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Beer like star Handbryg Rough Snuff II

  • Typ
  • Alkohol 9.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 10-14 °C
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist hefetrüb
  • Probier mal sagen 2 Benutzer

Bewertet mit 76% von 100% basierend auf 5 Bewertungen und 2 Rezensionen

Das Bier Handbryg Rough Snuff II wird hier als Produktbild gezeigt.

Dieses Bier wurde mit folgenden Tags versehen:

  • Algen
  • Kandis
    #7107

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    Bewertungsdetails
    Basierend auf 5 Bewertungen
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    Bewertungsdetails
    Basierend auf 3 Bewertungen von Florian, Robert und Dirk
    89% Avatar von Dirk
    80% Avatar von Robert
    73% Avatar von Felix
    72% Avatar von Florian
    64% Avatar von Kaddy

    73% Rezension zum Handbryg Rough Snuff II

    Avatar von Felix

    Das Rough Snuff II von Midtfyns Bryghus ist die zweite Version des vielleicht einzigen Bieres weltweit, das Tabak(extrakte) enthält. Die erste Version des Rough Snuff war leider (aber wahrscheinlich auch zu Recht irgendwie..) in Dänemark verboten, mit diesem zweiten Exemplar wurde nun auch eine Bier-Tabak Kreation legalisiert.

    Das Bier ist sehr dunkelrot, ein geheimnisvolles Bordeaux oder Mahagonirot umschmeichelt die Flüssigkeit, es sieht ein wenig aus, wie verdünntes Blut, mit beigefarbener Schaumbildung, ohne dabei unapetitlich sein zu wollen. Ganz im Gegenteil finde ich es ausgesprochen hübsch.

    Im Geruch macht sich die belgische Hefe mit fruchtig-weichen Wolkenaromen (!) breit, andererseits stehen sofort röstig-süße Noten in der Nase. Das Aroma schwankt von Rosinenbrot/Weißbrot/Hefezopf, über Zuckergebäck und Mandelcréme bis hin zu erdiger Nussigkeit und klar definierten Kakaonoten. In den Zwischenräumen von Süße und Röstnoten stehen dezent herbes Lakritz, etwas Rauch und (wie mir auch schon auf der Braukunst ganz besonders aufgefallen ist) ausgehend von der belgischen Hefe ein gewisses Kaugummiaroma. Ganz hintergründig verhalten sich kernige Küchengewürze (Estragon? Lorbeer? Oregano?) und etwas Pflaumig-Gäriges. Riecht man in einem einzigen, kräftigen Zug, wirkt es ungewöhnlich frisch und leicht, es trägt Züge von Weißbier oder Kölsch.
    In der Verbindung von tiefer Süße (ganz betörend wie von Sirup übergossen) und zartherber Schokoladigkeit findet sich eine herbe Erdigkeit mit - in der Tat - tabakigem Charakter. Diese Erdigkeit nun in Kombination mit der so intensiven Kaugumminote ist einfach einmalig.
    Besonders schön finde ich hier, dass das Bier deutlich die Süße in den Mittelpunkt setzt, sie aber nicht erschlagend darstellt, sondern hierbei relativ fein verschiedene Formen süßer Aromen miteinander verbunden werden. Die Herbe von Tabak und Kakao ist immer da und dennoch niemals zu würzig, stets abrundend zur komplexen Süße.
    Dabei ist das Bier aber trotzdem nicht sehr intensiv, sonder feinaromatisch und kompliziert. Es scheint.

    Im Antrunk merkt man dann sofort, wie schwer es ist. Dass es 9,5%ABV hat, hätte ich vorher niemals erwartet, ich habe mit etwa 6,5% gerechnet und bin deswegen durchaus überwältigt und verwirrt. Nach kurzer Gewöhnungsphase muss man sich noch einmal konzentrieren, dann kann wieder ernsthaft an das Bier herangegangen werden...

