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Beer like star Mikkeller Beer Hop Breakfast Oatmeal Stout

  • Typ Obergärig, Oatmeal Stout
  • Alkohol 7.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 82% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#9921

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
82% Avatar von Felix

82% Rezension zum Mikkeller Beer Hop Breakfast Oatmeal Stout

Avatar von Felix

Beim Mikkeller Beer Hop Bearkfast handelt es sich um ein Oatmeal Stout im amerikanischen Stil.
Das Bier sieht wirklich perfekt aus. Undurchdringlich schwarz mit tiefdunkelbrauner, schmaler, aber feiner Krone.
Es riecht toll und nicht ganz typisch für ein Oatmeal. Die Hopfenaromen sind in diesem Bier nämlich dominant, die Malze mischen sich nur nach und nach hinein. Letztlich gehen beide Aromen aber ziemlich auf Augenhöhe nebeneinander her. Eine tolle Harmonie.
Das Bier riecht demnach einerseits intensiv fruchtig nach amerikanischen Hopfen (Chinook, Cascade, Simcoe?), da ist viel exotische Frucht, die saftig und süß daherkommt, Grapefruit, Papaya und Ananas, und zugleich ein extrem weiches Malzgerüst mit regelrecht cremig-samtigen Noten von dunkler Schokolade und Nüssen. Erst nach und nach lösen sich immer mehr kaffeeartige Aromen, jedoch nie säuerlich, stets kakaoig und herb geprägt, doch auch nicht so deutlich, dass sie ins kantig-röstige tendiere. Das Bier wahrt sich eine weich-malzig-süße Seite. Es lässt noch nicht durchscheinen, was es denn nun will und tut etwas geheimnisvoll. Interessant ist auch, dass gegen Ende des halben Liters, das Bier beginnt im Mund zu beißen und mit Säure und Würze um sich zu werfen, es wird richtig giftig, als sei es beleidigt. Das ist ein Charakterbier!
Den Geruch finde ich deswegen so hervorhebens- und beachtenswert, weil er eine Dominanz extrem fruchtig-bitteren, amerikanischen Hopfens und eines sehr weich-süßen Malzes nach eher englischer Art zugleich darlegt, beide Bestandteile des Bieres sind Mittelpunkt und stehen sich in nichts nach. Trotzdem tauchen sie nie zugleich auf, sie wechseln sich ab und man fühlt sich an große Literatur erinnert: "Zwei Seelen wohnen ach in meinem "Glas"..." Dieses Bier ist schizophren!
Im Mund stellt sich nun das klassischere Bild eines Oatmeals vor, so glaubt man jedenfalls im ersten Moment. Die Malze rücken in den Vordergrund und präsentieren sich von weich-röstiger Kaffeeseite, doch direkt dahinter liegt wieder der Hopfen, nun von schwerer Bitterkeit gezeichnet mit grasig-grünknospigen Noten und einer Restfrische der vorigen Fruchtaromen, die Frucht selbst kommt aber nicht mehr hervor, sie wird von Grasigkeit und Röstcharakter überlagert (Diese Kombination finde ich sehr ungewohnt, sie ist aber spannend und passend gebraut).
Der Körper des Oatmeals ist zwar balanciert gearbeitet, könnte aber für meinen Geschmack noch etwas mehr tiefe haben. Er ist recht passend in Verbindung mit den frischen Hopfenaromen, leider aber zu schwach für die weichen und schweren Malze. Hier fängt das Gerüst dann doch etwas zu bröckeln an. Ausreichend ist die Fülle des Bieres aber trotzdem noch. Toll ist außerdem, dass die 7,5%ABV völlig undurchsichtig bleiben. Gerade mit dem Wissen um derartige Umdrehungen jedoch, hätte man noch mehr Körper herausholen können. Daran lässt sich gut erkennen, dass das Mikkeller Beer Hop Breakfast ganz bewusst auf Süße verzichtet.
Im Nachtrunk geht es dann mit viel Bitterkeit und kräftigen Röstnoten weiter. Nun hat sich der schwarze Kaffee endgültig ausgebaut. Ich finde tatsächlich, dass die Röstnoten an den morgendlichen Frühstückskaffee erinnern, man kann sich sofort das (getoastete) Graubrot dazu denken und der Hopfen gibt sogar eine Idee von Marmelade, die Cremigkeit lässt an Frischkäse oder Sahne denken. Das Bier trifft meines Erachtens also seine Intention sehr gekonnt, es stellt aromatisch ein vielseitiges Frühstück dar, dessen Aromaspekrum sich von süß und fruchtig über cremig und brotig bis hin zu röstig und herb entwickelt. Schade am Nachtrunk finde ich vor allem, dass er neben den Röstnoten nicht viel zu bieten hat. Das Bier ist also in erster Linie harmonisch, aber nicht sehr aufregend (wenn man den ersten Schreck wegen des so heftigen Hopfens überwunden hat). Trotzdem halte ich den Nachtrunk für den gelungensten Teil, denn er ist kompromisslos und verleiht dem Bier letztlich die Farbe, gibt ihm einen Sinn und zeigt deutlich die Idee, die dahinter steckte. Hier im Nachtrunk kommt die ganze Palette von Aromen zusammen, das Frühstück erhebt sich aus dem Glas.
So kann ich insgesamt sagen, dass mir das Oatmeal von Mikkeller wirklich gut gefällt. Es ist erst so unscheinbar und viel zu leicht im Mund und entwickelt sich aber rasant weiter. Es überzeugt dadurch, dass es seine Idee grandios umsetzt, es ist etwas sehr Besonderes durch die verrückte Verbindung sehr röstiger und sehr grasiger Aromen, es ist ziemlich bitter und gleichzeitig weich, kann aber dafür im Körper Frische und Cremigkeit nicht ganz vereinen (hat sich aber damit auch echt ein hohes Ziel gesteckt..). Toll ist vor allem noch die Echtheit des Kaffeearomas im Nachtrunk, der in der Tat an tief röstigen, richtig schwarzen Kaffee erinnert, er hat für mich sogar schon etwas Verbranntes. Genial! Hinzukommt eine verdammt würzige - fast schon pfeffrige - Brotigkeit und viel bittere Herbe. Ich finde auch wirklich hervorhebenswert, dass dieses Bier ganz authentisch seine Macken nicht mit Süße zu verstecken versucht, es ist offen und ehrlich und stellt sich bloß und bereut scheinbar nichts. Das brauch es auch nicht, dieses Bier ist provokant und weiß es. Es ist ein freies Oatmeal, das tun und lassen kann, was es will. Ich finde es toll gemacht. Es ist aber auch schwierig zu trinken und man muss sich darauf einstellen und ihm eine Chance geben, sonst kann es leicht "übertrunken", ohne rechtens gewürdigt zu werden.

Bewertet am

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