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Beer like star Brauerei im Eiswerk Josephs Spezial

  • Typ Untergärig, Braunbier
  • Alkohol 5.2% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur liegt bei 6-8°C
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 75% von 100% basierend auf 5 Bewertungen und 5 Rezensionen

#10118

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 5 Bewertungen
83% Avatar von Noxi
83% Avatar von Bier-Klaus
72% Avatar von Weinnase
68% Avatar von Hobbytester
68% Avatar von Felix

83% Sehr feines Braunbier

Avatar von Noxi

Diese Woche hab ich mir nun doch mal eine Eiswerk-Flasche mitgenommen, auch wenn der Preis schon fast phantastisch war (für amerikanische Hopfenbomben bezahlt man manchmal auch nicht mehr!), aber nun gut. Es ist Flasche Nr. 5076 der limitierten Auflage.

Das rotbraune, leicht opake Bier hat eine kräftige Schaumkrone und schaut schon mal recht vielversprechend aus. Im Geruch findet sich v.a. Karamell, eine dezente Rauchnote und auch eine gewisse Säure in Kombination mit typischen Hopfenaromen in Richtung Früchte, ohne dass ich eine Frucht näher bestimmen kann (mild).Eine leichte Muffigkeit liegt über dem Bier, die aber noch nicht wirklich stört.
Der Antrunk ist überraschend säuerlich, der Körper bleibt eher schlank, mit feinen klassischen Malznoten, leicht karamellig, v.a. aber nussig, dazu eine nach wie vor dezente Rauchigkeit sowie leichte Vanille und/oder Holznoten. Der Nachtrunk erinnert mich an ganz frische, noch fast grüne Walnüsse, die gerade erst vom Baum gefallen sind und bei denen man noch die Haut abziehen kann. Das Braunbier ist angemessen herb, man kann noch nicht von bitter sprechen.

Fazit: ein sehr schönes, dezentes Bier, das in keiner Weise aufdringlich ist und dem es dennoch nicht an Komplexität oder Körper fehlt. Man könnte fast meinen, dass es fassgelagert ist. Eine Süße, wie es hier schon in anderen Rezensionen zu lesen ist, kann ich nicht feststellen, sie fehlt aber auch nicht. Evtl wurde das Rezept noch etwas angepasst oder das Bier ist in der Flasche weiter gereift, trockener und schlanker geworden.

Bewertet am

83% Braukunst live 2015

Avatar von Bier-Klaus

Bevor man den Einfluss des Wassers auf das Bier kannte, entwickelten sich regional nur diejenigen Biersorten, die zum Brauwasser passten. Für das harte münchner/bayrische Wasser waren das dunkle Biere. Durch das Stoppen des Keimvorganges beim Malz mit offenem Feuer, hat früher jedes Bier rauchig geschmeckt. Ein rauchiges dunkles und unfiltriertes Bier war sicher ein Urtyp bayrischen Bieres.

Verkostung:
Bernsteinfarben und leicht trüb, bedeckt von einer feinen gelbbraunen Blume. Der Geruch ist sehr dezent rauchig, es erschlägt einen nicht gleich wie beim Schlenkerla. Der Antrunk beginnt malzig und süßlich, trotzdem ist der Körper relativ schlank. Körperfülle und rauchig-röstige Aromen sind hervorragend aufeinander abgestimmt, die Textur ist rund. Der Nachtrunk endet unmerklich gehopft und wie schon das Märzen leicht säuerlich.

Ich kenne bisher nur vier Braunbiere, das beste ich sicherlich das der Bamberger Klosterbrauerei. Ich hätte aber nichts dagegen, wenn mehr Brauereien diesen historischen Bierstil wieder aufleben lassen würden.

