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Beer like star Bath Ales Barnsey

  • Typ Obergärig, Dark Bitter
  • Alkohol 4.5% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 42% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#10061

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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
42% Avatar von Felix

42% Rezension zum Bath Ales Barnsey

Avatar von Felix

Das Bier liegt mit einem tiefen Braun im Glas, an den Rändern zeichnet sich ein angedeuteter Rotstich ab. Das Dark Bitter von Bath Ales zeigt sich von tiefsinniger Seite, es versteckt seine Leichtigkeit und gibt sich kräftig und ruhig.

Der Duft, der dem Glas dann entsteigt, ist unerwartet intensiv und vielseitig. Sofort erscheinen ganz präsent Walnuss, Zartbitterschokolade, Schwarzer Kaffe (wie zu dünner Kaffee, der aber trotzdem ein sehr scharfes Röstaroma abgibt), sogar Banane(!). Alles ist von Röstigkeit eingedeckt, das Bier ist definitiv malzbetont angelegt, es erinnert vom Aroma her an ein Stout, wobei es wesentlich komplexer daherkommt. Besonders spannend finde ich hierbei die Bananennote, die ich derartig rein bislang nie in einem englischen Bitter gefunden habe, erst recht nicht in einem Dunklen. Auch die Kopfnote, die sich in Form von Walnuss zeigt ist wunderbar einzigartig un sehr natürlich gehalten. Mir gefällt sie gut. Das ganze Ale zeichnet sich bislang durch unerwartet volle Aromatik aus, von der aus man nicht auf einen 4,5%ABV-Gehalt schließen kann.

Im Einstieg geht das Bier dann aber an allen Ecken und enden zurück. Das Potpourri verschiedenster Aromen heftet sich im Glas fest wie eine Anemone, die sich bei Berührung zusammenzieht, eine leichte Röstnote wagt sich hervor, bringt einen Hauch von Säure mit, die von der Walnuss her stammen könnte. Sie birgt so etwas wie Walnussöl. Ansonsten findet sich leider nichts mehr, all die schönen und interessanten Aromen werden nicht in den Mund übertragen. Das Bier ist nicht nur schüchtern, es ist regelrecht geizig. Sein Problem ist wahrscheinlich nur zum Teil der geringe Alkoholgehalt, der keine Noten vermitteln kann. Viel wesentlicher scheint mir aber die Tatsache, dass das besonders intensiv-vielschichtige Aroma eine große Erwartungshaltung weckt, die dann leider gnadenlos enttäuscht wird. So viel Fülle bei 4,5%ABV war natürlich bereits im Voraus ein Grund zu zweifeln, aber dennoch ist es dann letztlich nicht das, was man erwartet hat, nicht einmal mehr das, was man noch durchgehen lassen könnte.

Der Körper ist auch dementsprechend dünn und nichtssagend, die Rezenz offenbart zwar eine leichte Kohlensäure, doch verhält sich diese zu hintergründig und verschwindet zu schnell, lediglich röstiges Wasser bleibt hier übrig, sodass man sich an stark kalkhaltiges Leitungswasser erinnert fühlt.

Der Nachtrunk gibt dan wieder eine feiner Nussherbe mit schlanker Röstigkeit ab, die hier nicht wirklich als zu dünn erscheinen, wenn man sich die Körper-Katastrophe wegdenkt. Die Aromen sind hier wieder recht fein angelegt, aber trotzdem noch zu schwach ausgeprägt. Neben den klassischen Noten dunkler Malze kommen hier auch noch leicht pflanzlicher Hopfen, etwas Rauch und Mentholnoten hervor. Eine feine Zitrussäure an der Oberseite des Gaumens rundet dieses Geschmacksbild dann kontrstreich ab, ist aber schon nach kurzer Zeit etwas zu säuerlich ausgeprägt und übertüncht die ohnehin schon so feine Aromatik. Auch wenn im Nachtrunk das gesamte Bierbild zu dünn ist, die Aromen selbst zeigen sich wieder von ähnlicher Komplexität wie die des Antrunkes, bilden sich aber gänzlich anders aus. von Banane und Schokolade ist hier nichts mehr zu bemerken, dafür kommen schärfere, frischere Aromen hervor. Gerade diese leichte Mentholnote in Verbindung mit dem Hopfen ist sehr stimmig. Unter allem weilt noch immer das - nunmehr zurückgebildete - Walnussaroma. Der Nachtrunk macht es mir sogesehen etwas schwer. Er ist einerseits fein und nuanciert, anderseits auch vielschichtig, aber trotzdem noch insgesamt wesentlich zu unscheinbar, die Aromen müssen mit der Lupe gesucht werden und die positiven Seiten des Abgangs offenbaren sich einem nur bei wirklich genauem Hinschauen, wenn man die Wässrigkeit des Körpers und die satte Enttäuschung des Einstieges zu vergessen versucht. Im Kontext könnte nämlich auch der Nachtrunk nicht überzeugen, er müsste viel kräftiger sein, um das Bier aus dem Tief zu ziehen, in das es mit Einsetzen des Mundgefühls gefallen ist.
Ich bin übrigens überrascht wie viel es an Aromen aufmacht, wenn es leicht im Glas aufgeschüttelt wird. Ohnehin wird schnell klar, dass dieses Bier einzig Transportationsprobleme hat, die Aromatik aber eigentlich vorhanden ist. Es benötigt einige Zeit im Glas, um sich zu entfalten, der Sauerstoff tut diesem Ale sehr gut und man sollte es nicht zu schnell trinken.

So gesehen bin ich insgesamt nicht zufrieden mit dem Bier. Enttäuscht war ich nur in gewisser Weise; bei einem so regional geprägten Bier wie dem Barnsey war mir klar, dass es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein lokales Fan-Produkt handeln kann. Dennoch habe ich mich darauf gefreut, der Standard in England ist leicht höher angelegt, als der in Deutschland (wenn auch an vielen Stellen leider noch immer nicht wesentlich!), und manchmal hat man es gerade bei solchen Bieren mit richtigen Schätzen zu tun. Hierbei lässt sich das nicht bestätigen. Obwohl die Ursprungsaromatik wirklich interessant und besonders ist und auch der Abgang über Feinarbeit verfügt und wieder völlig anders auftritt, hat das Bier einfach keinen akzeptablen Körper mehr, auch der Aromatransport vom Geruch in den Mund ist gänzlich gescheitert. Hinzukommt, dass das Gesamtkonstrukt durch diese Schwankungen unstimmig ist. Hier zu dünn, da zu dick und überhaupt nicht einheitliches. Wenigstens eine leichte Orientierung hätte dem Bier gut getan. Der Stil des Dark Bitter jedoch ist für mich deutlich geworden, er war mir so noch nicht wirklich bekannt, aber in der Tat werden hier die Charaktere von englischem Pale Ale und Stout irgendwie zusammengeführt. Auch wenn mir persönlich der Stil nicht sehr zusagt, der Verbindung von extremer Leichtigkeit mit vielen bitteren Röstnoten empfinde ich grundsätzlich als eher unstimmig und deswegen vielleicht auch schwierig zu brauen.
Leider keine Empfehlung mehr, wenn auch spannende Anlagen zu erahnen waren.

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