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Beer like star De Molen Bock (2011)

  • Typ Untergärig, Dunkler Bock
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 74% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#19830

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
74% Avatar von Felix

74% Rezension zum De Molen Bock (2011)

Avatar von Felix

Beim Öffnen der Flasche, explodiert erstmal das Innenleben mit extremer Schaumbildung.

Der Geruch zeigt sich extrem vielschichtig und neuartig.
Das Bier riecht ganz hell, wie fruchtig orientierte Blütenblätter, Rose oder Flieder, süß und sirupig, nach Ananassaft und erinnert mich durch salzige Säure an orientalischen Joghurt. Interessant ist, dass das Bier wie eine minzige und zugleich phenolisch-medizinische Version eines Lambics wirkt (wenn man sich so etwas vorstellen kann). Mit einem Lambic an sich hat es - damit man mich nicht falsch versteht - überhaupt nichts zu tun, es ist deutlich untergärig, aber die süße Frische, erinnert sehr an die säuerliche Frische jenes Stils, ohne aber, dass das Bier eine Säuerlichkeit ausprägt.
Alles in Allem aber weich und ruhig in der Wirkung. Wow.

Der Mund zieht diese Linie konsequent durch, gibt süße Fruchtigkeit ab, zuckrig, nur am Rande alkoholisch, wie eine Mischung aus Fliederblütensaft, Rosensirup und Zuckerwasser mit einem Schuss Zitronat. Sofort kommt der Hopfen mit, wenn er auch nicht bitter ist. Es ist spannend, wie sanft seine Bittere durch die Süße und die Frische hindurchscheint.

Der Körper ist von eher schwacher Rezenz, hält sich eine tolle Süffigkeit mit markanter, aber eher leichter Säure. Grundsätzlich ist die Textur angenehm unauffällig, jedoch etwas zu glatt und konturlos. Sie verhilft dem Bock zu wenig und wirkt eher wie eine notwendige Stütze zwischen Antrunk und Nachtrunk.

Der Abgang prägt schließlich hopfige, erdige Noten aus, wie für De Molen sehr üblich, kommen hier die eher dunklen, wurzelig-holzigen Hopfentöne durch, die aber niemals flach erscheinen, sondern bodenständig und flächig. Diese ungewöhnliche Wandlung, von Sour Ale-artiger Hefenote, süßer Blumigkeit zu erdigem, trockenem Hopfen stellt eine faszinierende Besonderheit dar.

Der 2011er Bock von De Molen ist ein sehr ungewöhnliches Bier, vor allem für denjenigen, der die deutschen Böcke gewohnt ist. Wirkt das Bier erst noch dunkel, zeigt es im Aroma sofort komplementäre Elemente, die einen an den eigenen Augen zweifeln lassen.
Das Bier vereint eine süße, blumige Weichheit mit fruchtigen, sauer geprägten Ananas- oder Wermuthnoten (vielmehr scheinen sie säuerlich, letztlich ist von Säure wie durch Zauber nichts mehr zu spüren), frischen, minzigen Aromen, die in phenolische, medizinische übergehen, salzigem Joghurt und erdig-würzigem Hopfen. Der Alkohol ist ein wechselseitiger Genosse, er kommt immer wieder durch, macht das Bier aber trotzdem überhaupt nichts schwer zu trinken, er greift lediglich in die Aromatik ein, wirkt weniger wie ein Bier-Alkohol, eher erinnert er mich noch an Gin.
Der Bock ist wirklich faszinierend und er macht es einem nicht gerade einfach, ihn einzuschätzen.
Geruch und Einstieg finde ich ganz hervorragend. Nicht nur die Besonderheit der Noten, sondern auch deren Vermengung gelingt grandios. De Molen schafft es wirklich bei jedem Sud das Bier neu zu erfinden. Der Bock zeigt eine wahnwitzige Komplexität an verschiedensten Aromen, die mich gespannt die Nase im Glas versinken lässt. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus und findet immer noch etwas neues zu entdecken.
Der Körper ist zwar gut gemacht, aber eher glatt und formlos geraten, kann nicht mit der Auffälligkeit des Einstiegs mithalten und geht leider wegen seiner einfachen Art unter.
Der Abgang scheint mir ähnlich. Der Bock legt mit nichts wirklich zu, das Bier verweilt auf seinem hohen Level, doch nehmen die Noten des Einstiegs vereinzelt recht zügig ab.
Dieser Bock ist für eine Entdeckungstour und eine Spannungsreise der eigenen Grenzen gut. Seine ungewöhnliche Aromatik lässt eine wirre Selbstüberschreitung zu und regt dazu an, das bislang als Vokabular Eingemeißelte neu zu überdenken, er zwingt praktisch, sich selbst in der Verkostung neu zu finden. Seine Aromatik gibt viel her und wenig davon ist bekannt.
Ich finde ihn sehr schön und spannend, leider lässt er gerade nach hinten ein bisschen nach, ohne aber dabei ungenügend zu werden. Ein rundum wunderbares Bier, das auch mit markanter Bittere im Abgang spannend ist.
Sollte ich einen Vergleich wagen dürfen: Dieser Bock besitzt eine ähnliche Wirkungsweise wie das Orval.

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