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Beer like star Albert Heijn 100% Natuurlijk Pilsener Biologisch

  • Typ Pils
  • Alkohol
  • Stammwürze
  • Empfohlene Trinktemperatur
  • Biobier
  • Hefetrüb
  • Probier mal sagt kein Benutzer

Bewertet mit 57% von 100% basierend auf 1 Bewertung und 1 Rezension

#8193

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Topbier Empfehlenswert Nicht empfohlen
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Bewertungsdetails
Basierend auf 1 Bewertung
57% Avatar von Felix

57% Rezension zum Albert Heijn 100% Natuurlijk Pilsener Biologisch

Avatar von Felix

Das 100% Natuurlijk Pilsener Biologisch ist ein scheinbar von dem niederländischen Lebensmittelwarenhandel Albert Heijn vertriebenes Pilsener. Ich bin gespannt, wie die Niederländer ein Organic Pilsener interpretieren! Die Flasche mitsamt Etikett ist jedenfalls durch die natürlich-erdigen Farben und den leicht abgewetzten Schriftzug äußerst einladend und will bereits in der Optik Nachhaltigkeitsinteresse suggerieren. Mich jedenfalls hat es zum Kauf verleitet.

Optisch fällt sofort die unheimlich dunkle Farbe auf. Dieses Bier ist sattorange mit Hang zum Bronzenen. Hier wurden definitiv viele dunklere Malze verwendet, was die Herangehensweise deutlich ändert. Hier wird mich wohl kein Norddeutsches erwarten.
Die Schaumbildung ist vorherst sehr gut, fällt dann aber schnell zusammen.

Der Geruch zeigt in der Tat erstaunlich schwere Malznoten und frisch-getreidige Lageraromatik. Das Bier riecht nach Heu und Honig. Nimmt man einen intensiven Zug lassen sich toffeeartige Noten erkennen, dazu bleibt es aber verhalten und schlank, zeigt Frische, die Lagerart kommt durch. Das Bier macht auf mich eher den Eindruck eines grundsoliden Exports oder Spezials, weniger aber eines Pilseners. Soll das eine niederländische Interpretation sein? Das sind wir eigentlich schon ganz schön weit weg vom Urquell...

Im Mund zeigt sich eine reiche dichte an Trockenfrüchten. Das Bier schmeckt nach getrockneten Himbeeren, nach Sultaninen, aber auch nach Hopfen und etwas Phenol, das sich gerade Richtung Abgang zu erkennen gibt. Es zeigt zitrale Säure und ein paar provokante, aber unauffällige Ecken und Kanten in der dichten Aromatik.
Ich bin erstaunt über diese tiefen Frucht-Müsli-Noten, die ich so überhaupt noch nie bei einem Pilsener hatte. Schlecht sind sie aber nicht. Das Bier zeigt eine gewisse Stabilität und nehme ihm ab, dass es mit sich zufrieden ist.

Der Körper ist nicht übermäßig voll. Durch die vielen Malze ergibt sich eine gedrängte Textur, das Mundgefühl aber ist immer noch frisch mit fruchtigem Einschlag, dazu gehörig staubig und trocken. Ein Körper, der dem Pilsenerstil nicht im weg steht. Das Bier zeigt Charakter und ist dennoch angenehm erfrischend.

Im Abgang geht das Bier dann etwas auseinander. Ich finde die Aromatik nicht störend, dennoch habe ich das Gefühl, Trockenfrüchte und Phenol kommen nicht mehr zusammen. Das Bier prägt eine minimale, aber erkennbare Schärfe aus, die sich als Metallnote äußert und von der nun doch stilechten, keineswegs zimperlichen Hopfenbittere getragen wird. Obwohl die Bittere grundsätzlich nicht zu deutlich ist, kontrastiert sie die anfänglichen Honignoten etwas zu plump und bietet zu viel Angriffsfläche für die Metallfehlnote.
Der Nachtrunk ist durch die intensive Hopfung ziemlich lang.

Das Natuurlijk 100% Biologisch von Albert Heijn ist ein an sich gut trinkbares Bier. Ich muss gestehen, ich habe mich auf etwas weit Schlimmeres gefasst gemacht. Es ist durchaus schlüssig und wirkt durch die Verbindung von Süße und Fruchtsäure sicherlich wunderbar als Ergänzung zu einem fülligen Essen. Honig und Hopfen sind kontrastierend und geben Schwung.
Dieses Bier allerdings noch mit dem Begriff Pils zu titulieren halte ich für fragwürdig. Mit einem Pils hat es abgesehen von der intensiven Bitteren im Abgang wenig zu tun. Hopfung und Hefestamm verweisen darauf, doch die Interpretation ist derartig fern, dass ich nicht weiß, ob ich es als ein solches sehen würde. Jedoch bin ich auch durch die enorm durnkle Farbe beeinflusst, bei einem Blind Tasting würde das Bier vielleicht nicht derartig aus dem Rahmen fallen, das muss immer mit betrachtet werden.
Erstaunlich sind dennoch die Ahornsirupnoten, die süßen Honigausprägungen und insbesondere die beerige Trockenfruchtnote, die den Einsteig sehr dominiert und erst im Abgang der Hopfenbittere weicht. Alles zusammen wird zu einem ziemlichen Fruchtmüsli!
Ich denke, abgesehen von den stiluntypischen Aromen ist dieses Bier nicht wirklich auffällig. Es ist zwar gut trinkbar, hat aber vorne und hinten noch Baustellen. Die Bittere ist mir zu plump-getreidig und zu scharfkantig im Verhältnis zur Süße. Das Bier kann sich nicht zwischen süßer Schwere und hopfiger Leichtigkeit entscheiden und steht sich im Weg.
Schön ist allerdings, dass von vorn bis hinten eine Idee rüberkommt. Eine Idee von einer Neuinterpretation, von einem ökologischen Hintergedanken, von einer gewissen Stimmigkeit, die ich dem Pils auch durchaus entlocken kann, wenn auch nur in Ansätzen.
Dieses Bier ist nur an den auffälligen Stellen lückenhaft, es macht sich zur Zielscheibe. Betrachtet man die Nischenaromatik und schaut zwischen die Texturschichten lässt sich eine lobenswert eingeschlagener Weg erkennen.
Obwohl ich also diesem Bier objektiv nur ein "gut trinkbar" aussprechen kann, denke ich schon, es verstanden zu haben und würde es sehr vielen anderen Bieren seiner Art vorziehen.
Es ist ein bisschen wahnsinnig. Ein Pils, das im Irrenhaus gelandet ist, sich aber ganz sicher ist, nicht verrückt zu sein.

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