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Beer like star Herschdorfer Pils

  • Typ Untergärig, Pils
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 79% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#23079

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
79% Avatar von Felix

79% Rezension zum Herschdorfer Pils

Avatar von Felix

Naturtrübes, mittelhelles Pilsener mit extremer Schaumbildung.

Der Geruch ist vollkommen ungewöhnlich und doch erstaunlich bekannt. Das Bier riecht tiefsüß-fruchtig und hopfig zugleich. Keine Malze sind hier am Werk, sondern ungemein vordergründige Hefen in Verbindung mit einem blumigen, fast schon unscheinbaren Aromahopfen. Das Bier entwickelt intensive Aromen von Himbeersirup und schwarzer Johannesbeere. Dahinter verhält sich ein punktgenauer Aromahopfen, der vielleicht aus der Gegend Hersbruck kommen könnte. Zartflorale Töne gibt der Hopfen ab, gekrönt von einer zitronigen Spitze. Ungemein interessante und sehr deutsche Nase.

Im Mund vergeht die Sirupigkeit des Bieres zwar und der Hopfen kommt sofort deutlich hervor, um das Bild eines Pilseners gerade zu rücken, doch die Aromatik von schwarzer Johannesbeere und Himbeere verweilt. Etwas dünn wird der Sud im Mund, der Hopfen gibt vornehmlich Bittere ab, doch die gesamte Aromatik schwingt als Obertonkomplex mit. In dieser Trinkphase erfolgt eine gewisse Auflockerung.

Der Körper ist divergent, was Textur und Kontur angeht. Texturell bietet der Sud eine hefige Dichte mit starker Oberflächenstruktur. In der Kontur dagegen wirkt das Bier noch etwas benommen und aufgelöst. Es entsteht eine gewisse Lücke im Körper. Die Kohlensäure ist stark, aber erfrischend und ausgewogen.

Der Abgang entwickelt dann eine Zusammenführung der bisherigen Noten. Die Beeren und die Hopfenaromatik verbinden sich zu einer Grundnote, die unmittelbar an reife Banane denken lässt. Letztlich wird die Art der Aromatik deutlich durch genau diese Zuspitzung aller Noten zu etwas so Eindeutigem. Es wird zusehends schwerer, die Beerennoten zu erkennen und die zartfeinen Aspekte des Hopfen zu selektieren, wenn erstmal diese Banane aufgeht. Das Bier wird dadurch banalisiert.

Das Pils aus Herschdorf in Thüringen ist ein ganz ursprüngliches, urnatürliches Bier, das gerade, weil es der Hefe die Zügel in die Hand gibt und auf diese vertraut, zu so ungewöhnlicher Aromatik gekommen ist.
Selten habe ich bislang ein Pils gehabt, das derartig süß und alternativ wirkte, eben weil es so sehr "vom Lande" ist, und das dabei trotzdem noch beweisen kann: es ist ein völlig standfestes Pils nach allen Kriterien.
Dieses Bier hat Bittere und eine zartfiligrane Nase von Zitrone und Floralität der deutschen Hopfensorten. In Verbindung mit dieser ganz individuell erscheinden Hefekultur aber schafft es der Hopfen, seine klassischen Noten auszudehnen. Hefe und Hopfen sind perfekt kombiniert, ihre Noten ähneln sich zutiefst, doch diese kleine Unterschiedlichkeit, die es da gibt, die bewirkt diese wunderbar progressive Note. Die Aromatik lässt mich denken, man habe dem Hopfen zwar alle Macht gegeben, doch ihm zuvor die Seele der Hefekultur eingepflanzt.
Faszinierend daran ist nicht zuletzt, wie erkennbar und eindeutig der Hopfen erscheint. Er kommt mir sehr bekannt vor und besitzt einen klaren Charakter. Hier lässt er eine altbekannte und zugleich ganz neuartige Aromatik von Himbeere, schwarzer Johannesbeere und Banane zusätzlich entsteigen, die zwischen Sirupsüße und Doldenbittere steht, aber deutlich zitral-erfrischend und floral-duftig bleibt. Was diesen mir so bekannten Hopfen von anderen deutschen Hopfensorten unterscheidet, kann ich nicht in Worte fassen. Wer es aber schmeckt, dem wird es sicherlich wie ein Licht aufgehen, was ich damit meine, wenn ich sage, er sei ganz er selbst und charakterstark.
Ich empfehle dieses Bier als Begleiter zu einem deftigen Essen mit viel Knoblauch.
Das Herschdorfer Pils ist ein grundsolides Bier mit ganz eigener Note und ehrlichem Zug. Ein Bier, dem man die liebevolle Zubereitung mit qualitativ hochwertigem Aromahopfen anschmeckt, das aber auch durch die Willkür der Brauanlage und anderer äußerer Gegebenheiten mitbestimmt zu sein scheint. So ist es mit Naturprodukten eben. Und ich bin froh, hier ein Naturprodukt so ehrlich zu erkennen. Lücken und Schnitzer stören das Genusserlebnis wenig.

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