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Beer like star Moritz Fiege Charakter 2015

  • Typ Untergärig, Bock
  • Alkohol 7.8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 75% von 100% basierend auf 5 Bewertungen und 5 Rezensionen

#26944

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 5 Bewertungen
86% Avatar von deadparrot
83% Avatar von JimiDo
73% Avatar von LordAltbier
68% Avatar von Felix
63% Avatar von Bier-Klaus

68% Rezension zum Moritz Fiege Charakter 2015

Avatar von Felix

Vorab: Es fällt mir schwer, diesen Titel zu begreifen. Ein starkes Lager ist ein Bock. Pils ist ein stark gehopftes Lager. Ein heller Bock mit starker Hopfung ist immer noch ein ganz gewöhnlicher heller Bock, weil der Hopfenanteil unerheblich für den Stil ist. Ob man dieses Bier nun Heller Bock (mit mehr Hopfen) oder Imperial Pilsener oder eben "Pilsbock" nennt, ist relativ egal, es werden halt verschiedene Schwerpunkte gesetzt. Aber Pilsbock erscheint mir wie ein etwas unnötiger Neologismus. Ist es nur eine Verdeutschung der Stilbezeichnung "Imperial Pilsener"? In jedem Fall sind alle Begriffe einander nicht widersprechend. Und deshalb wirkt es auf mich, als wolle der Titel eine unrechtmäßige Besonderheit erheischen.

Trübes Gold mit eher dünner Schaumbildung.

Der Geruch ist zuerst von einer stärkeren, eher fruchtig-saftigen Hopfung durchzogen, doch genauso zeigt sich auch die sirupige, helle, ein bisschen klebrige Süße eines Hellen Bockes. Geruch eines ganz typischen Imperial Pilseners. Eine Nebennote, die aus beiden Stilen erwächst, irritiert mich aber doch. Da ist tatsächlich so ein Hauch von Erbrochenem. Zum Glück nur so hintergründig, dass es wenig auffällt.

Der Antrunk ist sehr saftig und gerät mild. Eine warme, lindenhonigartige Süße mit angenehmer Hopfenfrische durchzieht den Einstieg. Die Hopfung erinnert eigentlich gar nicht an Saphir, sondern eher an Cascade, Polaris oder Mandarina. Eine Alkoholnote kommt spürbar mit, stört aber kaum. Insgesamt bleibt das Bier zurückhaltend und sanft.

Der Körper ist sehr leicht. Erstaunlich für 7,8%ABV, kann aber leider nicht so richtig Dichte aufbauen. Ein wenig scheint das Bier in die Belanglosigkeit zu tendieren. Auch mit dem Titel "Pils" lässt sich das nicht retten, weil dem Sud dafür die Karbonisierung fehlt. Es schafft es nicht, seine Haltung zu bewahren und schrumpft zusammen. Der Alkohol ist schon spürbar, stört das Aromaprofil aber nicht.

Der Abgang ist weiterhin saftig-hopfig, aber noch nicht bitter. Mit einer leichten Zitronenschalennote kommt so etwas wie Herbe hinzu. Sehr weiches Getreide erinnert an Weizen. Angenehme Süße. Das Bier könnte durchaus mehr Dampf haben.

Charakter: Der "Charakter" ist nicht so richtig charaktervoll. Er ist schön, zweifelsohne, aber ihm fehlt vollkommen der "drive", die Dynamik, der Zug.

Der Pilsbock ist irgendwo durchaus Bock (wie denn auch nicht bei dieser Hefe und diesem ABV-Gehalt?), und ja, auch pilsartig (also Imperial Pilsener eben), und sicherlich ist der Übergang beider Stile ganz fließen gelungen. Das ist sehr schön und macht Freude beim Trinken. Das Bier schmeckt auch an sich ziemlich gut und kann eine gewisse Zufriedenheit herstellen, weil es mehr als unkompliziert ist. Es zergeht praktisch von ganz allein am Gaumen. Aber trotzdem macht es nicht glücklich, weil ihm schlicht der kernige, ehrliche Charakter fehlt. Ich bemängele die fehlende Tiefe.
Die Hopfung ist sehr angenehm und die Süße gibt dem eine angenehme Wärme. Durchaus ein Wohlfühlgeschmack. Bei jedem Schluck denke ich nur, wie lecker dieses Bier ist. Sobald ich aber etwas konzentrierter bin und der Sud die Kehle passiert hat, bleibt von meiner Zufriedenheit wenig übrig. Vielmehr frage ich mich nach Sinn und Zweck dieses Bieres, nach Motivation und Intention, nach Kraft und Kondition.
Die Karbonisierung hätte mehr die Pilsaspekte stützen können, die Aromatik fällt mir ein bisschen zu schwachbrüstig aus für einen Bock.
Insgesamt trotzdem ein sehr nettes Bier, das sicherlich die meisten Standardböcke um Längen schlägt. Aber große Erregung ruft es nicht hervor. Und ich muss das leider sagen, obwohl mir der Stil des Bieres unheimlich zusagt und ich von der Grundaromatik geradezu betört werde. Einen Hauch Objektivität will ich mir aber bewahren.

