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Beer like star Boulevard Smokestack Series Dark Truth Stout

  • Typ Obergärig, Imperial Stout
  • Alkohol 9.7% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 87% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#17874

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
87% Avatar von Felix

87% Rezension zum Boulevard Smokestack Series Dark Truth Stout

Avatar von Felix

Beim Eingießen hat es noch eine bräunliche Farbe, im Glas verbleibt ein Motorölschwarz, kakaogfarbene, stark ausgeprägte, feinporige Krone. Exzellente Optik für ein Imperial Stout.

Im Geruch zeigen sich süße Röstnoten, Zartbitterschokolade vor allem und trockener Rauch. Neben der dunklen Bitterschokoladennote auch eine betörende Süße wie von gesüßtem Espresso, dazu etwas Trockenpflaume, Vanille und Tabak. Selbst der Hopfen kommt hier am Rande durch und bringt eine ordentliche Portion etwas fischigen Salzes mit sich.
Das Aroma ist wunderschön geschlossen und schafft die Brücke zwischen süßer, vanilliger Schokolade und tief dunkler, bitterer Kakaonote, alles umspielt von einer zartalkoholischen Herbe.

Im Einstieg mischt sich die alkoholische Trockenpflaume mit der tabakigen Rauchnote und gibt eine drückende, schwer herbe Aromatik ab, die in hohem Maße malzig ist. Das Bier ist nicht zu hundert Prozent geschmeidig, der Alkohol macht sich bemerkbar und hier kommt die belgische Hefe besonders deutlich durch. Das Bier gibt Noten ab, die vielleicht so schmecken, wie wenn man Bananen anstelle von flüssiger Schokolade in Rauch oder Tabak tunken könnte.
Ein spannender Einstieg, der mir aber persönlich etwas zu schwer geraten ist. Das Bier gehört geteilt, der Alkohol ist sehr mächtig.

Der Körper ist ziemlich genial. Das Dark Truth Stout ist so derartig sahnig, es tendiert in Richtung FW Parabola. Das Mundgefühl ist unglaublich cremig und kann mich auf dieser Ebene fast vollkommen überzeugen: Durch die etwas schmale Kohlensäure jedoch muss ich auch hier eine minimale Einschränkung aussprechen. Der Alkohol hebt dies im Laufe des Trinkprozesses nach und nach auf, was wiederum bestätigt: Dieses Bier gehört in kleinen Dosen genossen.

Der Abgang hält dann eine intensive Mischung aus Hopfenbittere und bitterer Kakaoröstigkeit bereit. Erstaunlich wie dieses Bier an Komplexität und Intensität zugleich vor allem im Abgang aufmacht. Die Herbe ist genial vielseitigkeit. Die Röstnoten geben enorm herbe, kakaoige Schokoladennoten ab, etwas Espresso verbleibt, darüber legt sich dann jedoch eine stark bittere Hopfung, die dem Deutschen sofort vertraut ist. Deutsche Hopfen sind hier verwendet worden und bringen neben einer wirklich bemerkenswert intensiven Bittere noch trockene Aromen mit, die die Kaffeebohnenaromen sehr unterstützt.

Das Dark Truth Stout aus der Smokestack Serie von Boulevard Brewing hat mich überzeugt und ist definitiv eine besondere Empfehlung wert.
Das Bier ist ein Glanzstück unter den amerikanischen Imperial Stouts, aus mehreren Gründen:
Zuerst fasziniert mich die Geschlossenheit der Aromatik, die niemals zu wirr agiert, immer klar erkennbare Wege geht und genau weiß, was sie will.
Zum Zweiten bin ich überwältigt von der spannenden Übereinkunft der verschiedenen Zutaten, die hier ein ungewöhnliches Konstrukt ergeben, aber auf den ersten Blick doch nicht komplett anders scheinen. Das Bitterschokoladen bzw. Kakao - und Tabakaromen zeigen eine schöne Interpretation des Imperial Stout-Stiles mit einer ordentlichen Portion Rauch darin. Darüberhinaus gibt das Bier pflaumig-bananige Noten durch die belgische Hefe ab und legt letztlich einen bitter-trockenen, mitteleuropäischen Hopfen nach, der das Bier intensiv herb und grasig in einen ungewöhnlichen, langen Abgang führt. Eine wirklich interesse Kombination verschiedener Zutaten aus unterschiedlichen Ländern, die hier alle zur Geltung kommen und einander doch nicht übertrumpfen (wenn sie auch teilweise wirklich extrem sind). Malz und Hopfen kommen beide in extremer Art nacheinander zum Zuge.
Zum Dritten nun bin ich von der Textur überwältigt. Das Mundgefühl verfügt über eine enorme Sahnigkeit, eine buttrige Dichte, wie sie nur sehr selten produziert wird.
Dennoch räume ich dem Bier auch negative Kritik auf - zugegeben - hohem Niveau nicht gänzlich ein:
Der Alkohol ist zwar schon gut verborgen, unterstützt auch die Pflaumennoten gekonnt, kommt letztlich aber der Cremigkeit in die Quere und nimmt dem Bier seine wohlige Schwere, die es eigentlich so besonders macht.
Grundsätzlich bin ich mit dem Einstieg auch nicht ganz zufrieden. Sicherlich schmeckt er, doch Alkohol und leichte Frucht vernebeln die Linie der Schokoladigkeit.
Auch bemerkenswert ist, dass die Hopfung letztlich so bitter wird, dass man nach einer halben Flasche dem Bier die Noten des Einstiegs nicht mehr richtig entnehmen kann.
Das Dark Truth Stout ist meiner Einschätzung nach ein gutes Bier. Die Vielseitigkeit, die es stilistisch an den Tag legt ist dabei schon ausreichend Beweis. Es ist ein klassisches Stout und dennoch in seiner Aromatik sehr besonders. Die Verbindung von herben Röstnoten wie Bitterschokolade, Kakao, Kaffeebohnen und Tabak in Kombination mit süßer Vanille, alkoholischer Trockenpflaume, kratzigem Rauch und einem bitteren, trockenen Hopfen, macht dieses Bier zu etwas Besonderem, dem man sich mit Muße nähern sollte.
Zugleich ist es aber auch enorm schwer zu trinken und kann gut mit mindestens einer anderen Person zum Essen geteilt werden, der Alkohol ist vor allem auf Dauer vielleicht der gröbste Makel an diesem Bier. Würde ich vorraussetzen, dass eine Person eine Flasche verzehrt, wäre das Bier gnadenlos durchgefallen, in Anbetracht dessen, dass man es auf 1-4 Personen aufteilt geht das aber wieder in Ordnung.
Ein krasses Stout auf jeden Fall!

Bewertet am

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