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Beer like star Cantillon Gueuze Bio

  • Typ
  • Alkohol 5.1% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier ja
  • Dieses Bier ist klar und ohne Hefe
  • Dieses Bier ist nicht glutenfrei
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 87% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
100% Avatar von Bier-Klaus
74% Avatar von Felix

100% Rezension zum Cantillon Gueuze Bio

Avatar von Bier-Klaus

Cantillon ist die belgische Brauerei mit den authentischsten Lambic Bieren. Die Geuze ist auch noch zu 100% Bio.

Altgold und blank liegt sie im Glas. Sie riecht nach sauren Faßaromen, Brettanomyces Hefen, muffig und staubig. Im Antrunk sehr saurer Geschmack und sehr schlank. Das Geuze schmeckt nach Holzfaß, Apfelmost und Apfelessig. Der Abgang endet staubtrocken und sehr herb von den Hefen und Bakterien, auf jeden Fall nicht vom Hopfen, das ist auch nicht vorgesehen bei der Geuze.

Wenn man diese Art von Bier mag, dann ist das das Non-Plus-Ultra.

Bewertet am

74% Rezension zum Cantillon Gueuze Bio

Avatar von Felix

Bio-Geuze, 2012 abgefüllt und 2 Jahre kellergelagert.

Trüb mit blass-orangener Farbe. Schaumbildung eher wenig.

Der Geruch ist umwerfend. Die Geuze riecht endlos süß-esterig und fruchtig, das Aroma gleicht dem einer frischgeöffneten Weingummitüte, nur veredelt mit zarten Fruchtsäureaspekten á la Traube, Pflaume, Orange und Birne. Ein Kompott aus hellen Früchten wie Äpfeln und Pfirsichen und alles in weingummiartiger Süße. Zarte Ideen anderer Bierstile kommen hinzu. Der Weizen eines Witbieres, die Süße eines Saison und die Frische eines Pilseners. Das Bouquet eines Champagners.
Unheimlich intensiv und gar nicht so plump, wie man sich das Aroma vorstellt. Vielmehr bin ich überrascht über so unheimliche Tiefe und Komplexität. Ich kann die einzelnen Noten eher schwer entziffern und trotzdem suggeriert das Bier ganz klar eine mehrdimensionale Vielschichtigkeit.

Am Gaumen eine mehr als kräftige, aber eingebundene Säure. Der Geschmack von geriebener Zitronenschale und die Spitze des Zitronensaftes. Unerwartet kräftige Gewürze bauen sich auf. Ich schmecke eine würzig-bittere Muskatnote, die sich immer weiter ausdehnt. Auch etwas zimtig wirkt das Bier, doch gänzlich ohne Zucker. Die Würze erinnert mich an Roggenmalz, das aber überhaupt nicht verwendet wurde. Schon im Antrunk wird eine enorme Bitterkeit mit phenolischer Schärfe aufgebaut, die auch lakritzige Bestandteile aufweist.

Der Körper des Bieres ist zierlich. Eine nicht sehr rege Kohlensäure reicht in ihrer Kraft noch aus. Sie rundet eher ab, als das sie Höhepunkte bietet. Eine marginale Alkoholnote schwingt mit, die ich nicht als unangenehm empfinde. Das Bier ist verhältnismäßig gut zu trinken, wobei süffig nun auch nicht das Wort der Wahl wäre. Die kräftige Aromatik ist fordernd.

Der Abgang ist ein knallharter Gegensatz zum Duft. Hier überwiegen die gewürzigen und bitteren Noten sehr. Eine kleine Befürchtung ist, dass dieses Ungleichgewicht aus dem Korken stammt, der keinen besonders hochwertigen Eindruck machte. Das Bier ist wirklich schneidend bitter im Abgang mit kratzigen und kantigen Muskatnoten, und drückend schwer am hintersten Gaumen. Im Mund dreht sich die Säure bis zum Äußersten in Richtung Bitterkeit und komprimiert sich vollends.

Die Cantillon Geuze ist mal wieder eine faszinierende Vertreterin ihres Stils. Wer einmal die Liebe zu den belgischen Lambics entwickelt hat, der kommt von diesem künstlerischen Handwerk kaum noch los, ganz unabhängig von den eigenen Geschmacksvorlieben. Diese Biere bieten einfach unbestreitbar mit die höchsten künstlerischen Brauleistung, man kann ihnen das Herzblut förmlich von der Oberfläche saugen. Eine Geuze im Glas zu haben gibt tatsächlich das Gefühl ein Stück kultiviertester, perfektionierter, durch Jahrzehnte und Jahrhunderte gereifte Tradition genießen zu dürfen. Es ist immer ein Eintauchen in eine ganz eigene Welt.
Diese Geuze ist toll wie viele andere ihrer Art. Man kann nur überwältigt werden von diesem Duft, tief und bewegt wie die Fluten eines Meeres, undurchsichtig, endlos, aber auch bunt und offen. Das Bier riecht tiefsüß und fruchtig-esterig nach Weingummi jeglicher Art. Da ließen sich einzelne Fruchtnoten herausziehen wie Pflaume, Birne, Apfel, Pfirsich oder Traube, aber es wäre wohl sinnlos, sie aufzuzählen. Jeder kann sich die Tiefe einer solchen Weingummitüte vorstellen. Der Weizen (35%) des Bieres kommt durch, gibt mehlige, helle Getreidenoten ab und ist wohl das einzige, was darauf hinweist, dass hier kein Weißwein und kein Champagner im Glas ist.
Der Geschmack ist betörend sauer und kriegt doch gerade noch so die Kurve nicht überfordernd zu werden. Hier mengen sich nun saure Zitronensaft und -schalennoten mit tiefbitterer Holzigkeit, dem Duft von feinem Sägestaub einer Tischlerei und hopfiger Bitterkeit. Das Aroma zieht einen schmalen Schweif an Fruchtnoten hinter sich her, die zuweilen sogar etwas Süße wiedererkennen lassen.
Der Körper ist vollkommen angemessen und der Abgang setzt einen klaren Gegenpol zum Duft. Bitterste Wurzel- und Holznoten, kratzig-würzige Muskatnuss, Zimtschärfe. Vielleicht etwas Kork?
Die Cantillon Bio-Geuze ist ein tolles Lambic mit Energie und Tradition. Das Verzichten auf jeglichen Zucker tut ihr gut. Aber die heftige Holzbittere im Abgang, ich weiß nicht, ob das so sein soll, und falls ja, ob mir das wirklich gefällt. Ich empfinde es als überladen.

Bewertet am