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Beer like star Amme Stout

  • Typ Obergärig, Stout
  • Alkohol 6.5% vol.
  • Stammwürze 16%
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagen 4 Benutzer

Bewertet mit 84% von 100% basierend auf 5 Bewertungen und 2 Rezensionen

Das Bier Amme Stout wird hier als Produktbild gezeigt.

Dieses Bier wurde mit folgenden Tags versehen:

  • Cascade-Hopfen
  • dunkles Karamellmalz
  • englische Alehefe
  • geröstete Gerste
  • Kaffee
  • Kandiszucker
  • Karamellmalz
  • Milchzucker
  • Northern-Brewer-Hopfen
  • Pale-Ale-Malz
  • Schokoladen-Weizenmalz

Speiseempfehlungen / Food pairing:

  • dunkle Schokoladenmousse
  • gebackener Butternusskürbis
  • Schweinemedaillons
#8929

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Aktuelle Bierbewertung

Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 5 Bewertungen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 2 Bewertungen von Florian und Robert
90% Avatar von Hobbytester
89% Avatar von goldblumpen
85% Avatar von Felix
80% Avatar von Robert
76% Avatar von Florian

90% Rezension zum Amme Stout

Avatar von Hobbytester

Glücklich darf ich mich schätzen nach einigen erfolglosen Anläufen nun endlich über die Kulturtechnik des geduldigen Bierlauschens zu verfügen. Es ist mir, als vernähme ich ein leises Lied, vorgetragen von einer ganz zarten, ja nahezu fragilen, aber dennoch betörenden Stimme, die durch Wald und Flur zieht, während sich die Sonne in letzten roten und orangenen Tönen vom ergiebigen Tagwerk verabschiedet, um sich fidel in das wohlverdiente und wärmende Bettchen ihrer Heimstatt zu legen: „Leise rieselt das Bier, in das Glas neben mir, abendlich glänzet der Wald, freue Dich, s’Amme schmeckt bald!“ So, nun wende ich mich wieder den Sinneswahrnehmungen zu, bei denen der Biertrinker mehr Empirie geltend machen kann: Das Bier riecht wie frischer Milchkaffee, das kann ja eigentlich nur gut werden. Im Antrunk ist es dann allerdings eher fruchtig süß. Der Abgang bringt auf unnachahmliche Weiche herrliche Röstmalznoten ans Tageslicht, der Hopfen bringt aber eben auch eine ganz leichte Schärfe mit, so dass das Stout gut abgerundet wird. Unglaublich viel Wissen steckt bei den Beer Here-Produkten immer in der Frage, wie man Aromen anordnet. Wird man von Bieren wie diesem verwöhnt, hat man beim Rest gelegentlich fast den Eindruck, als verschwendeten die Brauereien in Bezug auf den Körper gar keinen Gedanken. Malz wird hier klar gegenüber Hopfen übergewichtet, der Kaffeegeschmack dominiert Vieles, ist aber nicht so garstig wie beispielsweise beim Fuller’s London Porter. Das Finish ist sogar hopfig und das Bier endet geschmacklich zunächst trotzdem in Milde, erinnert im Nachgeschmack dann allerdings nochmals an die intensiven Malznoten aus dem Kaffeemilieu. Schwarze Farbe trifft auf phänomenal lang anhaltenden Schaum, das Bier ist dadurch sehr weich und süffig. Diese Bitterkeit kommt schön im Nachgeschmack zur Geltung. Es ist genug Kohlensäure vorhanden.
Fazit: Das Amme Stout gefällt mir gut. Ich schätze Kaffeenoten, freue mich aber auch über ein Gegengewicht, das hier so ausfällt wie die Milch im Kaffee. Letztendlich setzt sich im Nachgeschmack ja dann doch wieder die Herbe durch, so ist es auch hier. Alkoholisch schmeckt das Bier gar nicht.

Bewertet am

85% Rezension zum Amme Stout

Avatar von Felix

Das Amme Stout ist ein Milk Stout und in Verbindung mit dem Etikett erschließt sich einem die Logik auf der Stelle. Eine witzige, wenn auch nicht ganz zum Nachahmen zu empfehlende Botschaft.

Relativ dunkle, gut ausgebaute Schaumkrone auf sehr dunklem Bier, das trüb, aber nicht gänzlich schwarz ist. Im Glas ist jedoch kein Durchscheinen mehr möglich.

Die Nase verrät in erster Linie Nüsse und Sahne. Das Bier riecht wie eine Haselnuss - oder Walnusstorte mit dunkel eingefärbten Sahnekrönchen und Schokoraspeln darüber. Der Geruch ist dicht, ein Hauch Kaffee kommt auch durch, ist aber eher mit Milch verdünnt, als herb und pur, dazu noch reine Kakaobohnen, interessanterweise sind es nicht wirklich Schokoladennoten. Hier arbeiten die Malze ohne Lücken. Das Stout hat so zusammengenommen etwas vom Nachmittagskaffeetisch; Ein Milchkaffee mit Keksen und Nusstorte im Glas.
Der Geruch macht Lust, es zu probieren.

