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Beer like star Hop Bomb Challenge (2011)

  • Typ Obergärig, American IPA
  • Alkohol 6.3% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 79% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#9975

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
79% Avatar von Felix

79% Rezension zum Hop Bomb Challenge (2011)

Avatar von Felix

Bei der Hop Bomb Challenge Serie von Mikkeller wird jedes Jahr ein nominiertes Home-Brew-Produkt für einige Zeit von Mikkeller vertrieben. In diesem Fall aus dem Jahre 2011 ein American (India) Pale Ale von Sören Davids.
Das Hop Bomb Challenge (HBC) ist nicht filtriert und zeigt sich hefetrüb, von rosa-orangener Farbe mit ziemlich toller Perlage und einem scheinbar recht hohen Kohlensäuregehalt. Der Schaum ist wunderbar fein und cremig, wenn auch etwas flach.
Im Aroma ist es wirklich extrem fruchtig und saftig. Zuerst erschlägt einen eine intensive, säuerliche Blutorange, dahinter gleich bittere Grapefruit und leichte Anklänge von Limette und süßer Saftorange, das gesamte Zitruspaket (ohne Zitrone?). Außerdem dann noch eine weiche Süße, die einerseits an Honig und andererseits an Mango erinnert, vielleicht noch etwas Kiwi oder (grüne) Weintrauben dazu, abgerundet mit einem "Hopfenparfum". Sehr exotisch und unheimlich frisch. Im Glas liegt ein flüssiger Obstsalat. Das Bier besitzt eine geniale In-Your-Face-Fruchtigkeit mit einem ganzes Kompott aus Früchten verschiedenster Art und ist trotzdem zugleich noch hintergründig süß und weich. (Es erinnert vom Charakter etwas an das Punk IPA, scheint aber noch nicht ganz so extrem zu sein, wenn auch vergleichbar)
Im Mund überrascht die beinahe sofortig einsetzende Bitterkeit, dieses Ale wartet nicht auf den Abgang. Die Zitrusfrüchte vermengen sich und geben ein breites Fundament an Schalenaromen ab, richtig herb und frisch, insbesondere die Grapefruit scheint hier deutlich durch. Außerdem hält sich auch die Süße weiterhin, wobei sie nun von Malznoten getragen wird. Das Bier besitzt eine gewisse Cremigkeit und glänzt durch sehr nuancierte, abrundende Honignoten, die aber hinter den Zitrusaromen größtenteils verborgen bleiben. Trotzdem ist es kräftig und vollmundig, die Malze verrichten hier ein solides Werk, zugleich ist es unheimlich erfrischend. Die Kohlensäure ist in der Tat nicht zimperlich.
Der Körper ist bodenständig, er ist voll für ein Pale Ale und trotzdem noch nicht zu voll. Die Kohlensäure gibt dem Bier dann die Zweideutigkeit. Leider ist die Süffigkeit etwas zu hoch und der Körper insgesamt doch leicht zu schwach geraten, das Bier wird mit zunehmender Trinkzeit immer leichter zu trinken. Mehr Malze bzw. ein höherer Alkoholgehalt hätten hier Wunder gewirkt, um das bemerkenswert hohe Level der HBC auch auf Dauer zu halten.
Im Nachtrunk wird es dann natürlich richtig bitter. Extreme Hopfenaromen kommen hier zum Vorschein, der Mund wird regelrecht von grasigen Noten belegt, die nun aus dem Fruchtbottich immer schneller aufsteigen, Hopfen, Hopfen und noch mehr Hopfen, dahinter noch immer Grapefruit, Blutorange, vielleicht noch ein Hauch leichter Karamellsüße, aber kaum mehr zu spüren. Erst hier wird "wirklich" klar, wie wenig der Titel eine Übertreibung ist, ich würde sagen, gar nicht. Das Bier ist eine regelrechte Hopfengranate, und trotzdem werden die Malze nicht vernachlässigt, das finde ich gut gemacht und es trägt vor allem zur Harmonie zwischen Mundgefühl und Aroma bei.
Ich muss allerdings gestehen, dass ich mir dieses Bier noch besser mit höherem Alkoholgehalt und noch etwas mehr Fülle hätte vorstellen können, es hat tolle Anlagen ein ganz fantastisches (Double?) IPA zu sein, ist hier eher zwischen Pale Ale und IPA anzusiedeln, ich möchte mich beim Stil da eher ungern festlegen.
Mir gefällt das HBC 2011 wirklich verdammt gut, es ist in der Tat eine Bombe aus purem Hopfen, es besitzt einen schönen Aromaverlauf, der von (Zitrus)Obstsalat bis hin zu intensiver Grasigkeit reicht, es bewahrt sich dennoch eine leichte Süße und integriert Malznoten zwar sparsam aber merklich ins Aromaportrait. Es ist sehr extrem, könnte aber dann auch noch komplexer sein. Vielseitig ist es eigentlich nur in Bezug auf die ganzen Zitrusaromen, die von bitterster Grapefruit, über saftige Blutorange, süße Orange und fein-herber Limette reichen (interessanterweise aber Zitronennoten gänzlich ausschließen), lediglich durch die Malzsüße werden noch Ideen anderer Früchte (Kiwi, Traube) ergänzt, diese reihen sich irgenwo zwischen Fruchtigkeit und Hopfenaroma ein. Erwähnenswert finde ich außerdem noch, dass eine ganze Flasche den Magen schon unangenehm anfüllt, weil die Hefigkeit doch recht hoch ist, wenn sie auch geschmacklich wenig hervorkommt. Das steht leider im krassen Kontrast zur Süffigkeit. So gesehen ist das HBC ein ziemlich fieser Bursche, der zu übermäßigem Genuss einlädt, es aber mit drückendem Magen verdankt.
Was diesem Bier für die Perfektion vielleicht fehlt ist eine ausreichende Komplexität, was es aber auf jeden Fall hat: es ist genau das, was es will! Es ist extrem, es ist hopfig, es ist bitter, es ist erfrischend, es ist süffig, aber nicht zu leichtgewichtig, es ist weich und zugleich sprudelig.
Es wirkt ein wenig, als habe der Brauer versucht, ein ziemlich hochwertiges Geniesser- und Liebhabergetränk irgendwie "gartenfest-tauglich" zu machen.
Ein tolles Bier, das nur noch den Feinschliff benötigt.

Bewertet am

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