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Beer like star Haberstumpf Lager Hell

  • Typ Untergärig, Helles Lager
  • Alkohol 4.9% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 84% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#21937

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
84% Avatar von Felix

84% Rezension zum Haberstumpf Lager Hell

Avatar von Felix

Ziemlich klares Gelb. Hervorhebend lebendige, schneeweiße Schaumkrone. Eher klein, dafür im Kern cremig-dicht, oben drauf von größeren Blasen bedeckt wie von einem Gebirge. Klassisch und doch wirklich schön.

Im Geruch eine füllige Süße. Ein dichtes Aroma von zitralem Honig, gekeimtes, zuckriges Getreide kommt hinzu und ein sehr floraler, deutlicher Hopfen, der Noten von Flieder und Veilchen abgibt. Interessant, denn das Bier ist dadurch von einer sehr aromatischen, intensiven Milde.
Es nimmt außerdem die Kälte der Lagerung in sich auf und gibt sie gebündelt aus dem Glas wieder ab. So entsteht auch nach längerer Zeit ein kühlender Eindruck in der Nase. Ein wirklich grandioser Duft.

Im Mund ordentlich florale Hopfennoten mit mittlerer Bittere. Toll, denn genau das verstehe ich unter einer "milden Hopfung". Mild heißt nämlich nicht - wie so oft falsch verstanden - "keine" Bitterkeit.
Also: blumige, zuckrig-getreidige Aromen und eine gut balancierte Bitterkeit. Betont süßlich.

Der Körper ist eher breit und bauschig. Die Textur erscheint weniger spritzig als vielmehr durch die Süße verhältnismäßig ölig. Trotzdem ein süffiges, frisches Format, das einem bayerischen Lager mit sanft arbeitender Kohlensäure sehr gerecht wird.
Ein Hauch mehr Prickeln und der Körper wäre wohl vollendet.

Der Abgang ist leicht bitter mit Getreide- und Hopfennoten. Auch hier betonte Blumigkeit, Cornflakesnoten und eine honigliche Süße mit herber Subnote, die fließend in die Hopfenbittere übergeht. Ein sehr milder, aber trotzdem aromatischer Abgang ohne größere Besonderheiten.

Das Haberstumpf Lager Hell ist das zweite Bier, das ich aus dieser Brauerei probiere und auch dieses überzeugt mich sehr. Die hier Verantwortlichen haben eine hervorragende Einschätzung von sich selbst, denn die Angaben auf der Flasche passen wirklich mal zum Bier. Da wird von Dingen gesprochen wie "angenehm mild, feinblumig, gut im Trunk". Ja, genau. Dies und nichts anderes.
Dieses Bier ist so toll, weil es ein vollwertiges, klassisch süddeutsches Lagerbier ist und innerhalb dieses Charakteristikums dennoch so viel zu verbessern weiß. Diese Verbesserungen entwickelt es mit geübter Präzision.
Ich bin sehr zufrieden mit der Hopfung, denn hier wird endlich mal anständig mit dem Wort "mild" umgegangen. Das Bier schmeckt deutlich gehopft und es zeigt auch Bittere, aber erschlägt damit überhaupt nicht. Sehr balanciert agiert der fliederige Hopfen und gibt vor der Bittere hauptsächlich Aroma ab. Das markante Getreide gibt vor allem sehr süße Noten von Honig und Heu hinzu.
Verbesserungsvorschlag wäre meinerseits: Zwischen Hopfenbittere und Malzsüße hätte es noch eine deutlichere Brücke geben können. Ich hätte mir ein prägnantes Fruchtaroma sehr gewünscht. Vielleicht etwas in Richtung Orange, Limette, Melone oder Mango. Dieses Bier könnte auch wunderbar mit exotischeren Noten umgehen, ist mir so ein kleines bisschen zu getreidig-süß geraten.
Um es nun zu einem Schluss zu bringen: Ich finde dieses Lager toll. Es ist ziemlich gut gearbeitet, hat ordentlich Aroma und bewegt sich dabei in flexibler Manier, wirkt zart und hält eine milde, aber spürbare Hopfenbittere bereit. Es setzt die Grundpfeiler für das, was sich als Vollendung des hellen Lagerstils bezeichnen lässt und gehört damit zum Besten, was ich in dieser Stilistik bislang genießen durfte.
Schlichtweg, ein richtig gut gemachtes Helles, das allgemeine Maßstäbe setzen sollte. Wirklich, an diesem Bier sollte sich Bayern orientieren.

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