    "Alkohol: Fluch oder Segen", könnte die Überschrift für dieses Bier sein!
    Im allerersten Moment schmeckt es nicht wirklich stark, sofort danach aber kommen Alkohol und Hefe hervor, nehmen praktisch den gesamten Geschmacksapparat völlig in Besitz, ein regelrechter Blitzsturm auf die Geschmacksknospen, der mir ehrlich gesagt wirklich etwas zu heftig alkoholisch und fuselig ist. Sogleich stürmen sowohl die bereits genannte "belgische", hefige Kaugummisüße wie auch ein bitterer Hopfen gemeinsam mit ordentlich Erdigkeit und Röstnoten den Mund, der Alkohol trägt alles, behält aber leider dennoch die Überhand, er ist einfach zu stark geraten, was man vor allem daran merkt, dass zwar eine enorme Kraft entwickelt , leider aber gar nicht so wirklich eine Tiefe zustande gebracht wird. Dieses Geflecht aus Alkohol, Süße und Erdigkeit erschafft in der Tat eine beinahe reine, doch sehr süße Lakritznote, die von tabakiger und kakaoiger Herbe umrahmt wird. Und zusätzlich dazu wird das Bier dann auch noch salzig mit richtigen Fischaromen. So heftig habe ich das eigentlich noch nie erlebt.
    Ein wirklich intensiver, herb-süßer Einstieg, der mit viel Alkohol ordentlich in der Brust wärmt und dem es meiner Ansicht nach an Fülle und Einheit fehlt. Er ist aber auch andererseits schwierig zu bewerten, da er eine gute Balance zwischen Süße und Herbe behält. Auch der Alkohol scheint mir nach längerem Genuss beinahe positiv in dieser Extremität aufzutreten. Er ist es, der die Komplexität, die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Aromen erschafft und formt. Er ist der, der die Fäden zieht in diesem Konstrukt..

    Der Körper ist dementprechend. Der Alkohol macht ihn enorm ölig und geschmeidig, leider aber bräuchte er noch weit mehr Tiefe, mehr Volumen, er ist aromatisch löchrig und kann deswegen keine Reichhaltigkeit annehmen. Die Hefe rettet das, aber die Süße ist noch nicht stark genug, die Würze irritiert die Aromatik an dieser Stelle sogar. Die Rezenz ist angenehm, da geht aber noch weit mehr. Die Kohlensäure ist mir zu rasch verflogen und im ersten Moment etwas zu stark.

    Der Nachtrunk hält dann hauptsächlich Hefe, Hopfen und - ja - Tabak bereit. Nun beginnt schon der Alkohol zu wärmen. Das Rough Snuff klingt röstig aus, Hopfenaroma macht sich im Mund breit, erstmalig scheint das Bier "gewöhnliche" (was in der Craft-Beer-Welt ist gewöhnlich?) Züge anzunehmen. Es klingt weich und wärmend aus, geradezu beruhigend aber mit einer offenen Frage: Bin ich süß oder herb?

    Dieses Bier ist definitiv kein Nebenbei-Ale. Es ist ein wirklich kompliziertes und schwieriges, wie aber auch spannendes und komplexes Produkt, mit dem man sich richtig beschäftigen sollte. Würde man ihm nur die Chance von 0,1 l geben, so glaube ich nicht, dass sich jemand richtig damit anfreunden könnte. Also: Ein Bier, dem aufmerksam gelauscht werden muss.
    Ich weiß bis zuletzt nicht, ob der Alkohol gut oder schlecht ist, so wie er auftritt. Er ist mir einerseits definitiv zu deutlich, andererseits bündeln sich in ihm all die verschiedenen Noten. Das Bier wäre deswegen wahrscheinlich ein tolles, apetitanregendes Aperitif, wenn es in kleiner Dosis genossen wird. Mich haut die subtile Vielschichtigkeit des Rough Snuff II wirklich um:
    Hefe in verschiedenster Form, von Zuckergebäck bis Kaugummi, gärig-fruchtige Pflaumigkeit, Mandelcréme, Nüsse, Erde, Tabak, Lakritz, Kakao, Röstmalz, verschiedenste Gewürze, Salz/Fisch und Hopfen, eine betörende Vielfalt, die geradezu überfordernd ist.
    Frisch und alkoholisch, Herb und Süß, schwer und schlank, kernig und weich, säuerlich, gärig, fruchtig... Was lässt sich dazu sagen?
    Ein Braukonstrukt voller Geheimnisse und spannender Abenteuer, ein Bier, das regelrecht erkundet werden will, bei dem vielleicht eine einzige Flasche gar nicht ausreicht, und bei dem man im Laufe des Trinkens ungefähr ein dutzend Mal seine Meinung ändert, weil es auf dem schmalen Grad zwischen Genie und Wahnsinn schwankt.
    Vieles könnte verbessert werden. Vieles sollte man lieber so lassen. Echt einfach Geschmackssache. Ich bin einfach nur fasziniert.

    Bewertet am

    64% Rezension zum Handbryg Rough Snuff II

    Avatar von Kaddy

    Für mich bleibt hier von Anfang bis Ende nur Lakritze schmeckbar, im Hintergrund mischt sich noch ein bisschen Eisbonbon ein. Und ganz entfernt kann ich Fruchtnoten erahnen. Trotz des sprittigen Einstiegs, ist die Konsistenz sämig, das RSII insgesamt sehr schwer.

    Bewertet am