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Beer like star De Molen Spanning & Sensatie

  • Typ Obergärig, Imperial Stout
  • Alkohol 9.8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 90% von 100% basierend auf 3 Bewertungen und 3 Rezensionen

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Bewertungsdetails
Basierend auf 3 Bewertungen
97% Avatar von Hobbytester
87% Avatar von hightower
87% Avatar von Felix

87% Rezension zum De Molen Spanning & Sensatie

Avatar von hightower

dunkler rotbrauner Farbton
kurzlebige braune Schaumkrone
kräftiger Kakao im Duft mit sanften Chilinoten
röstmalziger Antrunk mit kräftigem Kakao und angenehmer Schärfe vom Chili
cremiges und dickflüssiges, vollmundiges Mundgefühl
röstmalziger Abgang mit kräftigen Kaffeearomen und milder salziger Schokolade, gefolgt von mildem Chili

Bewertet am

97% Was für ein Imperial Stout!

Avatar von Hobbytester

Ölig gießt sich dieses Imperial Stout ins Glas, es riecht herrlich rauchig, solche Gerüche liebe ich! Der Antrunk ist recht süß. Der Abgang entfaltet sich und man stellt fest, dass das Moment der bis zum Äußersten gedarrten Gerste ausgereizt ist. Aufgefangen wird dieser Eindruck von Meersalz und kräftiger Süße, die dem beigegebenen Chili zu verdanken ist. Der Körper ist unglaublich komplex. Mir gefällt der Malzimpuls, der Vieles überlagert, er ist intensiv und rauchig. Was für eine geniale Idee, hier noch Chili und Meersalz einzubrauen, dadurch entsteht eine pikant würzige Süße, die in interessantem Gegensatz zum Rauch steht, ganz zum Schluss kommt noch hopfige Bitterkeit durch. Dieses Bier ist nicht einfach nur würzig, es betreibt mit der Würze eine Wissenschaft! In puncto harmonischer Ausbalancierung erhält es die Höchstpunktzahl. So ganz nebenbei sind hier 9,8 Umdrehungen zu bemessen, man merkt aber wegen der Aromenabenteuer nichts davon. Dunkelbraune Farbe mit kurzlebigem Schaum fällt auf. Es handelt sich um ein sehr süffiges Bier. Aus der malzigen Bitterkeit macht es eine Meisterschaft. Es gibt genügend Kohlensäure.

Fazit: Noch nie habe ich so ein unglaublich vielschichtiges Imperial Stout getrunken! Besser geht es kaum!

Bewertet am

87% Rezension zum De Molen Spanning & Sensatie

Avatar von Felix

Besonders vorteilhaft an De Molen ist - und das zeigt sich auch hier wieder -, dass so viel wesentliche Informationen aus dem Etikett zu ziehen sind. Abgesehen von Stammwürze, Alkoholgehalt und Zutaten (=water, pale, oat, smoked, caramel, brown, chocolate and roasted malts, premiant and saaz, yeast, cacao, chili peppers and sea salt), erfahre ich die IBU (61), sowie die EBC-Werte (314).
Außerdem ist notiert, dass meine Flasche am 4 Juni 2012 abgefüllt wurde, was ich für eine ganz besonders wichtige, leider viel zu selten aufgeführte Angabe halte.

Dieses Kakao-Chili-Meersalz Imperial Stout jedenfalls zeigt farblich ein mitteldunkles Braun, das noch nicht ins Schwarze tendiert, und bildet eine bräunlich-beigefarbene Blume von mittlerer Größe aus. Optisch fällt es nicht auf, zeigt sich sogar unerwartet hell.

Das Aroma ist dann dicht mit mildsüßen Röstnoten und viel Kakaoherbe. Obwohl der Duft intensiv ist bleibt er verhältnismäßig kompakt und schweift nicht groß in verschiedene Richtungen aus. Hier begegnen einem Aromen von Zartbitterschokolade, Toast, gebrannten Mandeln, Rauch, sowie eine spitze Würze, die nicht vom Chilizusatz kommt, sondern meiner Ansicht nach das Meersalz trägt. Die Note ist subtil und unauffällig, konzentriert man sich aber auf sie, entwickelt sie eine tolle Komplexität und rundet die zartherbe Schokolade mit Frische und Würze ab.