Bewertet am

68% Ein historisches Bier

Avatar von Hobbytester

Das Josephs Spezial soll an den großen Münchener Braumeister Joseph Pschorr erinnern, ihm ist dieses Braunbier gewidmet. Von Braunbieren weiß ich nur, dass sie die Aura des Historischen umweht. Bisher trank ich einen Vertreter dieser Brauart, der mich nicht überzeugte, und zwar handelt es sich um das Bosch Braunbier. Das Bier riecht nach rauchigem Malz und Karamell, wie fein! Der Antrunk teilt sich hingegen noch nicht mit. Vom Abgang kann man das glücklicherweise nicht behaupten, er löst exakt das ein, was der Geruch verspricht. Karamellnoten treffen auf eine so noch nicht erlebte Art und Weise auf malzige Rauchigkeit, das ist großartig würzig. Ich mag dieses Geschmacksarrangement, Malz und Karamell verleihen ihm eine rauchige Süße, die auch länger anhält. Ein wenig mehr Hopfenpower könnte dem Bier aber nicht schaden, genauso könnte man noch an der Vollmundigkeit schrauben, vielleicht sind Braunbiere auch einfach nichts, was ich entsprechend schätzen kann. Die Färbung ist braun, die Schaumkrone bleibt länger erhalten. Das Bier ist sehr süffig. Bitter ist es in Ansätzen. Es hat genug Kohlensäure.

Fazit: Die Brauerei im Eiswerk bringt hier ein schönes, aromatisches Braunbier heraus, aber so richtig warm werde ich damit noch nicht. Nichtsdestotrotz ist es richtig gut gemacht.

Bewertet am

72% anl. "Leading Beers" in Amberg 11/2013

Avatar von Weinnase

mittelkräftiges braun; schöne, feine Schaumkrone;
frische, weiche Nase mit ungewöhnlicher Aromatik (da m. E. deutlich Geruch nach Natur-Jogurt;
saftig-frischer Ansatz, samtig weich, sehr zuückhaltend gehopft - der Nachhall etwas langweilig; dennoch probierenswert.

Bewertet am

68% Rezension zum Brauerei im Eiswerk Josephs Spezial

Avatar von Felix

Bei dem "Josephs Spezial" (in meinem Fall die Flasche 758) der Brauerei im Eiswerk handelt es sich um ein untergäriges Bier des Stils Braunbier. Ich bin gespannt wie es den Brauern gelungen ist, diesen so seltenen, traditionellen Stil zu rekonstruieren.

Farblich liegt das Braunbier rot bis kupferfarben im Glas, wie bei dem Eiswerk 1881 hat es eine fabelhafte, feine und dichte Schaumbildung, die mir sehr gut gefällt.

Im Geruch ist es vor allem süßmalzig mit starken Noten von Toffee, Karamell und Rohrzucker, gleichzeitig aber auch enorm herb-säuerlich mit viel Fruchtigkeit, Aromen von Kaktusfeige (!), Kiwi, Litschi, Quitte, Moos und Pfirsich tun sich auf. Eine ganz ungewöhnliche, aber tolle Fruchtnote, die schon in Richtung Fruchtkaugummi geht. Sie ist süß und schlank zugleich, eine leicht herbe Säure kündigt sich hier an, und ich kenne nicht wirklich etwas, das derartig riecht, es gefällt mir aber sehr. Ansonsten ist die Aromatik eher zurückhaltend, könnte von mir aus noch etwas intensiver sein, eine wirklich stimmige Grundnote besitzt es jedenfalls schon mal. Ich könnte mir aber trotzdem vorstellen, dass einige Verkoster dieser Bier schon hier ablehnen würden. Säure, Frucht und Süße sind derartig "anders", dass Moos und Kaugummi gemeinsam als ziemlich chaotisch gedeutet werden könnten. Ich jedoch muss sagen; Hier wird nebeneinander gespielt, kein Aroma überrollt das andere, alles ist im Einklang. Und diese leichte "Muffigkeit" finde ich sogar sehr passend.

