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Beer like star Alchemist Heady Topper

  • Typ Obergärig, Imperial/Double IPA
  • Alkohol 8% vol.
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 89% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#15921

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
89% Avatar von Felix

89% Rezension zum Alchemist Heady Topper

Avatar von Felix

Trübes, ziemlich helles Orange mit guter Perlage. Optisch nicht aufregend bis schmuddelig. Einen Trostpunkt gibt es, weil das Bier ja auch laut Aufschrift nicht angesehen werden möchte.

Der Geruch ist konzentriert fruchtig ohne Säure. Satte, seifige Frucht (eine Menge Lychee, abgerundet mit Kiwi, Stachelbeere, Maracuja und Mango) trifft auf eine angenehm spürbare Hefe, die an Belgian Style IPAs denken lässt, ohne dabei in jenen Stil hinüberzugleiten. Eine leichte Deftigkeit (Gemüse wie Zucchini, Aubergine und Frühlingszwiebel) bringt das Bier mit, eine Würze, die mit Zitronensaft garniert wird.

Antrunk: Im Mund ist das Bier sanft mangolastig mit einer weichen Hefenote. Ein Traum von Liason! Das Bier entwickelt viel Hopfenaromatik, ohne mit der Bitterkeit herauszuschießen. Sehr weich ist es und locker und dabei unheimlich mild erscheint die Weise, wie sich die durchaus komplexe Aromatik ohne Schwere präsentiert. Ein wirklich beeindruckend leichtfüßiger Einstieg, in dem sich der Körper schon ungeahnt positiv beteiligt.

Körper: Der Körper ist weich, bauschig, samtig mit einer spielerischen Rezenz ohne Spitzen. Das Bier hat eine unfassbare Drinkability. 8%ABV und es trinkt sich lockerer als so manches Pale Ale. Es ist im Kern konzentriert und in den Ausführungen ausufernd und frei. Der Alkohol ist absolut nicht hinderlich, ja, kaum zu spüren. Das ist in Bezug auf Trinkbarkeit und abgeglichen mit Stil und Komplexität wirklich Höchstleistung.

Abgang: Der Abgang ist wunderbar sanft. Hopfen ist aromatisch dominant ohne viel Bitterkeit. Keinerlei Aggression. Ein Hauch mehr Länge nur...

Charakter: Dieses Double IPA ist tiefenentspannt. Es trinkt sich wie von selbst und versetzt in einen träumerischen, warmen, weichen Modus, aus dem man Gefahr läuft, nie wieder ausbrechen zu wollen. Es ist ein so ursympathischer Typ.

Das Heady Topper ist wirklich bemerkenswert in seiner charakterlichen Ausprägung. Ich habe vielleicht noch nie ein DIPA gehabt, das so unheimlich mild ist ohne dabei seinen Stil zu verraten. Die kräftig agierende Hefe versetzt in somnambule Zustände. Man merkt nicht mehr, was man tut. So viel Weichheit, so bauschige Leichtigkeit bei derartig fruchtiger, konzentrierter Hopfung. Da ist durchaus auch Bitterkeit, aber sie fällt gar nicht auf. Auf der Dose (!) steht: Drink from the can! So verrückt es klingen mag, aber genau das ist perfekt für dieses Bier - und dies ist im positivsten Sinne gemeint. Jedes Pale Ale wäre zu kantig, um es aus einer Flasche oder Dose zu trinken und würde belasten. Dieses hier nicht. Ob man den unfassbar hohen Preis von 12€ für einen kurzen Genuss aus der Dose zu zahlen bereit ist, steht wohl auf einem anderen Blatt. Das Bier ist fast definitiv süffig und kurzweilig für solch einen Preis. Aber dass es so etwas möglich macht, verdient jeden Cent. Es verrint nur so zwischen Gaumen und Zunge. Erschreckend und begeisternd wie hier Geld versoffen wird... und wie man das genießt.
Also die interessante Komplexität in der Aromatik (Lychee, Kiwi, Stachelbeere, Maracuja, Mango, Gemüse, Aubergine, Hefe, Sauerteigbrot, Grasigkeit usw.), in der texturellen Körperlichkeit (Weichheit, Bauschigkeit, Anmut) und im eindrücklichen Charakter machen dieses Bier sehr hochwertig. Wenn ich reich wäre, würde ich mich mit diesem Zeug ständig abfüllen und mit nichts anderem, denn es wirkt durchaus, als sei es für den schnellen Genuss zwischendurch gemacht und ist zugleich von höchster Qualität. Diese Kurzweiligkeit bietet es also auf höchstmöglichen Niveau. Es macht einen ganz wunderbar schwerelosen Rausch, der an Absinth erinnert - die Kombination mit Whisky wird dringend empfohlen.
Es gilt international als eines der besten DIPA der Welt (Ratebeer Rang 3). Ich kann diese Wertung verstehen. Der Maßstab müsste dann aber sein, dass es nur um Qualität : Drinkability geht. Insgesamt hatte ich schon spannendere DIPAs vor mir, weswegen Preis und Rang meiner Ansicht nach nun doch wieder nicht gerechtfertigt sind, obwohl es sicherlich ganz oben mitspielt, denn für mich spielt der Faktor der Kunst doch eine gewichtige Rolle und sicherlich, dieses Spiel ist ganz vorn mit dabei, aber kunstvollere DIPAs habe ich trotzdem schon gehabt. Doch eines will ich lobend hervorheben: Dieses DIPA amerikanischer Herstellung hat absolute Selbstkontrolle. Es ist weder überbittert noch langweilig eindimensional wie so manch anderes Bier dieser Art.
Ein erstaunliches Bier, das auf seiner Ebene seines gleichen sucht.

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