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Beer like star Mikkeller Hop Burn Low

  • Typ American IPA
  • Alkohol 10% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 88% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 1 Rezension

#16184

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
90% Avatar von mysland
86% Avatar von Felix

86% Rezension zum Mikkeller Hop Burn Low

Avatar von Felix

Im Gegensatz zu seinem Bruder dem Mikkeller Hop Burn High, ist dieses Bier untergärig. Mit denselben Volumenprozenten von 10%ABV stellt es damit sein Pendant dar und nennt sich selbst Double Imperial Pale Lager.

Farblich zeigt es ein mattes Orange mit sehr geringer Schaumbildung.

Der Geruch ist enorm intensiv mit einer interessanten Variation fruchtig-bitterer Hopfensorten. Das Bier riecht insbesondere leicht likörartig mit Hang zu Noten, wie man sie von Böcken kennt. Ein toll umschmeichelnder, aber dennoch uneindeutiger Duft, der zwischen süßer Melone, herbem Honig, zuckriger Erdbeere und klarer Getreidigkeit (Malz) schwankt, stets durchzogen von sehr amerikanischen Hopfennoten, die schon hier Bitterkeit verheißen.

Im Geschmack eine würzige Bitterkeit mit kräftigem Aroma. Ich denke hier an sehr herbe Honigsorten wie Kastanienhonig. Das Bier weist spürbaren Alkohol auf, der aber für das Geschmackserlebnis konstitutiv bleibt. Alkoholische Bewegungen bringen Wärme über den Gaumen, die den Honig zu erhitzen scheint, ihn geschmeidig und betäubend macht. Getreidige Bittere erscheint aromatisch deutlicher als die Hopfung, die jedoch die Bitterkeit mitbringt. Sie ergänzen einander sehr geschickt.

Der Körper ist ziemlich ölig und schwer. Das Bier zeigt eine aalglatte Textur, die in der Tat schon an leichtere Liköre erinnert. Die aber immer so präsente Bitterkeit bringt auch hier einen würzigen Schwung hinein, der den Sud in der Wahrnehmung deutlich bewegter erscheinen lässt. Ein gleichmäßiger, aber interpretierter Körper. Und der Alkohol ist sehr erkennbar und doch sagt er nichts anderes, als dass hier viel Aroma und Kraft am Werk ist.

Der Abgang führt geradlinig das zu Ende, was von Anfang an angestrebt gewesen zu sein scheint. Eine süß-bittere Würze verbleibt, Kastanienhonig und gewürzige Ideen von Zimt und rosa Pfeffer geben einige elegante Kanten hinzu. Zum Schluss verbleibt sogar so viel Bitterkeit, dass ich an tiefschwarze Pfefferkörner denken muss und an Kohle. Die Bitterkeit ist so konzentriert, dass sie ins Verbrannte übergeht.

Das Hop Burn Low von Mikkeller ist ein Imperial Lager ganz ausgezeichneter Art. Bei diesem Bier ist so viel Schwere am Werk und zugleich eine solche Imagination, dass ich es nur zu bestimmten Gelegenheiten und vielleicht nur mit bestimmten Personen trinken würde. Dieses Bier stellt durchaus ein paar Ansprüche, ist aber natürlich trotzdem in jedem Fall nicht nur bestimmten Menschen vorbehalten.
Ich finde diese enorm stark eingebraute Interpretation des Imperial Lager-Stils sehr gelungen und habe mehrere Dinge darüber zu sagen, die mir bedeutsam erscheinen:
Das Imperial Lager hebt sich dahingehend von Imperial Ales ab, dass seine Aromatik nicht grundsätzlich fruchtzentriert arbeitet, sondern getreidige Malze und vor allem auch sehr würzige bis gewürzige Komponenten miteinbezieht.
Das Bier ist von sehr starker Bitterkeit, die von Anfang bis Ende erlebbar bleibt. Sie ist so kräftig, dass sie zuletzt in Noten von Verbranntem mündet, und doch schmeckt das ganz herrlich, röstig, rass. Die Aromatik des Bieres ist trotz der enormen Hopfung trotzdem erstaunlich malzorientiert und die Süße, die es neben der Bitterkeit aufbaut umschmeichelt und verführt mich. Malz und Hopfen können wegen der Untergärigkeit so gut zusammengeführt werden und entwickeln gemeinsam stringente Noten, die stets enorm süß und herb zugleich sind. Ich empfinde hier Noten von Honigmelone und Maracujaschale (vom Hopfen her) über Erdbeere (Alkohol, Malz) und bittersüßen, dunklen, kratzigen Kastanienhonig (Malz) bis hin zu gewürzigen Anklängen von Pfeffer (erst zartrosa, später deutlich kräftiger, schwarz, verbrannt), Anis und Zimt. Die untergärige Brauweise ermöglicht wohl eine besondere Würzigkeit, welche die Fruchtigkeit der Hopfensorten bereichert. Und zuletzt darf auch der Alkohol nicht vergessen werden, der bei diesem Bier sehr klar durchscheint und doch auch viel zum Aroma beiträgt. Ein gelungen verarbeiteter Alkohol, der ebenfalls das Bier noch schöner macht. Nur ein wenig hätte er vielleicht an Druck sparen können, um die Süße nicht zu sehr zu belasten. Doch letztlich ist seine Ansprache verständlich: Er rät zur Ruhe. Und in der Tat, dieses Bier lässt sich nur sehr langsam und genussvoll probieren. Das schätze ich.
Ich empfehle es keinesfalls zum Essen und falls doch nur nach süßer Speise. Der fruchtig-süße Alkohol und die Hopfenbittere sind kaum kompatibel mit allem Vegetabilen oder Salzigen. Dieses Bier sollte für sich allein genossen werden, am besten auch nicht direkt nach dem Essen, sondern besser davor, denn anregend ist es in jedem Fall

Bewertet am

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