Biere

Brauereien

Erfolglos gesucht?

Neue Brauereien und Biere aufnehmen

Beer like star Kreativbrauerei Kehrwieder / Riedenburger Brauhaus Feuchter Traum (2014)

  • Typ Obergärig, Pale Ale
  • Alkohol 5.7% vol.
  • Stammwürze 13.3%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier ja
  • Dieses Bier ist klar und ohne Hefe
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 87% von 100% basierend auf 5 Bewertungen und 2 Rezensionen

#23780

Probier mal

Wenn Du angemeldet bist, kannst Du hier Deine Probier-Vorschläge einsehen und ändern.

Du hast dieses Bier noch nicht bewertet

Die Verkostungsanleitung und der Bier-Bewertungsbogen helfen beim Verkosten.

Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
A
B
87%
C
D
E
F
G
H
I
J
Bewertungsdetails
Basierend auf 5 Bewertungen
Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
A
97%
B
C
D
E
F
G
H
I
J
Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung von Florian
97% Avatar von Florian
88% Avatar von Tobieras
87% Avatar von ren1529
83% Avatar von dreizack
78% Avatar von Felix

78% Rezension zum Kreativbrauerei Kehrwieder / Riedenburger Brauhaus Feuchter Traum (2014)

Avatar von Felix

Trübes Orange mit guter Perlage.

Das Bier duftet schon aus weiterer Entfernung himmlisch nach Mandarine, Lychee und Mango. Diese Noten sind gut identifizierbar, haben aber wenig Rahmen, was andere komplexe Aromen angeht. Ein auf das Wesentliche reduzierter Duft, der wirklich das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt. Erstaunlich finde ich, dass diese Aromatik dem typischen Cascade nicht wirklich nahekommt, der wesentlich schlanker und Mango-betonter ausfällt. Der Bio-Cascade scheint ein größeres Volumen zu entfalten.

Im Mund entsteht eine herbe Blutorangennote, als verdunkele sich die Mandarine und gebe Schalenelemente hinzu. Ja, das Bier bäumt sich auf der Stelle auf, wird eindeutig sofort bitter und fruchtsäuerlich, hat aber doch einen sich erhaltenden Süße-Aspekt. Für mich wirkt das aber überhaupt nicht überstürzt, sondern eher wie ein klarer Impuls.

Der Körper des Bieres ist leicht und flauschig. Ich finde es nicht unbedingt problematisch, dass hier wenig Kern zu erkennen ist. Tatsächlich kommt das Bier mit einem Mundgefühl aus, zu dem man bei anderen Suden wohl kein anderes Wort als "dünn" gefunden hätte. Hier stört mich die Leere im Inneren des Bieres nicht explizit, dennoch ist sie im Vergleich zu Aromatik noch nicht ganz ausgereift.

Der Abgang zeigt keine spezielle Betonung der Bitterkeit, sondern ist eher eine kontinuierliche Fortführung des impulsiven Antrunkes. So erscheint der gesamte Trinkverlauf wie ein sich langsam verflüchtigender Ausbruch. Ich finde das toll, denn so empfindet der Genießer eine stetige Entspannung, obwohl zugleich ein nicht zu unterschätzendes Aroma von Anfang an klar im Spiel ist. Ich finde die Bitterkeit des Bieres betörend eingebunden.

Der Feuchte Traum (2014) ist damit ein Pale Ale, das es bewältigt, besondere Pluspunkte für genau das zu ernten, was bei anderen Suden Abzüge zur Folge hätte. Dem Bier tut die Kernlosigkeit des Körpers nicht so richtig schlecht, genauso wie die schwindende Aromatik im gesamten Trinkverlauf, der damit wirkt, wie der Akt des Versickerns von Flüssigkeit im Erdboden. Ein langsamer, sich setzender, beruhigender Prozess.
De facto sind hier dennoch Aromen und Komponenten am Werk, die eher durch Impulsivität auffallen und auch das sehr gut machen. Das Bier hat mit seinen 55IBUs eine ordentliche Bitterkeit, die auch klar zum Vorschein kommt. Seine Aromatik ist schon aus der Ferne klar zu erkennen und es gibt Noten von Mango, Lychee und Mandarine ab. Im Antrunk wandelt sich der eher süßliche Duft, indem besonders schalenbittere und säuerliche Komponenten hinzukommen, die den Eindruck verdunkeln, verdüstern. Die klare, süße Mandarine entwickelt sich eher zu einer schnippischen Blutorange weiter.
Toll ist vor allem auch die wunderbare Bitterkeit, die klar und akzentuiert, aber überhaupt nicht überladen ist. Sie vermengt sich mit der fruchtigen Süße und gibt eine bemerkenswerte Cremigkeit ab. Hier fällt dann schon auf, dass der Körper noch etwas Gewicht vertragen hätte. Ich bin sicher, das Bier wäre noch eindrucksvoller geworden.
Doch auch wenn der Körper eine gewisse Schwäche zeigt, die Aromatik besticht - vielleicht nicht unbedingt mit ihrer Vielseitigkeit, dafür aber mit ihrer Dynamik, ihrer sich selbst beruhigenden Bewegung.
Zum Namen und Etikett möchte ich nur sagen, dass ich den Titel irgendwie lustig, aber auch der Qualität des Bieres nicht ganz angemessen finde. Ich empfinde so etwas als irgendwie unnötige Witzelei, die vom Bier ablenkt. Das Etikett mag ich persönlich gerade in seiner Einfachheit gerne, kann aber verstehen, dass mancher kritisiert, es sei zu pseudo-künstlerisch.
Ich empfinde den Sud als eine deutlich verbesserte Version des Dolden-Suds und würde mir wünschen, dass Riedenburger sich bei Kehrwieder noch ein bisschen was abschaut, um eben genau solche Biere in Bio-Qualität dauerhaft produzieren zu können. Und natürlich wünsche ich mir noch mehr, dass alle Brauer sich die Nachhaltigkeit zum eigenen Ziele setzen und Moralität und Umweltethik in ihren Brauprozess selbstverständlich miteinschließen.

Bewertet am

97% Eine geschmackliche und qualitative Offenbarung

Avatar von Florian

Der Feuchte Traum im Jahr 2014 wurde zusammen mit dem Riedenburger Brauhaus gemeinschaftlich gebraut.

Schon der Duft ist betörend. Die Süße erinnert zuerst an Karamell und Honig, wirkt unglaublich fluffig, und schwenkt dann in Richtung Rhabarbar. Der Duft ist herrlich, wenn auch unerwartet. Immerhin legt man auf dem Etikett den Fokus auf die Verwendung von Bio-Cascade-Hopfen, der für gewöhnlich in Richtung Grapefruit und Zitrus tendiert.
Auch im Einstieg geht es geschmacklich markant in Richtung winziger Walderdbeeren. Das Bier ist unglaublich sauber und klar. Hopfen und Malz kommen wertig daher. Erst später im Trinkverlauf schaukelt sich die Bitterkeit nach vorn, aber in einem doch pfleglichen Bereich. Im Abgang überlagert das ein wenig die Walderdbeeraromen, was dem Bier abschließend etwas Weiche streitig macht.

Das 2014er Feuchter Traum ist eine Offenbarung – geschmacklich und qualitativ. Chapeau Max Krieger und Oliver Wesseloh!

Bewertet am