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Beer like star Midtfyns Bryghus Double IPA

  • Typ Obergärig, American Double IPA
  • Alkohol 9.2% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 8-12 °C
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagen 2 Benutzer

Bewertet mit 74% von 100% basierend auf 4 Bewertungen und 2 Rezensionen

Das Bier Midtfyns Bryghus Double IPA wird hier als Produktbild gezeigt.

Dieses Bier wurde mit folgenden Tags versehen:

  • Cascade-Hopfen
  • Centennial-Hopfen
  • Chinook-Hopfen
  • Trockenhopfung

Speiseempfehlungen / Food pairing:

  • Gegrilltes
  • pikante Gerichte
#7097

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 4 Bewertungen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 3 Bewertungen von Florian, Robert und Dirk
81% Avatar von Felix
77% Avatar von Robert
70% Avatar von Dirk
68% Avatar von Florian

72% Redaktionsbewertung

Avatar von der Redaktion

Jedes Fachgebiet hat so seine Kürzel: Hört der Fotograf das Wörtchen „Dia“, so überkommen ihn Nostalgie und Erinnerungen an kleine Plastik- oder Holztäfelchen sowie klackende Projektoren. Ein Mediziner denkt vielleicht an „Dialyse“. Dem Brauer fällt dazu „Diacethyl“ ein, wobei es sich um einen Stoff handelt, der beim Brauen entsteht und mit zunehmender Lagerzeit abgebaut wird.

Geschmacklich macht sich Diacethyl mit eigenwilligen, teils buttrigen Noten bemerkbar – von manchen gemocht, von anderen als Fehlgeschmack verunglimpft. Das Midtfyns Double IPA ist ein Paradebeispiel für eben diesen Geschmack, doch auch ansonsten ist es kein gewöhnlicher Vertreter seiner Art:

Schon beim Eingießen gluckst es, als plumpsten gerade dicke Klumpen ins Glas. Das klingt zwar schrecklich, wir fanden es jedoch eher amüsant. Im Glas breitet sich eine kastanienbraune Flüssigkeit aus, durchzogen von Nebelschwaden, unter grobporigem und stabilem Schaum.
Geruchlich ist es ungeheuer vielfältig: Auf der einen Seite hat man erwartungsgemäß einen Fruchtkorb mit Mango, grünem Apfel und Papaya, auf der anderen jedoch so ziemlich alles zwischen Honigtoast, Salz und Desinfektionsmittel.
Der Einstieg ist nicht mehr ganz so verwirrend: Er fühlt sich ölig-buttrig an, bringt röstig-süße Karamell- und Schokoladennoten hervor, aber bereits auch Bitterkeit. Im Körper ist dieses Double IPA sehr kräftig und wärmend, obgleich sich der Alkohol recht gekonnt im Hintergrund hält und lieber seine klebrigen Freunde nach vorn schubst, der kleine Feigling!
Diese heißen Honigstulle, Salzbutter und Bitterkeule, und sie setzen dem armen Gaumen ordentlich zu, ausgetrocknet und eingeschüchtert kauert sich dieser zusammen. Ist es ein Selbstschutzmechanismus oder doch eher der Reizüberflutung zuzuschreiben, dass man sich am Ende durch das seltsame Jodaroma an Pflaster erinnert fühlt?

Bewertet am

81% Rezension zum Midtfyns Bryghus Double IPA

Avatar von Felix

Das Bier liegt in trübem Kirschrot da, überzeugend ist vor allem die große und feinporige Schaumkrone, die farblich zwischen weißrosa und beige-grau liegt. Ein interessanter, sehr warmer Anblick.

Im Geruch zeigt sich sogleich eine tiefsüße Frucht mit hintergründiger Malz- und Alkoholsüße, dazu exotische Früchte mit viel Mango, dahinter süße Pflaumen, (erdbeeriger Fruchtzucker?). Die Noten sind fein, lediglich die Mango und der jetzt schon bittere Hopfen überwiegen hier, doch auch die pflaumige Süße zeigt sich besonders deutlich. Außerdem weist das Bier eine herbe Würze auf, eine gewisse "Pfeffrigkeit", die alle Früchte zu umrahmen scheint und für mich irgendwie "unfassbar" bleibt, eine tolle Ergänzung binnen der so tiefen Hopfenaromatik. Diese pfeffrig-deftige Kräuterigkeit geht mit der pflaumigen Fruchtigkeit einher, so scheint es mir.
Schön ist, dass das Double IPA wirklich enorm fruchtig riecht, aber trotzdem weich und tiefsüß bleibt und keineswegs ins Säuerliche wandert. Besonders überzeugend ist demnach die Weichheit des Aromas, die aber trotzdem noch ordentlich Hopfen durchscheinen lässt, die Trockenhopfung mit Cascade hat sein Werk getan.

Im Mund ist das Bier sofort einerseits ziemlich Hopfenbitter, andererseits auch unheimlich fruchtig und tendiert in Richtung Obstler, ohne aber, dass der Alkohol durchkommt (wie es das macht weiß ich wirklich beim besten Willen nicht zu sagen). Durch die enorme Sanftheit des Ales tue ich mich schwer, Aromen zu entziffern, das Bier ist in gewisser Weise codiert und ich kann lediglich ein Meer aus Hopfen- und Malztönen entdecken, beides geht aber in mehrere Richtungen zugleich, sodass ich nichts wirklich zu deuten weiß. Ich bin erstaunt, wie das Bier im Mund an Süße verliert, trotzdem aber nicht das Malz, die Malze sind immerwährend präsent und zeigen sich auch sehr offen und deutlich. Die Hopfung ist jedoch noch etwas stärker ausgeprägt, hier spielt sich die wahre Komplexität des Bieres ab. Grünknospigkeit, Kräuter, Gewürze, Blumenbeet, gezuckerte Beeren und Obstsalat, alles, was Hopfen hergibt taucht hier auf, ist aber so eng miteinander verwoben, das nichts wirklich erkennbar ist.
Mir gefallen die Noten sehr, besonders die Harmonie überzeugt, doch trotz der Stimmigkeit, könnte mir etwas mehr Zielorientierung gegeben sein, ich fühle mich verloren in diesem Fluss aus Hopfen und Malz, wenn ich ihn auch sehr genieße.

