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Beer like star Fuller’s Past Masters Old Burton Extra

  • Typ Obergärig, English Bitter
  • Alkohol 7.3% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 10-14°C
  • Biobier nein
  • Dieses Bier ist klar und ohne Hefe
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 83% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 1 Rezension

#9380

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Basierend auf 2 Bewertungen von Florian und Robert
85% Avatar von Florian
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81% Avatar von Felix

81% Rezension zum Fuller’s Past Masters Old Burton Extra

Avatar von Felix

Das Old Burton Extra von Fuller´s ist das dritte Bier aus der Past Masters Serie, die sich den Rezepten längst vergangener Zeiten verschrieben hat. So hat Fuller´s hier angeblich ein Rezept aus dem Buch gezaubert, welches seit der Fuller´s-Gründung im Besitzt der Brauerei ist und in welchem jeder Braumeister seine eigenen derzeitigen Rezepte für die Ewigkeit niedergeschrieben hat. Das Braurezept für dieses englische Bitter soll aus dem Jahre 1931 stammen.
Es riecht wunderbar ausgewogen frisch. Es ist voll und fruchtig-herb mit Noten von Waldbeeren, Zitronengrass und Walnüssen. Dahinter steht ein weiches Malz, gleichzeitig aber auch ein trockener Hopfen. Es macht ein bisschen den Eindruck eines Old Ales mit erhöhtem Alkoholgehalt. Es riecht schön frisch und weich, sehr ausgewogen und dennoch mit deutlich-geradliniegen Aromaeinschlägen. Ich fühle mich in einen Waldhain versetzt, vielleicht an den Rand eines kleinen Baches.
Farblich ist es dunkel-bronze bis Rubinrot mit beige-farbener Schaumkrone, die nie gänzlich verschwindet.
Im Antrung kribbelt es ganz kurz und fein, dann macht sofort der Hopfen auf und trägt die Bitterkeit über die Zunge. Mit dem Hopfen kommt ein süßlich-schweres Malz und die bereits errochenen Noten von Waldbeeren, die hier nicht sehr spezifisch auftreten. Es wird die Assoziation von Holz erweckt, wobei nichts von einer Fassreifung berichtet wurde. Während es einerseits süßlich und malzig an der Zungenspitze schmeichelt, rollt die trockengehopfte, weinige Bitterkeit sofort über die Zunge bis an den Gaumen und befällt rasch aber sehr ausgewogen den Mundinnenraum. Der Antritt besitzt eine wunderbare Balance zwischen Süße und Bitterkeit, eine weiche, aber präzise Entwicklung, die ich als sehr stimmig empfinde.
Der Körper des Ales ist durch die 7,3%ABV natürlich etwas schwerer, nutzt diese Kraft jedoch sehr gekonnt. Das Old Burton Extra wird im Körper vor allem von der Süße, den Waldbeeren, der Malzig-dicken Textur getragen, ohne dabei überladen zu wirken, es übermittelt noch immer wunderbar die Leichtigkeit, die ich von einem guten englischen Bitter erwarte. Auch im Rahmen der Rezenz lässt sich da nur Positives sagen, denn die Kohlensäure ist immerwährend präsent und trägt Frische und Zitronig-holzige Aromen, sowie Säure und Bitterkeit grandios, ohne die Weichheit der Old Ale-Aromen zu behindern. Wunderbar, sag ich da nur.
Der Nachtrunk ist dann natürlich betont herb, wobei er nicht zu sehr ins Bittere geht. Hätte man hier wirklich einen Hammer setzen wollen, dann hätte ich mir noch etwas mehr Hopfen gewünscht, doch die Herbe ist für ein englisches Ale sehr angemessen und deutlich, aber nicht übertrieben. Leider kommt hier auch etwas stärker der Alkohol heraus, da er sich mit den Holznoten fast schon zu gekonnt vereinigt. Eine leichte Grasigkeit kommt ebenso durch, die aber nicht weiter ins Vegetabile ausartet oder sonstig das Aromageflecht stört. Schön ist vor allem die Trockenheit, die nun - obgleich schon vorher erahnt - die Wangen dezent betäubt und beschlägt. Sehr angenehm. Der Abgang ist lang und weich. Ein runder Nachtrunk, von dem ich aber glaube, dass er die Schwachstelle des Old Burton ist. Hier hätte man noch ein bisschen mehr zaubern können, denke ich.
Dennoch - um es zu einem Ende zu bringen - das Old Burton Extra aus der Past Masters Serie überzeugt mich! Es ist charmant durch die wunderbare Ausgewogenheit, die es an den Tag legt. Einerseits besitzt es eine wunderbar leichte Frische, die sich durch Noten von Zitronengrass bemerkbar macht und von der tollen Intensität der nicht überladenen Rezenz profitiert, andererseits ist es toll herb und bitter mit leicht pflanzlichen Holznoten, die ich persönlich sehr gern mag, und zum Dritten bringt es eine feine Süße mit sich, die sehr authentische Old Ale-Aromen besitzt wie bspw. Walnuss und Holz, andererseits ist das Malz auch stark genug, mit ordentlich Kraft im Körper all diese Aromen zu tragen und dem Ale einen weich-samtigen Körper zu verleihen. Nur zu lange stehen lassen sollte man es nicht, weil es bei Kohlensäureverlust leider seinen Körper deutlich einbüßt.
Die Stärke dieses Fuller´s ist also definitiv die Harmonie in sich. Es mag vielleicht kein extremes Ale sein, aber es ist wunderbar zu genießen und schmeckt einfach gut, bleibt sich dabei sehr seiner Linie treu und ist trotzdem etwas besonderes. Ich mag es gern und kann nicht recht sagen, wieso. Es scheint mir doch irgendwie herausragend, ich liebe die trockene Herbe, die sich immer weiter steigert und schließlich völlig ausgeprägt ist, aber das Bier trotzdem noch nicht penetrant dominiert. Ich empfinde das Ale daher fast schon als humorvoll, wie mit einem Augenzwinkern wächst es und wächst und bildet sich voll aus und ist dennoch nicht wirklich groß. Wunderbar! Und das für ein Bier aus dem Jahre 1931... Ob das wirklich damals so geschmeckt hat, lässt sich anzweifeln.

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