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Beer like star Kentucky Light

  • Typ Obergärig, Kölsch-style Ale
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 40% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#17425

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
40% Avatar von Felix

40% Rezension zum Kentucky Light

Avatar von Felix

Das Kentucky Light ist mittlerweile in den Namen Kentucky Kölsch umbenannt worden. Mein Testexemplar war noch unter dem alten Namen geführt.

Das Kölsch bildet eine sehr helle, cremige Krone aus, ist leicht trüb mit klassisch gelber Färbung.

Im Geruch finden sich süße, hefige Duftnoten mit allerlei Früchten. Das Bier riecht nach einem mit Hopfen angereichertem Bananen-Shake, nach etwas wie Ananas und sauren Brombeeren. Es besitzt trotzdem Getreidigkeit, die aber durch Fruchtnoten ergänzt wird. Insgesamt ist die Aromatik hell gehalten. Noten von weicher Birne kommen vielleicht durch. Etwas Grasigkeit, Hopfen und Getreide werden vermengt.
Ein ungewöhnlicher Geruch, der bereits aufmerken lässt und versichert: Dieses Bier ist in deutschem Stil gebraut, kommt aber definitiv nicht aus Deutschland!

Der Geschmack bietet weiterhin eine Mischung aus Birnensäure und Bananensüße, leider überschlägt sich die Säuerlichkeit, sodass sie sich mit der geschmeidigen, weichen Textur reibt. Die Getreidenoten sind im Mund weniger präsent, die Beerigkeit dagegen ist sehr viel deutlicher.
Der Geschmack ist definitiv an den Geruch angelehnt, schafft es aber nicht gänzlich, die Einheit der Aromen nebeneinander zu portraitieren. Leider ist das Bier zu sauer geraten und gleichzeitig dafür dann zu gehaltvoll. Eine tödliche Mischung, wie ich finde.

Der Körper bietet eine hefige Dichte, die mit einer verspielten Kohlensäure einhergeht. Rein vom Mundgefühl her, finde ich das toll! Während man von den enorm weichen Noten beruhigt wird, kitzelt und spielt die Kohlensäure ganz kindisch und hemmungslos in allen Bereichen des Mundinnenraumes. Ein sehr sympathischer Charakter, der aber auch hier durch die Unstetigkeit von Säure und Süße nicht zur Geltung kommt. Nichts Herausragendes.

Der Abgang hält wieder beerig-strohige Frucht- und Getreidenoten bereit. Das Bier kann seine Säure noch immer nicht verdecken (die Frage ist, ob es das denn überhaupt möchte..). Letztlich bleiben säuerliche Ananas, Getreide und Bananensüße ohne Aroma zurück. Eine an sich nicht uninteressante Kombination, der es aber an Originalität mangelt und die sich nicht entschlossen genug gibt. Sie wirkt, als habe sie ein paar Fehler zu verbergen. Außerdem kommt eine unangenehme Metallnote durch.

Das Kentucky Light/Kölsch ist ein Bier, das meiner Ansicht nach nicht viel mit einem deutschen Kölsch zu tun hat, bei dem man aber schon merkt, in welche Richtung es ungefähr möchte (Manchmal glaubte ich, es habe den Sprung über die niederländisch-deutsche Grenze nicht ganz geschafft).
Es schafft es dennoch, die Trinkbarkeit und Wirkung eines klassischen Kölsch zu übermitteln, geht meienr Einschätzung nach mit der Gestaltung dann doch eher in Richtung Weißbier. Die obergärige Hefe kommt deutlich zur Geltung, verschafft sich besondererweise sogar einen Platz in der Mitte der Aromatik, womit mich das Bier glauben lässt, doch eher belgisch als deutsch inspiriert worden zu sein. Interessant ist aber, dass durchaus eine Übereinkunft gefunden wird. Während die Aromatik eher belgisch angehaucht ist, kann das Bier in der Süffigkeit und Intention durchaus mit den deutschen Bieren mithalten. Es ist noch fülliger als die deutschen Kölschbiere, ansonsten aber vergleichbar. Der Begriff Kölsch-Style-Ale ist vielleicht um ein Haar genauer.
Mir gefällt an diesem Bier aber noch mehr als die reine Übereinkunft mehrerer Stilideen. Ich mag die Komplexität der Fruchtnoten. Gerade bei solchen Kölschbieren hat man es seltener mit so unterschiedlichen Früchten zu tun, die sich von weich-süß bis hin zu spitz-sauer ausbreiten und gefühlt alle Fruchtsorten abklappern. Außerdem finde ich die Trinkbarkeit und Textur schön gemacht, die Rezenz ist so weich und angenehm der Süffigkeit zuträglich, dass sie mich durchaus mit ihrem Charme gewinnen kann.
Vielleicht ist das die große Stärke des Bieres: Sein Charme! Ich kann ihm wenig böse sein für die Aspekte, die mir nicht so gut gefallen. Irgendwie ist es sympathisch, weil es sich überhaupt nicht um die hohe Punktzahl reißt, es wirkt natürlich und ein bisschen albern, ist charakterstark mit seiner Kindlichkeit.
Trotzdem will auch negative Kritik angebracht werden: Die Differenz zwischen hefiger Süße und saurer Frucht ist definitiv zu groß geraten. Die Säure wirkt enorm stark und ist nicht mehr in den Griff zu kriegen. Auch kann der Körper solch eine Unstimmigkeit nicht transportieren. Insgesamt könnte außerdem die Gesamtaromatik intensiver sein, das Bier wagt relativ wenig und kann sich selbst nicht in Einklang bringen. Ich finde schon, dass es über fundamentale Lücken verfügt, die nicht hätten sein müssen. Außerdem liegt es unangenehm im Magen, womit es den Pluspunkt seiner Trinkbarkeit einbüßt.
Letztlich fällt mein Urteil wie folgt aus: Das Kentucky Kölsch ist ein Bier, dass nur schwerlich als richtiges Kölsch zu bezeichnen ist (wahrscheinlich werden sich alle Kölsch-Hasser über dieses Bier freuen). Ich finde es in seiner Konzeption aber nicht besonders gelungen. Es ist irgendwie chaotisch und unorganisiert mit der wilden Mischung aus deutschen und belgischen Noten, es kriegt sich nicht in den Griff. Ich mag auch die Interpretation persönlich nicht so sehr, will meine Bewertung an dieser Stelle aber nicht von subjektiven Empfindungen abhängig machen. Auch objektiv betrachtet kann es mich nicht überzeugen.
Ein Bier, das mich im ersten Moment überrascht, nach etwa einer halben Flasche aber zunehmend geärgert hat. Ich halte es für kunstlos und fehlerhaft, und selbst wenn ich alles Analytische beiseite lasse; Dieses Bier schmeckt einfach nicht.

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