Im Mund ist das Bier dann tatsächlich eher fruchtig und schlank gehalten. Gerade die herbe Säuerlichkeit, die man von Quitten kennt, kommt hier toll durch, dazu noch etwas Orangenmarmelade mit Schalenstückchen und relativ reine Hopfenaromen (völlig ohne Bitterkeit!). Eine leichte Frische tut sich auch auf, die Malze stehen im Hintergrund und geben eine ganz minimale Röstnote ab. Das Bier ist wunderbar weich und sehr angenehm zu trinken, verbleibt aber schüchtern. Ein wirklich feinaromatisches Braunbier.

Der Körper ist sehr leicht und geschmeidig. Die Rezenz prickelt wunderbar fein. Eine toll ausbalancierte Kohlensäure. Gerade in Bezug auf die säuerlich-herbe Grundaromatik macht der Körper exakt das, was er soll. Das Bier ist unheimlich süffig und wahnsinnig stimmig, was einen dazu verleitet, viel zu rasch immer noch einen Schluck mehr zu trinken. Aber trotzdem ist der Körper etwas zu leicht. Mit ein wenig mehr Malzen hätte man hier schon echt eine gewisse Fülle hineinbringen können. Trotzdem: Die Textur ist einfach wunderbar. Das Bier ist aalglatt, weich und seidig, es schmiegt sich regelrecht in den Mund ein und regt den Speichelfluss enorm mit der kräftigen Karamellsüße an, gleichzeitig kribbelt es im ganzen Mund fein auf ohne dabei wirklich deutlich zu werden. Die Herbe scheint wie von Fruchtschalen, kommt gänzlich ohne Hopfenbittere aus, die Säuerlichkeit bringt eine weitere, natürliche Komponente ins Spiel und macht das Bier noch runder. Und all das geschieht hier auf sehr feinem Niveau, keineswegs überladen, äußerst subtil und dennoch wunderbar besonders. Hier siegt ganz klar die Schlankheit.

Der Abgang zeigt sich dann mit ausklingender Ruhe. Die ganzen Feinheiten verschwimmen miteinander, Säure, Herbe, Fruchtigkeit und Süße und vereint verschwinden sie nach und nach, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Bitterkeit des Hopfens kommt auch hier nur äußerst dezent hervor, dafür macht sich die schon im Geruch zu erkennende, leicht "moosige" Note breit. Könnte als unangenehm auffallen, ich finde sie klasse. Das ist ein Bier, das fast völlig ohne Bittere auskommt und dem trotzdem nicht das Geringste fehlt. Ein schön milder Abgang, der genauso geschmeidig ist, wie der Einstieg.

Das Joseph´s Spezial ist demnach wirklich ein schönes Zwischendurch-Bier. Ich habe selten so eine subtile Harmonie im Glas gehabt, die keineswegs zu viel verlangt. Das Braunbier ist stimmig und fein und überhaupt nicht arrogant, es ist etwas schüchtern vom Charakter, beweist aber durch die enorm gelungene Süffigkeit in Kombination mit der wunderbar weichen Milde der Aromen, dass es wirklich ein geniales Sommerbier wäre. Schade, dass beim Eiswerk die Flaschen so klein und die Preise so hoch sind. Diese Bier sollte in großen 05l Flaschen abgefüllt werden, damit könnte man wunderbar seinen Durst löschen und es wäre trotzdem nicht langweilig. Auch wenn es das vielleicht nicht gewollt hat, ich finde seine größte Stärke liegt klar in seiner Leichtigkeit und dabei ist es nirgends zu dünn oder zu dick. So etwas müsste es öfter geben. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass gerade diese Art Aroma wirklich nicht für jeden etwas ist, einige könnten - sicher auch zu Recht - behaupten, das Bier würde stinken oder wässrig sein. Ich bin vielleicht auch nur so zufrieden damit, weil ich mich bemüht habe, mich nicht so sehr von der edlen Flasche beeinflussen zu lassen. Die Brauerei im Eiswerk will irgendwie das Falsche mit diesem Bier. Warum muss es so aufgeprotzt werden? Das hat das Bier gar nicht nötig und vor allem liegt sein Wert ganz woanders.

Bewertet am