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Beer like star Braustelle Helios Tripelbock

  • Typ Untergärig, Tripelbock
  • Alkohol 9.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 86% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

#20084

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
89% Avatar von Felix
83% Avatar von hightower

83% Rezension zum Braustelle Helios Tripelbock

Avatar von hightower

Optik:
Nach dem Einschenken grinst mich ein trüber, bernsteinfarbener Doppelbock an. Krönen lässt er sich von einer majestätisch kräftigen Schaumkrone. Lange und stabil thront sie auf dem Bier.

Einstieg:
Der Duft der von diesem Bier ausgeht ist ebenso genial. Milde hefige Noten strömen hinaus, welche von kräftigen fruchtigen Tönen in Form von Mirabelle und Pfirsich in Zaum gehalten werden. Ebenso ist eine milde Säure zu erkennen. Zu Beginn lässt dieses Bier garnicht auf einen Doppelbock schließen. Süßliches Malz dominiert, ebenso ist eine Fruchtigkeit nicht von der Hand zu weisen. Recht süffig zu beginn. Das der Bock einen Alkoholgehalt von 9,5% hat, ist bisher nicht wahrzunehmen. Nach kurzer Zeit schiebt sich eine Würze nach vorne, welche dann auch zusehends schwerer wird und den Bock recht kräftig wirken lässt.

Körper:
Voluminös und vollmundig, aber auch süffig sowie vollkommen ausgeglichen und harmonisch.

Abgang:
Ich könnte nun schon fast behaupten das man diesen Bock mit dem Löffel ißt. Die Fruchtigkeit wiederum bleibt bestehen, sie weicht nicht zurück. Ganz zum Schluß kommt eine milde Säure auf. Der Alkohol ist nicht heraus zu schmecken.

Fazit:
Genialer Bock, ein edles Getränk zum geniessen. Ein kräftiger, aber auch vollmundiger und ausgeglichener Bock. Ich sollte mir einen kleinen Vorrat von diesem Bock zu Hause anlegen.

Bewertet am

89% Rezension zum Braustelle Helios Tripelbock

Avatar von Felix

Feine Perlage, Farbe von hellem Rot, trüb mit stärkerer Kohlensäure.

Geruchlich ein genialer Duft! Das Bier riecht wunderbar süß und fruchtig mit leichter Kräuterigkeit, nach gezuckerten Erdbeeren, ein bisschen Weißwein, sehr stark esterig, nach Weingummi und Waldmeisterbonbon. Bei stärkerem Riechen zeigen sich hopfige und malzige Klänge zugleich, das Bier ist hervorragend ausbalanciert. eine total vielseitige Note, die auf der Stelle Charakter vermittelt.
Ein Duft, in den ich mich einfach nur versenken möchte, weil er so spannend und flexibel ist, zugleich aber auch Kern und Kontur mitbringt und es versteht, heftig ungewönliche Noten so feinsinnig zu vermählen, dass sie überhaupt nicht überladen werden. Süße und Kräuterigkeit sind einmalig.

Im Mund sogleich eine komplett unerwartete Überraschung. Das Bier ist total sauer, schmeckt wie ein Lambic, die Weißweinnote drängt sich kolossal und ohne Rücksicht auf Verluste in den Vordergrund und zerfetzt die vorher als so charakteristisch gelobte Süße, die wirklich nur hechelnd hinterhergekrochen kommt. Eine leichte Hopfenbittere wird schon hier ausgebaut, doch alles Aromatische reiht sich nunmehr um die Weißweinsäure. Das Bier selbst schmeckt echt wie ein Weißwein oder Sekt, bei einer Blindverkostung wäre ich vielleicht nicht einmal darauf gekommen, dass es Bier ist. Total verrückt.

Der Körper ist für 9,5%ABV schlank und der Alkohol wird genial versteckt, nur ganz hinten und am Rande kann man etwas davon mitbekommen, auch dieser wird wohl von Malz und Hefe überdeckt. Die Kontur des Körpers ist vorbildlich geschustert.

