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Beer like star Beer Project Brussels Dark Sister

  • Typ Obergärig, Belgian Black IPA
  • Alkohol 6.66% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt ein Benutzer

Bewertet mit 83% von 100% basierend auf 2 Bewertungen und 2 Rezensionen

#27186

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen
89% Avatar von deadparrot
77% Avatar von Felix

89% Rezension zum Beer Project Brussels Dark Sister

Avatar von deadparrot

Kastanienbraune Farbe; intensiv vom Hopfen geprägter Duft, der sowohl etwas von verbranntem Zucker als auch sehr viel von frischen Früchten wie z.B. Limette und Erdbeere hat. Wahnsinnig frisch, unkonventionell und spannend! Im Antrunk entfalten sich die Hopfenölaromen, darunter kommt nur verhalten der dunkle, röstige Charakter des Bieres zum Vorschein.

Das Mundgefühl ist cremig, dabei ist die Dark Sister durchaus schlank. Das Malz offenbart neben einem hintergründigen, trockenen Röstaroma, das an ein Stout denken lässt, nicht viel Süße oder Volumen. Dann schlägt auch recht bald der Hopfen sehr geradlinig mit einer ordentlichen, aber nicht übermäßigen Portion Bitterkeit (45 IBU) zu. Im Anschluss ist der Nachklang verblüffend röstaromatisch. Eine kaffeeähnliche Note, die womöglich schon zuvor präsent, aber unter dem Aromahopfen verborgen war, bestimmt jetzt ganz deutlich das Erscheinungsbild und sorgt für einen unerwarteten Ausklang.

Sehr süffig ist das Bier insgesamt eigentlich nicht - dafür ist der Kontrast zwischen trocken-verbranntem Röstmalz und der irgendwie doch cremigen Textur zu irritierend. Geschmacklich ist es jedoch äußerst vielschichtig und darüber hinaus auch wahnsinnig erfrischend. Das ist gewiss ein Bier mit hohem Wiedererkennungswert. Meine Neugier auf weitere Produkte des Beer Project Brussels ist geweckt.

Bewertet am

77% Rezension zum Beer Project Brussels Dark Sister

Avatar von Felix

Bottled 2013

Sehr dunkles Braun, darüber eine äußerst voluminöse, braun-beigefarbene Schaumkrone.

Der Geruch ist wunderbar komplex. Sehr ausgeprägte Röstmalze mit karamelligem Zucker werden mit spritzigen, exotischen Früchten verbunden. Eine tiefe Cremigkeit entsteigt diesem Bier, die nur am Rande zeigt, dass sie von der belgischen Hefe kommt. Sie gibt eine bauchige Dichte ab, ohne sich als Aroma in penetranter Weise niederzuschlagen, hat jedoch einen bemerkbaren sahnigen Zug. Hinter dem süßen Malz und der knackigen Frucht schwingt eine nicht fortgehende buttrig-vegetabile, aber auch himmlisch füllige Note mit, die schwer zu fassen bleibt und sowohl negativ wie auch positiv zu bewerten wäre.

Im Mund zeigt sich eine reiche Buttrigkeit, die schon nicht mehr nur Aroma darstellt, sondern meiner Einschätzung nach durchaus bereits Diacetyl zeigt. Das ist aber an dieser Stelle kein unbedingter Mangel. Das Aroma ist sehr cremig und röstmalzig orientiert, wobei die kräftige Bitterkeit eines amerikanischen Aromahopfens klar durchschlägt, dabei aber weder aromatisch wirklich vordergründig wird, noch das ganze Bier überwältigt.

