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Beer like star Haberstumpf Kellerkrönla

  • Typ Untergärig, Kellerbier
  • Alkohol 4.9% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier ja
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 79% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#21934

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
79% Avatar von Felix

79% Rezension zum Haberstumpf Kellerkrönla

Avatar von Felix

Ausgeblichenes Gelb, stark trüb. Kräftige Kohlensäure, unauffälliger Schaum.

Der Duft ist sehr intensiv. Das Bier riecht zitral und nach pflanzlicher Fruchtschale. Reine, saftige Hopfennoten und angefeuchtetes Heu zeigen sich. Eine unbestimmte, säuerlich angereicherte Trockenheit. Vielleicht irgendwie weinig.
Ein leckerer Geruch, der ungeduldig macht.

Im Mund ist das Bier richtig lebendig, es weitet sich aus, prägt Glieder in scheinbar alle Richtungen aus und greift sofort mit ihnen nach den Sternen. Eine chaotisch-impulsive Vielseitigkeit, die hier klar der Verbindung von sehr intensivem Hopfen und bauschiger Hefe zugeschrieben werden muss.
Das Aroma wechselt rasant zwischen Birne und Grasigkeit. Angedeutete Ideen von Weißwein, sowie unreifer Mango oder grüner Banane. Irgendeiner noch nicht reifen Frucht, vielleicht sogar etwas gemüsig... Ich denke speziell an Avocado oder Blattspinat.
Und diesem so spannenden Chaos zum Trotze: Der Sud hat die beruhigende Seele einer nassen Wiese nach einem Sommerregenschauer.

Der Körper ist wirklich toll. Das Bier ist cremig in der Textur und zeitgleich kohlensäurestark und wirklich auch als spritzig zu bezeichnen. Der starke Hopfen verbietet das nicht. Das Bier ist äußerst gefällig und geht wie von selbst die Kehle runter. Es hat den Charakter eines Durstlöscherbieres und doch ist da noch so viel mehr, das es auch gar nicht verhehlt.

Der Abgang fördert den bitterherben, pflanzlichen Hopfen zutage, umspielt von Honigsüße. Das Bier ist nur wenn überhaupt von mittelstarker Bittere und doch ist seine Aromatik sehr präsent. Knospige, säuerlich-bittere, auch zitrale Noten füllen den Körper aus, werden floral abgerundet. Hier verliert sich die vorher so gepriesene Vielseitigkeit dann doch schon in die Unverständlichkeit.

Das Kellerkrönla hat immer eine Idee von Regen in sich. Dieses Kellerbier ist saftig und feucht, es ist ebenso hell und strahlend.
Es zeigt intensive Hopfennoten, die wie Fangarme in alle Richtungen auswachsen. Im Duft ist das Bier schon von angenehm zitraler Hopfung, doch im Mund explodiert es mit vielseitigen Noten, die aufs Unterschiedlichste deutbar sind. Um ein Beispiel zu nennen: Teilweise konnte ich mich nicht entscheiden, ob das gerade Mangoschale oder Avocadocréme war. Etwas Weißweintrockenheit ist auch dabei und Noten von grüner Banane. All dies sprießt als Obertonkomplex aus dem saftigen Hopfenkörper.
Ich denke, es ist überhaupt nicht falsch, diesen Sud als chaotisch zu beschreiben. Das ist er auf alle Fälle. Und bei diesem Exemplar finde ich das toll. Dieses Kellerbier ist eine kleine Bombe und es kann sich nicht entscheiden, wohin es denn nun wirklich will. Es ist aufgedreht und verspielt und doch wohnt jeder Note dieser kontemplative Zug des warmen Regenschauers inne, den ich nicht leugnen kann. Im Kern scheint mir das Bier recht geerdet zu sein.
Auch bei Menschen findet man solche Züge gelegentlich: Ich spreche von denjenigen, die zuerst unkonzentriert und ruhelos scheinen, und sich schließlich als zielorientiert und bewusst herausstellen.
Aromatisch bietet es eine tolle Verbindung von verschiedensten Hopfennoten, die auf unterschiedlichste Art der Deutung unterliegen können und müssen. Ich kann dieses Bier mit seinem authentischen Charme und seiner natürlichen Seele nur mögen. Es erscheint mir so charakterstark und ehrlich, regelrecht menschlich. Ein bereicherndes Bier.

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