Der Abgang ist lang und intensiv sauer, noch immer schmeckt das Bier grasig-säuerlich, nun mit verstärkter Hopfenbittere. Von der Süße ist nur noch das eine oder andere zu erahnen. Ein im Verhältnis zum Einstieg eher unauffälliger Abgang, der für sich genommen aber noch ziemlich kräftig ist.

Ich muss sagen, bei diesem Tripelbock werden sich vermutlich die Geister scheiden, selten habe ich ein Bier gekostet, das derartig extrem in diverse Richtungen schießt und so vollkommen aus der Erwartungen fällt. Das ist wohl ein Sud, den man einfach probieren muss, um sich ein Bild zu machen und ich lege es jedem ans Herz, sich diesen Stoff mal anzuschauen, wenn auch so mancher schnell davon ablassen wird. Für einige wird es sicher eine besondere Erfahrung, vielleicht sogar eine Entdeckung werden.
Der Helios Tripelbock startet komplett anders im Duft, als er im Geschmack dasteht. Er riecht phänomenal komplex, vielseitig, flexibel, gibt Süße, die exakt zwischen Toffee und Waldbeere balanciert, Bonbonaromen von estrigem Eisbonbon und Waldmeister, und auch schon die Weißweinnote - an dieser Stelle hätte man die Säure vielleicht schon wittern können. Der Duft an und für sich haut mich um, ließe mich schon zufrieden zurücksinken, und bei wenig Disziplin hätte ich hier vielleicht auf der Stelle die Höchstpunktzahl für den Einstieg verteilt. So leicht wird es mir aber bei diesem Überraschungssud nicht gemacht.
Im Mund kippt das Bier auf der Stelle (und es wirkt gewollt und organisch!!!). Eine so heftige Weißweinnote kommt durch, verteilt derartig intensiv trockene Säure am gesamten Gaumen, ich glaube fast, beim Trinken habe sich spontan mein Bier in Wein verwandelt. Die Säure ist wie von einer Geuze. Dabei leistet der Körper dann noch hervorragende Arbeit, die beinahe 10 Umdrehungen sind eigentlich nicht zu spüren, die Rezenz ist süffig und leicht. Der Alkohol verbreitet seine Wirkung, auch wenn er selbst nicht erkennbar ist.
Der Tripelbock verdreht sich in sein absolutes Gegenteil: in einen Sekt! (Geniale Silvester-Alternative!)
Der Abgang ist dann nur noch sauer, bitter und am Rande malzig.
Da das Bier in der Flasche nachvergoren wurde, vermute ich, dass hier im Gesamtherstellungsprozess mehrere Hefestämme verwendet wurde, letztere vielleicht wirklich einer Lambichefe ähnlich war. Wie auch immer dieses Bier gebraut wurde, hier muss ziemlich kreativ getrickst worden sein, was ich nur in höchsten Tönen loben kann.
Bei der Bewertung wird es dann letztlich doch schwieriger. Durchaus ist der Duft so genial balanciert, tief und fein, dass der Geschmack wie eine überladene Granate daherkommt. Obgleich überladen, ist das Bier aber trotzdem nicht langweilig und auch als solche Granate vollkommen gelungen. Es ändert nur eben mitten im Verlauf seine Intention und sein Fundament, kurz: sein gesamtes Wesen.
Das Bier ist eine total neuartige, kreative Arbeit, die ich nichts anderes als schätzen kann, die mich wirklich fasziniert, weil sie trotz ihrer Ladung vollkommen stimmig gebraut ist: Körper, Alkohol, Kohlensäure, alles super!
Da steh ich nun, ich armer Tor...
Auch wenn ich den Charakter des Duftes dem des Geschmackes vorziehen würde, ich komme nicht umhin, diesen Wechsel genial zu nennen, das ganze Bier zu loben und zu feiern. So organisch muss man erstmal mit den Erwartungen des Genießers spielen!
Auch wenn dieses Bier polarisiert, da bin ich sicher: Ganz großes Kino!

Bewertet am