Bewertet am

86% Rezension zum Moritz Fiege Charakter 2015

Avatar von deadparrot

"Pils" und "Bock" habe ich bisher immer als aromatische und konzeptionelle Gegensätze aufgefasst, umso überraschter war ich angesichts der Aufschrift "Pilsbock" auf dem Etikett. Es handelt sich um ein mit Pilsner Malz eingebrautes, mit Taurus und Saphir kaltgehopftes Starkbier.

Als Trinktemperatur empfiehlt die Brauerei 8-10°C; ich trinke das Bier wie die meisten Bockbiere etwas wärmer. Die Kalthopfung riecht man auf Anhieb, die Hopfenölaromen stehen aber in Verbindung mit einer süßlich-warmen, alkoholschweren Note. Der Geruch ist malzig und erinnert an Weißbrot. An Pils muss ich hier noch nicht denken. Im Antrunk präsentiert sich das Bier ganz weich, mit wenig Kohlensäure, und legt Fruchtaromen wie von Pfirsich an den Tag.

Der stärkste Moment kommt jedoch erst im Abgang. Hier blitzt auf einmal - und für mich gänzlich unerwartet - der Pilscharakter dieses Bockbieres auf: Mit punktuell eingesetzter Bitterkeit und pilstypisch kräuterhaften Aromen beweist das Bier an dieser Stelle, dass die zwei so gegensätzlich erscheinenden Braustile eben doch unter einen Hut zu bringen sind. Das ist äußerst originell und verleiht dem Bier einen hohen Wiedererkennungswert. Dass ich die Kombination von Aromen im ersten Moment für etwas gekünstelt halte, liegt vermutlich einzig und allein daran, dass ich sie, unorthodox wie sie ist, nicht gewohnt bin. Kleinere Abzüge für einen etwas getreidigen Nachgeschmack, der verbleibt und zum Charakter des Bieres nicht so recht passen will.

Insgesamt aber bleibt das Kritik auf hohem Niveau. Dieser Pilsbock ist gewiss kein Bier für jeden Tag. Hier werden Gegensätze zusammengeführt - meines Erachtens insgesamt erfolgreich trotz mancher Ungereimtheit. Das regt in jedem Fall eher zur vertieften Auseinandersetzung und kritischen Begutachtung an als zum schnellen, unkomplizierten Genuss. Jedem, der (auch) das an einem neuen, unbekannten Bier schätzt, sei dieses empfohlen.

Bewertet am

83% Rezension zum Moritz Fiege Charakter 2015

Avatar von JimiDo

Als Charakter 2015 hat die Fiege Brauerei mal ein Pilsbock eingebraut. Das ist einmal etwas anderes. Pilsbock ist eher selten. Ehrlich gesagt höre ich zum ersten Mal davon und ich kenne schon einige Biere. Die 0,33 l Longneck Flasche macht mit den wertigen Etiketten einen sehr eleganten Eindruck. Das wichtigste dabei, es sind fast alle Infos vermerkt die den Bierkenner interessieren könnten. Wäre noch die Stammwürze angegeben wäre es perfekt.

Im Glas liegt es goldgelb und hefetrüb. Der Schaum ist mittelporig und nicht sehr lange haltbar. Es riecht für ein Bockbier ungewöhnlich stark nach Südfrüchten. Der Antrunk ist malzig und honigsüß. Schnell zeigt sich auch die gute Hopfung. Die Früchte sind dann doch weniger zu schmecken als der Geruch vorgegeben hat. Aber sie runden dieses Bier schön ab. Im Abgang ist der Pilsbock etwas alkoholisch und mäßig herb. Gesamt betrachtet ist es schon ein feines, leckeres Bockbier. Auch wenn ich bei 35 IBU etwas mehr Herbe erwartet hätte. Das ist aber jammern auf hohen Niveau. Die Fiege Brauerei überrascht mich immer wieder mit sehr guten Bieren. So kann sie sich gut gegen die Hektoliter Millionäre in der Nachbarschaft halten.

Bewertet am

73% Rezension zum Moritz Fiege Charakter 2015: Pilsbock

Avatar von LordAltbier

Der Pilsbock

Der Antrunk ist fein-herb, hopfig-spritzig und malzig-süßlich. Der Mittelteil ist etwas hopfig-spritzig und recht malzig-süßlich. Der Abgang ist ebenfalls malzig-süßlich aber man erkennt hier auch eine harzige Hopfen-Note. Fazit: Ein gelungenes Bockbier welches aber zu süß ist um es als "Pilsbock" zu bezeichnen, denn ein Pils sollte nicht süß sein!

Bewertet am

63% Finest Spirits 2015

Avatar von Bier-Klaus

Beim heurigen Spezialbier vom Fiege handelt es sich um einen Pilsbock. Da bin ich schon mal gespannt, ich hatte ja schon ein Imperial Pils von der Trumer Brauerei. Mal sehen, ob sich das vergleichen läßt.

Das goldgelbe und leicht trübe Bier wird bedeckt von einer sehr grobporigen Blume. In der Nase erkennt man den Saphir Hopfen. Der gefällt mir bei einem Pils. Der Einstieg ist süß und wenig rezent. Der folgende Geschmack bietet eine schöne kräuterige Hopfennote, trotzdem bleibt die Süße tonangebend. Mit nur 35 IBU ist das Bier auch moderat gehopft, wenn man so einen kräftigen Unterbau hat.

Das ist ein gefälliges Bier, das für mich mehr Hopfen vertragen könnte.

Bewertet am