Der Körper ist etwas ambivalent. Einerseits ist die Kontur erstaunlich sahnig und die Aromatik spielt bei diesem Auftritt eins zu eins mit. Andererseits ist die Textur des Bieres bemerkenswert schlank, sodass vielleicht sogar der Begriff "dünn" auftauchen könnte. Ich traue mich nicht, ihn hierbei zu benutzen, da die Hopfigkeit vieles legitimiert. Doch durchaus sticht eine gewisse Schlankheit des Mundgefühls hervor. Dies liegt weniger an der wirklichen Textur des Bieres als vielmehr an der sich im Sudinneren schnell verflüchtigenden Kohlensäure. Spannend die Dominanz der Kontur gegenüber der Textur, das ist eigentlich immer andersherum.

Der Abgang ist dann nach dieser hopfigen Herbe erstaunlich kaffeearomatisch. Auch leichte Anleihen von sehr trockenem Rohkakao kommen durch. Etwas Säure und die buttrige Grundnote dieses Sudes bleiben bestehen. Und auch hier sehr interessant, wie die hopfigen Aspekte eher den Antrunk und die malzigen den Abgang beherrschen, wo es doch sonst tendenziell umgekehrt ist.

Charakter: Das Dark Sister ist im ersten Moment betörend süßlich und fett. Unter der dunklen, kernigen Decke macht sich eine buttrige, sahnige, fette Schwere bemerkbar, die dem Bier eine belastende Sattheit verleiht. Ein kleiner Koloss unter den IPAs. Die Aromatik ist durchaus vergleichbar, doch unter allem liegt diese benannte Schwere, die das Bier zu einem steifen, unflexiblen Gesellen macht. Ich habe das vielleicht obszöne Bild eines wirklich übergewichtigen Menschen vor mir, der sich nicht wirklich bewegen kann. Aber das ist nur ein Bild, das meine Assoziationen beschreibt. Der Geschmack des Bieres ist gerade deswegen irgendwie auch wundervoll. Anderseits ist durchaus eine gewisse Fessel zu bemerken, die sich die Präsenz des Bieres selbst angelegt hat.

Das Dark Sister ist ein bemerkenswertes Bier mit einer gehörigen Portion Innovation. Ein wunderbar gebrautes Black IPA mit erfrischender Umgewichtung der Charakteristika - eher weg von der IPA-Richtung und eine ganze Menge "Black" - und dabei so spannend belgisch. Ich finde sehr löblich, dass der belgische Stil in all seiner Prägnanz nie zu schwer wird und auch wohl eher nur unter Kennern tatsächlich auffällig wird. Dieses Bier ist vor allem für all jene faszinierend, die schon eine ganze Reihe an Black IPAs probiert haben und sich mit traditionell amerikanischen und belgischen Bieren sowie deren spezifischer Charakteristik gut auskennen, andernfalls könnte ich mir vorstellen, dass der Sud zwar lecker, aber wenig interessant erscheint.
So aber finde ich ihn ganz hervorragend, da er eine progressive Art an den Tag legt und dabei sehr gewählt mit seinen Ingredienzien umgeht. Ganz klar ist die Hefigkeit belgisch, doch sie wirkt eher wie ein kunstvolles Ornament, ein Schnörkel, der erinnern soll, als an einen tatsächlichen Anteil des Bieres. So wie in einer großen romantischen Sinfonie eine dorische Melodie vorkommt; sie macht kein Statement damit, aber sie verweist ganz leise und implizit auf etwas ihr eigentlich gänzlich Fremdes. Deshalb auch die Schwierigkeit für eher Unbedarfte hier das Besondere zu erkennen. Aber umso schöner und künstlerischer erscheint mir dieser Bezug.
Eine tolle Reichhaltigkeit muss hier konkurrieren mit dem Gefühl, dass von so einigem irgendwo zu viel da ist. Ist dieses Bier überladen auf eine nicht-aromatische Art und Weise? Oder ist es an anderer Stelle vielleicht zu dünn? Ist es nur innovativ oder sogar in seiner Besonderheit vollkommen versteift und eingerostet? Ist das Diacetyl oder eine freundliche Butternote? Ich denke, es können sich durchaus kontroverse Debatten um dieses Bier entwickeln.

Bewertet am