Ich habe das Bier in den Mund genommen und war sofort völlig überwältigt und unheimlich überrascht über so viele, ungewohnte Aromen. Das Bier schmeckt intensiv nach Rotwein, dunklen Früchten, Salz, Erdnuss und Kakao. Dieses Bier zu beschreiben ist schwierig, weil Aromatik und Körper miteinander einhergehen.
Die Kopfnote ist definitiv eine Mischung aus röstig-schokoladiger Espressoherbe, Rauch und fruchtiger Rotweinnote mit feiner Säure. Das bewirkt, dass dieses Imperial Stout überhaupt keine klassische Wirkung erzielt, es ist gar nicht so schwer und dicht, sondern trotz des übermäßigen Alkohols ganz im Gegenteil aromatisch schlank und feinprickelig mit bitter-röstiger Säure. (Hier muss bewusst zwischen "aromatisch schlank" und "schlank in der Textur" unterschieden werden! Körperlich schwer ist es allemal.)
Wie ein Rauchbier, das in einen Wein verwandelt wurde.
Hinzukommt dann die Verbindung von kerniger Erdnuss, die durch die prägnante Süße als Erdnussbutter auftritt, und einer ganz deutlichen, authentischen Salzigkeit, nicht nur Teilaroma, sondern wirklich bewusst in den Mittelpunkt des Geschmackes gesetzt. Wenn man im Supermarkt Erdnussbutter mit Stückchen kauft (crunchy), dann lässt sich dort auch meist eine deutliche Salzigkeit drin finden.
Dieses Viergespann an Aroma deckt unheimlich viel ab und macht das Bier enorm komplex und charakteristisch! Ein genialer Antrunk, der im Duft noch gar nicht derartig zu erwarten war und deshalb umso mehr überrascht und begeistert.

Der Körper des Bieres ist weniger cremig, als vielmehr ölig. Auch hier fühle ich mich an schwersüße Rotweine erinnert, die fruchtig und elegant sind, aber dennoch über eine enorme Dichte verfügen. Das macht das Bier trotz der eleganten Aromatik doch voll und anspruchsvoll zu trinken. Die 9,8% wärmen sehr angenehm und unterschwellig ohne durchzudringen, machen aber eine klare Schwere bemerkbar.

Der Nachtrunk ist dann nur mittellang geraten, was dem Bier eine ungewöhnliche Süffigkeit vermittelt. Der Alkohol jedoch kommt kontrastierend hier und da durch, ist aber weiterhin keineswegs belastend. Es wird eine mittelstarke Bittere ausgeprägt und weiche Hopfennoten geben dem Stout eine duftige Beinote, während Rauch, salzige Erdnuss und Rotweinsüße bestehen bleiben. Ich hätte mir hier vielleicht einen besseren Anschluss an den Einstieg gewünscht. Mit deutlicherer Trockenheit hätte die Rotweinnote kulminieren können, mit längerer Süße wäre die Schokolade durchgekommen.
Spannend ist, dass die Chilinote bis zuletzt fast nicht durchkommt. Man muss schon sehr konzentriert bleiben, um ganz zum Schluss, wenn das Bier längst im Magen gelandet ist, eine subtile Schärfe zu spüren, die tatsächlich mit würzigen Chiliaromen den Rachenraum aufsteigt. Eine wunderbare Lösung, dieses interessante Aroma nicht zu penetrant, sondern punktgenau einzubinden.

Das Spanning & Sensatie ist ein ganz geniales Imperial Stout, wie man es auch nicht anders von De Molen zu erwarten hat. Dieses Bier ist höchtkomplex und dabei noch erstaunlich innovativ. Es deutet den Imperial Stout Stil von vorne bis hinten um und kann sich dennoch einen Stout-Charakter wahren. Hier werden verschiedenste klassische Noten mit völlig ungewöhnlich vordergründigen Aromen gekreuzt, sodass ein maskiertes, in sich selbst zerdrehtes Imperial Stout daraus wird; Rotwein, Rauch, Salz, Zartbitterschokolade, Erdnussbutter, dunkle Früchte, Chili, Espressoröstigkeit, dazu starke Säure mit abrundendem Hopfen.
Das Imperial Stout ist verhältnismäßig fein im Aroma, dann aber explodierend (und trotzdem nicht erschlagend!) im Geschmack und es entwickelt sich grandios geradlinig bis in den Abgang hinein. Durch den Höhepunkt im Mund entsteht so eine letztlich wieder gleichmäßig abebbende Dramaturgie, wie ich sie sehr begrüße. Dieses Stout vereint Feinheit und Intensität wunderschön.
Toll ist, dass es einerseits vom Aroma relativ klar definiert ist (wie schon erwähnt, es schmeckt wie eine Kreuzung aus Rauchbier und Rotwein), trotzdem zeigt es eine schier unendliche Vielseitigkeit in alle Richtungen.
Und obwohl ich sehr begeistert über dieses Bier bin und es darüberhinaus auch noch meinen Geschmack trifft (Ich liebe die Salzigkeit!), habe ich das Gefühl, da ginge noch mehr. Das Stout vermittelt mir, dass es noch Raum nach oben besitzt und auch hier kann ich nur erneut zu einer Fassreifung raten. All die winzigen, unauffälligen, aber leider merklichen Lückchen, sind simpel mit ein wenig Eiche zu stopfen. Eine zweite Möglichkeit wäre noch mehr Hafer zuzusetzen. Ich vermute, dass die Lücke keine aromatische ist, sondern eher eine, die sich auf die Textur bezieht. Mit mehr Dichte könnten die intensiven Aromen noch gestärkt werden und die Subtilität würde vermutlich wenig darunter leiden.
De Molen, dieses Bier ist wunderschön, es ist neu, es ist klassisch, es ist charakteristisch und lebendig. Nur eine winzige Verbesserung im Körper und alles weitere würde sich von alleine lösen.

Bewertet am