nur dahingehend ins "Dänische" ab, als dass er hier süßer und malzbetonter auftritt und mit seinen Süßgebäckaromen noch weit mehr Fülle heraufbeschwört. Rein geruchlich ist dieses Bier schon fast ein Porter, nur durch die doch noch deutlichen Fruchtnoten im Hopfen wird eine Balance geschaffen.
Die Stilinterpretation des Bieres finde ich erstmal nicht falsch, es kann sich ja die Stilistik des English Brown bewahren, wird nur meiner Ansicht nach durch die starke Trennung von Malz und Hopfen zu sehr in sich separiert. Die Malznoten und die Hopfennoten laufen ständig parallel und vereinigen sich nur an wenigen Punkten zu einem Ganzen, das leider genau dann nicht wirklich ineinander greift. Ich finde es schade, dass das Bier seine schönen Aromen nicht zu vermengen weiß.
Der Körper dagegen ist wahnsinnig cremig für so wenig Umdrehungen und steht damit sehr in der Tradition englischer Ales. Auch passt die Hopfung sehr dazu, die bemerkenswert würzig und erdig-kräftig ausfällt, damit aber auch ein wenig den süßen Honigkuchen einreißt.
Dieses Brown spaltet mich ein bisschen: Einerseits finde ich es teilweise bemerkenswert gut gebraut, gerade die Textur und der Geruch sind wirklich phänomenal, dann kommen aber wieder Noten hinzu, die das alles verunglimpfen. Auch den sehr trockenen, bitteren Abgang mag ich nur bedingt, weil dazu dann die Einstiegssüße zu sehr kontrastiert. Vielleicht häte das Bier anfangs einfach an Malz sparen müssen, damit sich letztlich alles zusammenfügt.
Ich denke, dieses Bier will wirklich keine intensive Beschäftigung, es meidet Tageslicht und sollte einfach zu einem vollmundigen, deftigen Essen gereicht werden. Wahrscheinlich würden Süße und Hopfen sich gerade zu Gerichten mit Räuchertofu oder zu Eintöpfen grandios verbinden.
Dieses Bier ist definitiv ein hervorragendes Ale, es kann sich nur nicht ganz entscheiden, was es denn nun will und diese Unentschlossenheit merkt man ihm stark an.

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