Im Mund dann sofort ein Aroma von in der Tat reinsten Kakaobohnen, vielleicht zu Pulver zermahlen, das Bier ist trocken und weich, der Hopfen zeigt sich dezent, hinter den Malznoten versteckt. Noch ein wenig Karamell vielleicht? Ein tolles, sehr ausgewogenes Bier, das lässt sich jetzt schon sagen, worüber ich allerdings sehr erstaunt bin: Es ist absolut nicht komplex. Ich bin sogar ein bisschen enttäuscht, denn es passiert nicht wirklich viel, dieses Bier steht in sich und in seinen Aromen, es spielt nicht, es ist einfach satt und rein und so schwer, dass es bewegungslos scheint.

Der Körper ist Milk Stout-typisch enorm dicht. An sich ist diese cremige Sahnigkeit bei einem Stout dieser Machart ja nun nichts besonderes, was ich allerdings als sehr besonders und deswegen auch wirklich lobenswert hervorheben möchte, ist, dass das Amme Stout überhaupt kein Laktose-Aroma besitzt. Diese Note war es bislang immer, die mir ein Dorn im Auge war. So schön fand ich immer schon die Idee des Milk Stouts, doch diese Note nach Molkepulver empfand ich als unstimmig. Hier ist sie nicht vorhanden, sie weicht gänzlich der nussigen Kakaoigkeit, der feinprickligen, hintergründigen Säure und der Trockenheit. Obwohl dieses Bier recht dicht ist für 6,5%ABV, bewahrt es sich eine zarte Säuerlichkeit (ganz minimal nur und damit auf den Punkt gebracht!) und eine leicht durchsprudelnde Kohlensäure, die auch gerade bei der aromatischen Einfachheit des Bieres sehr angebracht ist, um eine weitere Nuance zu erschaffen. Sie macht es auch so enorm süffig.

Der Nachtrunk ist dann in erster Linie trockener Werdend und etwas belegend, der Hopfen zeigt leichte Bitternoten, lässt sich aber nur schwerlich von der feinen Röstherbe trennen. Die Bitterkeit ist hintergründig und viel zu stimmig eingebunden, um erkannt zu werden. Zugleich ist der Abgang aber auch recht kurz, sodass das Bier niemals anstrengend wird und man eigentlich immer nach dem Schlucken sogleich wieder ansetzen möchte. Der Nachtrunk ist nicht sehr aromatisch und durch die prägnante Kürze geht er etwas unter, passt aber hervorragend zur Restkonzeption. Ein seichter, unkomplizierter Nachtrunk, der die Trinklust noch schürt.

Das Amme Stout von Beer Here ist ein schönes, wirklich leckeres Milk Stout, das in erster Linie durch Ausgewogenheit punktet. Mir gefällt, dass die Laktosenote ausbleibt, dass der Körper satt und dicht gearbeitet ist, dass das Bier so enorm trocken wird wie von geriebenen Kakaobohnen und vor allem natürlich, dass es so wunderbar stimmig in sich, so ausgeglichen und harmonisch ist und niemals anstrengend wird. Insgesamt eine runde Sache, an der man eigentlich wenig zu meckern hat.
Und trotzdem bin ich nicht sicher, ob es mich wirklich überzeugt. Obwohl es ohne Frage in gewisser Weise makellos erscheint, wagt es nichts. Es macht sich das Spiel recht einfach, so scheint es mir (Ich weiß natürlich, es ist bereits verdammt schwer diesen Stil so stimmig hinzubekommen). Wenn es schon so eine tolle Harmonie aufweist, dann hätte es auch noch den Mut haben können, etwas Großartiges aus sich zu machen. Mir fehlt hier das Spielerische, die Fantasie, es ruht mir zu sehr, scheint geradezu erstarrt zu sein und besitzt nicht mehr als eine einzige Facette. Wo bleibt der Hopfenkontrast? Oder die Honigsüße mit mehr Karamellmalzen? Fassreifung mit Eichen- und Vanillenoten? Stärkere dunkle Herbe durch dichtere Röstmalznoten? Vielleicht eine Brettanomyces-Hefe? Es hätte so viele Dinge gegeben, mit denen man dieses Bier von einem völlig runden Stout zu einem richtig bunten Bier-Chamäleon hätte machen können. Und trotzdem macht gerade diese Einfachheit das Stout zu einem perfekten Begleiter für ein hocharomatisches, vielleicht pfeffrig-würziges Essen, um einen beruhigenden Kontrast, eine Besänftigung des Gaumens herzustellen.
Christian Andersen hat einmal wieder sein Gespür für Feinheiten und Harmonie bewiesen, das kann ich nur immer wieder loben.
Ein ganz wunderbares Milk Stout, das nur leider durch die Einfachheit dazu neigt, langweilig zu werden, doch obgleich es einen nicht fordert, möchte man es trotzdem nicht abgeben. Es ist ein richtiges Wohlfühl-Stout zum Zurücklehnen und den Kopf ausschalten, kein Abenteuer, keine Reise, dafür eine warme Bleibe, beruhigend und einschläfernd, keineswegs fordernd, sondern verwöhnend. Vielleicht habe ich hiermit verstanden, was es mit der Metapher der Amme wirklich auf sich hat. Ist dieses Stout etwa die Mutterliebe im Glas?

Bewertet am