Der Körper ist vollmundig und samtig von der Textur, bewahrt sich trotzdem etwas Frisches, ohne dabei zu leicht zu werden. Dennoch merkt man, dass hier an den Malzen gespart wurde, um nicht zu schwerfällig zu werden. Schön ist hierbei auch die Kohlensäure, die ganz mild prickelt, aber trotzdem noch etwas deutlicher ist, als bei den meisten anderen Bieren dieses Kalibers (9,2%ABV). Eine schöne, runde Sache, wo (auch hier) der größte Trumpf die harmonische Weichheit ist. Eine wirklich tolle Textur kann man dazu nur sagen, allerdings ist sie auch nicht herausragend auffällig.

Im Nachtrunk, so kann ich für mich behaupten, geht es bei diesem Bier ziemlich ab. Ich bin vor allem erstaunt, wie genial der Übergang ist, mit dem dieses feine, stimmige IPA in eine richtige Hopfenkanone verwandelt wird. Man merkt es kaum, so sauber ist die Metamorphose. Im Abgang macht der schon zuvor als erstaunlich vielschichtig aufgefallene Hopfen nun endgültig keine Gefangenen mehr. Das Bier wird absolut organisch (sowas ist enorm selten!) bitterer und bitterer und nimmt dabei stets Hopfenaroma mit, sodass es niemals plump wird. Die Herbe legt ordentlich zu und nun kommt die Trockenhopfung endgültig durch. Hier hat man nun eine gewisse Grünknospigkeit, pflanzliche Frische wie von gewässerten Salatblättern und dazu noch herb-säuerliche Früchte. Ebenso wird all dies von einer ganz subtilen Süße unterlegt, die den roten Faden aufrecht erhält. Leider kann ich auch hier nicht wirklich viel einzeln ausfindig machen, die Hopfennoten sind derartig komplex. Trotzdem bin ich fasziniert von einer so geradlinigen, gelungen Entwicklung, die nirgends aneckt und dem Bier eine ganz einzigartige Besonderheit verleiht. Apropós; Das unbeschreibliche, kräuterige Aroma ist auch hier dann letztlich zu finden. Die Pfeffrigkeit, die ich versucht habe zu beschreiben, mischt sich mit den Hopfennoten und erweitert das gesamte Konstrukt noch einmal, und schließlich macht sich eine angenehm beruhigende Trockenheit im Mund breit.

Bei diesem Bier scheint man wahnsinnig viel darüber schreiben zu können, wie wenig Eindeutiges doch darüber zu sagen ist. (Ich entschuldige mich hiermit für diesen Text)
Ich bin also letztlich einmal wieder sehr begeistert von diesem Midtfyns-Bier. Das Double IPA trifft meinen Geschmack voll und ganz, weil es nicht so sehr auf Süße setzt und vor allem wegen der genialen, so organischen Dramaturgie im Geschmacksverlauf. Zuerst ist es fruchtig und süß, dann wird es unbegreiflich, geradezu schwammig, aber trotzdem weich und unheimlich stimmig in sich. Die Malze gehen ganz allmählich zurück, die Hopfung wächst und wächst und scheint im Abgang dann unbändig zu sein. Von einer zarten Weichheit wird dieses Bier zu einer richtigen Hopfenbombe, von mildweicher Süße wandelt sich das IPA in ganz-verhalten-zartsüß um. In Bezug auf Malz und Hopfen ist es also eine entgegengesetzte Bewegung (erinnert mich an eine zweistimmige Bach-Invention :) Dann ist die Kohlensäure auch noch angenehm weich, der Körper voll und tief aber trotzdem nicht schwer und der Alkohol wirklich so gekonnt eingebunden, dass er als Geschmacksträger fungiert, wenn er denn mal hervorkommt.
Ich finde den Einstieg durch die Uneindeutigkeit noch etwas locker, er könnte definierter sein, Geruch und Geschmack ergänzen sich für meine Begriffe noch nicht ganz genau. Und auch die Gesamtaromatik hätte noch durch die Malze einen Hauch komplexer und damit spannender werden können. Ich kann überhaupt nicht einschätzen, ob ich von den Aromen über - oder unterfordert bin. Dieses IPA ist wieder einmal ein guter Beweis dafür, dass Bier im Gegensatz zu Wein oder anderen Genussmitteln erstaunlich viele Aromen besitzt, die einfach nicht zu beschreiben sind, sondern lediglich sich selbst ausdrücken. Eine für einen Verkoster etwas traurige, aber zugleich auch spannende Nachricht.
Letztlich: Ich verstehe das Bier nicht wirklich, bin aber vollauf zufrieden! Durch die Verbindung von Unkompliziertheit und hohem, aromatischem Anspruch finde ich das Bier in jeglicher Hinsicht gelungen.
So in etwa stelle ich mir ein richtig gutes Double IPA vor!

Bewertet am